Heute mal ein kurzer Bericht über die Würzburger Verkehrskultur. Ich fahre in letzer Zeit trotz der erhöhten Temperaturen meist mit dem Fahrrad zur Uni, da es in den Bussen auch nicht wesentlich kühler ist und man zusätzlich noch den Schweiß der Mitfahrenden in der Umgebungsluft ertragen muss. Auf diesen Strecken komme ich gezwungenermaßen viel mehr in den Kontakt mit Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmer als ich daß bei meinen üblichen Radtouren tue. Dabei fällt auf wie sehr die Reaktionen auf Radfahrer varriieren.
Im Ringpark bin ich heute auf eine Gruppe Nordic Walker gestoßen, eine Sorte Mensch, mit denen der gemeine Radfahrer seine Schotterwege nur ungern teilt. Ich habe also heruntergebremst und mich durch kurzes Klingeln bemerkbar gemacht. Darauf hin erscholl aus der Gruppe der Ruf “Achtung ein Auto von hinten. Äh ich meine .. wie heißt das Ding?”, was für viel Erheiterung auf und neben dem Fahrrad sorgte. Die Nordic Walker formten unter Gelächter und spöttischen Kommentaren in Richtung des Rufer eine kompate zweireihige Gruppe, so daß ich sicher und angenehm überholen konnte. Als ich vor der Gruppe einscherte und wieder am beschleunigen war hörte ich noch “endlich mal einer der klingelt”. Anscheinend hören Walker über das Kratzen ihrer Stöcke herannahende Radfahrer nur schlecht und sind irrtiert wenn sie plötzlich überholt werden. Gut, wenn man das weiß kann man ja drauf achten sich bemerkbar zu machen.
Ganz anders war das Erlebnis etwas 20 Minuten später. Nach einem kurzen Abstecher zum Bäcker fuhr ich auf der Rothofstraße bergab (also nach Westen). Von der Abfahrt der B27 kommend scherte ein dunkler Mercedes hinter mir ein und bedrängte mich konstant. Da vor mir ein großer weißer Silolaster mit Münchner Kennzeichen fuhr, konnte ich auch nicht schneller fahren. (Beine und Fahrrad hätten noch locker 10 km/h hergegeben.) Nun ist die Rothofstraße aufgrund der Spurringen auf der Brücke für Radfahrer sowieso eher unschön zu fahren, aber eingeklemmt zwischen einem großen Laster und einem drängelnden Auto was bei knapp 30 km/h öfters einen Abstand von 50 Zentimeter unterschreitet wird einem dann doch mulmig.
Eine abwehrende Handbewegung und der Zuruf “halt Abstand, Mensch” würde mit diversen Beschimpfungen quitiert. Nicht schön und definitiv nicht so witzig wie die Walker, aber erträglich. Als wir an der Ampel zur Querstraße Friedrich-König-Straße / Paradiesstraße bei rote halten mussten erreichte der Tag um 17:52 seinen Tiefpunkt. Der Fahrer des schwarzen / antrazit-fahrbenen Mercedes Benz älteren Baujahrs stieg aus seinem Fahrzeug mit Kennzeichen “WÜ ZK 88″ aus und schrie mich an. “Was hast du gesagt?”. Auf die Antwort “halt Abstand, Mensch” achtete er garnicht, sondern brüllte unter den beifälligen Blicken seiner Beifahrerin weiter “Halts Maul. Du hast nix zu sagen. Halt die Fresse du Arschloch”. Zum Glück schaltete die Ampel wieder auf grün und ich flüchtete mich auf den Gehsteig der Laurentiusbrücke währender der rüpelhafte Fahrer sich aggressiv in die linke Spur Richtung Hettstadt drängelte.
Ob nun ein Zusammenhang zwischen der extremen Bräune des autofahrenden Proleten und seinen Verhalten besteht kann ich nicht sagen. Vielleicht liegt es auch daran daß er mit seinen gut zwanzige Jahren nur die Hälfte oder ein Drittel der Lebenserfahrung und Reife wie die Nordic Walker aufweist…
Würzburg kann’s! – NOT!!!
