Disclaimer: den nachfolgenden Text bitte so lesen, als wäre er von einem Menschen mit knochentrockenem Humor geschrieben, denn diese Annahme ist zutreffend
Und dann ging ich los. Ich wollte ja nur kurz einkaufen, stellt dann fest, dass es keine vernünftige LSF 50+-Sonnencreme gab, aber div. Müslizeug besorgte ich mir noch, und lieferte das zu Hause in der Wohnung ab. Anschließend nochmal raus, um zum REWE zu laufen – und dann unterwegs dran zu denken, dass der neulich ja auch keine Nivea-Sonnencreme hatte. Also lief ich weiter und zwar nach Würzburg/Innenstadt. Das ist ‘n Stückchen, und “laufen” ist übertrieben, denn ich schlafwandelte ja den ganzen Tag.
Irgendwann kurz vor Würzburg… Rechts von mir war eine Hecke, als eine Amsel über eben diese Hecke geschossen kam und auf mich zuflog. Kurz vor der Kollission mit meinem Kopf zog der Vogel dann glücklicherweise noch hoch und flog wild zeternd weiter. Wenn ich mir jetzt vorstelle, was passiert wäre, wenn der Vogel mit mir kollidiert wäre, und ich an das Ausmaß des Schadens an meinem Kopf denke… Ich mein: so eine Amsel hat ‘nen spitzen Schnabel und sie war schnell! “Wie kamen Sie zu dieser Kopfwunde?” – “Ich wurde von einer Amsel umgeflogen! / Vogelschlag! / In meinem Kopf steckte ein Amselschnabel!”… *knock* *knock* *knock*
Weitergelaufen. Ich wollte erstmal nicht aufs Volksfest, weil ich mir dachte, dass es dort bestimmt zu viele Menschen hat. In Würzburg gelandet und sofort auf der alten Mainbrücke, als mir gefühlt halb Würzburg entgegenschlappte, gedacht: “ok, Samstagnachmittag (bei gutem Wetter) in die Innenstadt zu gehen, war wohl nicht die beste aller Ideen” (ich glaube ich bin noch nie(!) an einem Samstagnachmittag, bei gutem Wetter, nach WÜ/Innenstadt gelaufen, so am Rande angemerkt, und zu meiner eigenen Verteidigung hervorgebracht). Zum Glück gibt’s ja die guten In-Ear-Stöpsel von Sennheiser: Sennheiser CX350 – Scheuklappen für die Ohren.
Müller überfallen, LSF 50+-Sonnencreme bekommen, und Essen erlegt.Zeit und Gelegenheit also, um sich mal in aller Gemütlichkeit auf nach Hause zu machen. Ich wollte mal gucken, ob ich noch ein Schiff zurück nach Hause erwische, aber leider war ich 21 Minuten zu spät, also per pedes auf den Weg gemacht, nur um festzustellen, dass ich eigentlich zu müde, zu faul, und überhaupt zu schlapp bin. Auf den Bus warten wollte ich aber auch erstmal nicht, und es überkam mich dann das Verlangen nochmal einen Abstecher auf das Volksfest zu machen. Tat ich dann auch.
Auf dem Volksfest erstmal komplett unspektakulär Wellenflug “geflogen”, und anschließend 6 Mal am Stück “Break Dance” mitgefahren. Ich glaube ich habe einen Magen aus Stahl und Nerven wie Drahtseile. Alles um mich herum kreischte, auch einige der Kerle. Ich habe mich sehr amüsiert, bin mir nur nicht sicher, ob es eine gewisse sadistische Schadenfreude war (weil die “coolen” “”Jungs”" und Mädels kreischten wie <Splatter-Vergleiche-hier>), oder ob es der Spaß war, weil ich es einfach genoss meine Zeit so zu “”"verschwenden”"”
Mit jeder Runde, die ich länger mitfuhr, wurde das Grinsen der Fahrgeschäftleute breiter, als ich wieder und wieder Fahrchips aus meiner Tasche zog. Ich glaube sie hielten mich insgeheim für a weng durchgeknallt
Das “Klientel” heute war jedenfalls interessant: sehr viele “coole” Leute, aber die falsche Sorte “cool”. Typen mit Goldkettchen, Solariumbräune, Sonnenbrille, Markenklamotten etc. – oh Gott! Die Mädels dazu sahen nicht viel besser aus: Tussies, wie sie im Buche stehen. Tussies mit viel zu knappen Oberteilen, viel zu engen Hosen und zu hochhackigen Stiefeln/Schuhen und Tussi-Handtäschchen – natürlich *laut* quietschend. Mein Gott, was bin ich froh, dass ich nicht “cool” bin. Ich bin nämlich tatsächlich uncool cool und sitze ganz entspannt da drin, gebe keinen Mucks von mir, schließe die Augen, lasse mir die Haare verwuscheln und genieße die wilden Richtungswechsel – auch wenn ich morgen sicherlich überall noch mehr blaue Flecken haben werde (ich war vor ein paar Tagen schonmal im Break Dance und habe seitdem blaue Flecken an den Schultern und den Unterarmen und es tat ein paar Tage lang weh mich irgendwo anzulehnen). Vorteil von diesem “Klientel”: der Mensch, der für die Steuerung des Break Dance verantwortlich ist, dreht voll auf
Ich weiß nicht, wie lange ich mich im Break Dance vergnügte, aber es dürfte wohl schon über 1h gewesen sein
“Demnächst” irgendwann sollte ich dann wohl mal einen Freizeitpark besuchen
Ich hatte zeitweise das Gefühl, dass ich der einzige vernünftige Mensch auf diesem Volksfest war, von den Polizisten und den Schaustellbetriebsmitarbeitern und Securitymenschen vielleicht noch abgesehen. Die Amis (?), die sich dann mitten während der Break Dance-Fahrt anfingen auszuziehen, zählte ich jedenfalls definitiv nicht zu den “vernünftigen” Menschen. Wirklich nicht.
Anschließend bin ich dann noch über das Volksfest geschlendert, habe Fotos und mir Gedanken gemacht, und mir so ~45 Minuten um die Ohren geschlagen, bis ich dann von meinem Ex abgeholt werden konnte. Mobiltelefone sind eine unglaublich tolle und praktische Erfindung.
Danach dann noch “30 Rock” geguckt, festgestellt, dass Teile meines Lebens in einer Comedy verfilmt wurden, und Tränen gelacht. – 30 Rock, Staffel 1, “Die Trennung”
30 Rock kann ich übrigens sehr empfehlen. Am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man dann mal reingekommen ist, sehr lustig, v.a. wenn man selbst mal “im Medienbereich” gearbeitet hat, und weiß, wie die Leute so drauf sind.