Ich habe noch keine – wirklich KEINE – Stadt gesehen, die so dermaßen neben der Spur ist, was Verkehrs- und Baustellenplanung angeht, wie Würzburg.
“Aktuell” – und “aktuell” dauert schon mehrere Wochen an – ist der Zeller Bock gesperrt, und das wird er wohl auch bis mindestens Ende 2013 bleiben, da der Zeller Bock aus “Sicherheitsgründen” gesperrt wurde. Der Berg kommt so stückchenweise runter. Als Nicht-Würzburger muss man wissen: der Zeller Bock ist eine Haupteinfallsstraße von den nörd-westlichen Landkreisen (“alles aus Richtung Schweinfurt, Karlstadt, etc. kommend”) in Richtung Würzburg.
Täglich fuhren wohl ~16 000 Autos über den Zeller Bock. Eine weitere Möglichkeit von diesen Landkreisen nach Würzburg zu kommen, ist die B27, eine zweispurige Bundesstraße, an deren Ende es a) auf den Stadtring geht, b) in Richtung Würzburger “Innenstadt” geht. Dummerweise ist die B27 v.a. im Berufsverkehr recht gut belastet. Soll heißen: Party-Mode::on, auf der B27, wenn Berufsverkehr herrscht. Wenn’s noch dazu irgendwo kracht, können wir das mit dem “Fahren” eh vergessen… Das war aber auch schon so, als der Zeller Bock noch auf war.
Erschwerend kommt hinzu, dass Würzburg nicht nur eine Einfallsstraße aus nord-westlicher Richtung weniger hat, sondern auch noch dummerweise ein Fluß zwischen einem Teil der nördlichen Landkreise und Würzburg ist. Doof, dass es außerhalb von Würzburg (wir erinnern uns: NACH Würzburg kommt man ja nur noch über die B27!) kaum Brücken gibt. Das heißt: ~25 km von Würzburg entfernt, nämlich in Karlstadt gibt es eine Brücke, außerdem in Zellingen, was ca. 20 km von Würzburg entfernt ist, und in Zell, was in ungefähr 5 km Entfernung liegt. Mit anderen Worten bedeutet dies: es verstopft sich JEDEN Morgen und JEDEN Abend (und wir haben ja bekanntermaßen Osterferien –> weniger Verkehr!) die Brücke in Richtung Würzburg. Die Polizei warnt im Übrigen schon für die nächsten Tage nach Ostern, dass man mehr Zeit mitbringen soll…
Weil es ja so schön ist, gibt’s derzeit in Würzburg immer neue Meldungen der Sorte: “ach, übrigens gibt es eine neue Baustelle auf/in Straße XY”. Wir haben also hier an Baustellen:
- Unterdürrbacher Straße – Einmündung Alfred-Nobel-Straße, Nähe B27, WÜ-Unterdürrbach – Ende März bis Juli/August 2010
- Ursulinergasse – Innenstadt, Neubau Kloster, Vollsperrung – bis Sommer 2010
- Regenüberlaufbecken Ludwigkai – Innenstadt – bis Sommer 2010
- Löwenbrücke – Innenstadt, Wegfall von Parkplätzen, Verkehrsbehinderungen unbekannt – bis Sommer 2010
- Am Exerzierplatz/Weingartenstraße – Innenstadt, eingeschränkte Fahrspuren, Verkehrsbehinderungen, Wegfall von Parkplätzen – vorauss. bis Mitte 2010
- Ebertsklinge – Vollsperrung/Teilsperrung, Stadtgebiet – vorauss. bis Mitte 2010
- Frankfurter Straße/Zeller Bock – Haupteinfallstraße aus nördlicher Richtung, Vollsperrung – mind. bis Ende 2013
- Stadtring Nord – weitere Haupteinfallstraße aus nördlicher Richtung (anderer Stadtteil als Zeller Bock) Vollsperrung/Teilsperrung – bis Anfang Juni 2010
- Stadtring Süd – weitere Haupteinfallstraße aus südlicher Richtung, Teilsperrung – vorauss. bis Juli 2010
- Weißenburgstraße zwischen Neunerplatz und Kreisverkehr Sedanstraße – Stadtbereich, Wegfall von Parkplätzen, Gehsteige und Straßen werden verschmälert – bis Mitte 2011
- Am Galgenberg/WÜ24 Richtung Gerbrunn – wichtige Durchgangsstraße, Universitätsnähe, Teilsperrung – Dauer: unbekannt
- Rottendorferstr./WÜ24 Höhe Händelstr. – wichtige Durchgangsstraße, Richtung Uni, Teilsperrung – Dauer: unbekannt
- Randersackererstraße – wichtige Durchgangsstraße Richtung Ochsenfurt, Sperrung/Umleitung – Dauer: ~3 Wochen, Abschluß der Arbeiten auf dieser Strecke voraussichtlich Herbst 2011
Ach ja, pikantes Detail am Rande: es ist ja nicht so, dass das mit dem Zeller Bock etwa (siehe: “Sicherheitsbedenken”) erst kürzlich aufgetreten ist, oder so… Nein, das ist mindestens seit Februar 2002 bekannt, als DAMALS schon eine Stütztmauer einstürzte. Seitdem ist der Zeller Bock nur noch einspurig befahrbar. Seit 2002 sind nun sage und schreibe 8 Jahre vergangen, in denen die Würzburger Politiker genau eines getan haben: nichts. So richtig “nichts”, denn es ist bisher noch nicht einmal (abschließend) geklärt, wer denn für die Kosten aufkommen soll. Die Bebauungsgrundlagen wie z.B. “mit den Eigentümern reden” wurden auch nicht geschaffen, mind. einer hat nämlich noch nicht zugestimmt, dass die Stadt an seinem angrenzenden Grundstück bauen darf. Aber er hat wohl immerhin ein paar Tage vor Schließung des Zeller Bocks einen Anruf mit vergleichbarem Inhalt bekommen: “bestellen Sie Heizöl, bis mindestens 2013 haben Sie hierfür keine Gelegenheit mehr, da dann kein Laster mehr zu Ihnen durchkommt”. Na also wenn das nichts ist…
Ach ja, 2018 soll/will Würzburg übrigens eine Landesgartenschau austragen. Bucht doch schonmal einen Helikopter, auf den Straßen könnt’s nämlich eng werden.
Heute in den Morgenstunden ist Amira an einem Tumor gestorben. Sie wurde 21 Monate und war definitiv ein besonderer Teddyhamster.

Ein paar Eigenheiten und Erinnerungen die ich nicht vergessen will:
- Sie hat mich einmal so lange um weitere Kürbiskerne abgebettelt bis sie 27 Kürbiskerne in ihre Backentaschen gestopft hatte. Diese waren dann so breit, daß sie nicht mehr in ihr Häuschen gekommen ist.
- Sie war ein Händehamster und sehr menschenbezogen. Wenn sie nicht genug Aufmerksamkeit bekam, dann hat sie ihren Käfig angeknabbert bis man das Käfigtürchen aufgemacht hat. Oft kam sie dann mit soviel Elan aus dem Käfig gestürmt daß man aufpassen musst daß sie nicht von der Hand hüpft.
- Favoritenhamster. Der Hamster bevorzugte eindeutig mich (owl). Petschge fand sie zwar ok, aber wenn es ein owl in der Nähe gab, wurde dieses beklettert, beschnuppert, angebettelt, und zum beschmust-werden verwendet. Petschge erteilte sie dieses Privileg eher, wenn ich im Urlaub war und der akute Knuddelbedarf des Hamsters größer als das “aber es muss eine Eule sein”-Verlangen war
- Nach dem Knautschen musste sich sich aber im Käfig immer erstmal in der Ecke wältzen um sich zu entmenschen und wieder guten Hamstegeruch anzunehmen.
- Erdmännchenhamster. Wenn Amira Aufmerksamkeit wollte, bekam sie diese. Oft machte sie auch auf sich aufmerksam, indem sie sich schnuppernd (“mmmmmh, Menschen!”) auf die Hinterbeine stellte und sich streckte, meist in Kombination mit dem Blick: “guck mich an, bin ich nicht süüüüüüüß!?” Oft hat sie nicht nur mit Blicken gebettelt, und nach den Menschen geschnuffelt, sondern ist dann, wenn sie mit dem Futtern fertig war, auch zielstrebig ans Käfigtürchen gerannt, wo sie dann oft auch mich wartete, bis ich das Türchen aufmachte. Übermütig und quirlig, wie dieser Hamster war, hüpfte sie regelrecht auf die Hand, teilweise mit so viel Elan, dass man manchmal Kratzer von den Krallen zurückbehielt und aufpassen musste, dass sie nicht auf der anderen Seite runterfällt. Manchmal, wenn sie Erdmännchenhamster oder Kugelhamster spielte, und wir gerade beim Essen waren, schien sie uns zu beobachten und “Menschen.TV” zu gucken.
- Yogahamster. Nach dem Aufstehen streckte und dehnte sie sich in der Regel erstmal ausgiebigst, bog dabei immer ihren Rücken durch, wurde ganz laaaaaang und gähnte herzaft ihr großes Amira-Löwenhamster-Gähnen. In diesen Augenblicken war sie manchmal auch ziemlich schreckhaft und erschrak z.B. von Wellensittich”gebrüll”.
- Wasser, Schinkengeschmack oder Blutspuren an der Hand haben sie richtig wild gemacht und haben gelegentlich dazugeführt, daß sie in die Hand gebissen hat. An Pflastern wurde hingebungsvoll gezerrt, v.a. wenn diese auch noch nass (oder gar blutgetränkt) waren.
- Sie war ein Stöckchenhamster. Sie hat liebend gerne und mit großer Hingabe ihre Knabberstöckchen durch den Käfig und in ihr Häuschen getragen. Dort musste ich sie dann bei jedem Streuwechsel aus ihrem Bett klauben.
- Putzhamster. Sie hatte genau definierte Klo-Ecken und hat teilweise ihren Kot aus dem Käfig geworfen, damit es im Käfig schön ordentlich und sauber ist.
- Kugelhamster. Sie saß liebend gerne in einer Käfigecke und knabberte dabei ihr Futter oder guckte einfach nur süß.
- Ohrenhamster. Amiras “Gesichtsausdruck” war sehr aussagekräftig und wurde immer durch ihre sehr beweglichen und intensiv eingesetzten Ohren verstärkt.
- Sie war ein ausgepräger Joggerhamster und ist in vielen Nächten stundenlang im Laufrad gelaufen. Daher war es nach jedem Laufrad waschen wichtig das Lager gut zu ölen, damit man nicht vom Quietschen des Laufrads wach gehalten wird.
- Manchmal hat das aber nicht wirklich geholfen da sie gerne Kürbiskerne oder Maiskörner in ihr Laufrad geschleppt hat und diese beim Joggen dann klapperten. Wenn man diese aus dem Laufrad geräumt hat, dann hat sie sie postwendend wieder zurückgeschleppt. Nur leere Kürbiskernschalen durfte man entfernen.
- Oft hat sie es sich in ihrem Laufrad bequem gemacht und zu einer Öffnung herausgeschaut, ganz so als sei sie ein Hündchen in der Hundehütte. Dass sie auch noch Frolic in sich stopfen konnte, bis die Backentaschen voll waren, verstärkte diesen “Hündchenhamster-Eindruck” noch.
- Beim Fressen ist sie oft mit allen vier Füßen in den Napf gestiegen um noch besser nach Leckerein wühlen zu können.
- Oft saß sie in der Hängematte in der Ecke und gucke einen daraus an. Oft sah man auch nur 2 Hamsterohren und -Augen über die Plattform, die vor der Hängematte angebracht war, vorlugen.
- Mamahamster. Am 14. August 2008 hatte ich statt einem Hamster plötzlich 8 Hamster! Zwei ihrer Junghamster sind davon inzwischen gestorben, Krümel (der schwächste im Wurf) und Bärchen. Bei mir leben jetzt noch 2 ihrer Jungen. Wie es den anderen ergangen ist, weiß ich leider nicht.
- Amira reagierte auf “Zurufe” wie z.B. “komm her, Süüüüüüße”. Weitere “Namen” waren: Knuddelhamster, Kleine, Monsterhamster, und v.a. Mäuschen.
Amira, wir vermissen dich.