March 6th, 2011 || || permalink
Heute ging ich spazieren. Eigentlich wollte ich “nur kurz” spazieren gehen, daraus wurden aber über 2h. Nachdem ich nach den ersten ca. 750 – 1000 m schonmal eine laufende Nase hatte, und feststellte, dass ich keine Tempos in der Jacke hatte, entschloss ich mich dazu “nur” bis zur nächsten Ortschaft zu laufen.
In der nächsten Ortschaft fand ich ein magisches Item – äh- ich meine: Tempos, unverwendete, in einer fast unangefangenen Packung. – Weiter gings, denn jetzt hatte ich das Nase-läuft-Problem ja nimmer. Über den Fluss. Weiter.
Ein ausgestorbenes Industriegebiet, in dem mir nur hin und wieder Autos begegneten. Ich lief, und lief, und lief. Immer noch im Industriegebiet, mein Blick wandert nach links, nachdem ich Bewegung registrierte. Ein Hase. Ein Hase, der nicht wegrennen konnte. Ich blieb stehen, und guckte, was es mit dem Hasen auf sich hat. Nach ein, zwei Minuten der intensiveren Beobachtung entschloss ich mich mal die 110 zu wählen und bei der Polizei anzufragen was man tun kann/soll. Gesagt, getan. Eine Streife wurde losgeschickt.
Ca. 15-45 Minuten (so genau kann ich das nicht sagen) später, inzwischen bildeten sich an mir langsam aber sicher Eiszapfen, kamen die Helfer in Grün. Der Hase wurde in dieser Zeit immer schwächer, immer apathischer. Die Polizisten konnten ihn nur noch erlösen. Jetzt weiß ich auch, wie es riecht, wenn ein Schuss abgefeuert wird – wie Silvester. Silvster mag ich irgendwie lieber. Immerhin leidet der Hase nimmer.

Nach 10 Kilometern, einen toten Hasen, 2h später, tiefgefroren kam ich dann wieder zu Hause an. Die Tempos habe ich übrigens unterwegs wieder verloren.
February 12th, 2011 || || permalink
Komisches Verhalten, kurz zusammengefasst:
- am Do. klang der Sound von Musik plötzlich komisch. Ich schob es auf Übermüdung meinerseits.
- am Fr.morgen klang der Sound der Musik immer noch komisch. Ich schob es nicht mehr auf Übermüdung, kümmerte mich aber erstmal nicht weiter drum.
- Irgendwann hörte man keine Stimmen mehr. Manchmal aber schon noch. Dann wieder nicht. Es “schepperte” immer mehr.
- Meine Workstation hat immer öfters Probleme mit explorer.exe gemeldet, auch wenn ich überhaupt nichts machte als _vor_ dem Rechner zu sitzen (keine Maus, keine Tastatur angefasst, einfach nur den Monitor angestarrt und über $Projekt nachgedacht)
- Ich fand meinen Rechner die letzten Wochen immer wieder neu gestartet vor.
- Die Lautsprecher vom TFT gingen auch erstmal nicht (an unterschiedlichen Anschlüssen) und gaben garkeinen Ton von sich.
- Unterschiedliche Anschlüsse, gleicher Effekt mit TFT-Lautsprechern + Kopfhörer
- Teilweise ging *garkein* Ton mehr. Nach einer Treiberneuinstallation -> wieder kaputter Ton am Kopfhörer, immer noch kein Ton am Lautsprecher.
- “Overclocking failed” beim Rebooten. Rechner bootete nicht mehr. Ausschalten->wieder anschalten->ging wieder, ohne Fehlermeldung
- Rechner friert ein
- Rechner reagiert teilweise *sehr* langsam/träge auf Mausklicks, USB-Devices werden manchmal nicht erkannt (ext. USB-Hub)
- Irgendwann funktionierten die TFT-Lautsprecher dann doch und der Sound klang wieder normal. Die Sennheiser-Kopfhörer mal ans Handy angesteckt -> selbes Phänomen: keine Stimmen –> Kopfhörer defekt.
- Das Verhalten trat unter OpenSUSE UND Windows auf. — Soundprobleme, Abstürze, und Einfrieren des Systems. OpenSUSE vom USB-Stick, was vor ~2 Wochen *anstandslos* und flüssig lief.
Kopfhörer defekt erklärt immerhin, wieso der Sound am Kopfhörer so grausam klingt, aber es erklärt nicht, wieso mein TFT auch betroffen war und danach nicht mehr. Ein defekter Kopfhörer erklärt auch nicht, wieso mein System einfriert, USB-Geräte nicht erkannt werden, die sonst immer erkannt wurden, “overclocking failed” beim Einschalten auftritt, meine Workstation mir (immer häufiger) die explorer.exe um die Ohren wirft etc. Ich habe mal memtest angeworfen – aber ich rätsele: Motherboard UND Kopfhörer gleichzeitig gestorben?!
Ideen? Vorschläge? Was-auch-immer? Und WEHE einer sagt jetzt was von wegen “Windows ist halt doof, nimmt was Anständiges!”
July 1st, 2010 || || permalink
Heute mal ein kurzer Bericht über die Würzburger Verkehrskultur. Ich fahre in letzer Zeit trotz der erhöhten Temperaturen meist mit dem Fahrrad zur Uni, da es in den Bussen auch nicht wesentlich kühler ist und man zusätzlich noch den Schweiß der Mitfahrenden in der Umgebungsluft ertragen muss. Auf diesen Strecken komme ich gezwungenermaßen viel mehr in den Kontakt mit Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmer als ich daß bei meinen üblichen Radtouren tue. Dabei fällt auf wie sehr die Reaktionen auf Radfahrer varriieren.
Im Ringpark bin ich heute auf eine Gruppe Nordic Walker gestoßen, eine Sorte Mensch, mit denen der gemeine Radfahrer seine Schotterwege nur ungern teilt. Ich habe also heruntergebremst und mich durch kurzes Klingeln bemerkbar gemacht. Darauf hin erscholl aus der Gruppe der Ruf “Achtung ein Auto von hinten. Äh ich meine .. wie heißt das Ding?”, was für viel Erheiterung auf und neben dem Fahrrad sorgte. Die Nordic Walker formten unter Gelächter und spöttischen Kommentaren in Richtung des Rufer eine kompate zweireihige Gruppe, so daß ich sicher und angenehm überholen konnte. Als ich vor der Gruppe einscherte und wieder am beschleunigen war hörte ich noch “endlich mal einer der klingelt”. Anscheinend hören Walker über das Kratzen ihrer Stöcke herannahende Radfahrer nur schlecht und sind irrtiert wenn sie plötzlich überholt werden. Gut, wenn man das weiß kann man ja drauf achten sich bemerkbar zu machen.
Ganz anders war das Erlebnis etwas 20 Minuten später. Nach einem kurzen Abstecher zum Bäcker fuhr ich auf der Rothofstraße bergab (also nach Westen). Von der Abfahrt der B27 kommend scherte ein dunkler Mercedes hinter mir ein und bedrängte mich konstant. Da vor mir ein großer weißer Silolaster mit Münchner Kennzeichen fuhr, konnte ich auch nicht schneller fahren. (Beine und Fahrrad hätten noch locker 10 km/h hergegeben.) Nun ist die Rothofstraße aufgrund der Spurringen auf der Brücke für Radfahrer sowieso eher unschön zu fahren, aber eingeklemmt zwischen einem großen Laster und einem drängelnden Auto was bei knapp 30 km/h öfters einen Abstand von 50 Zentimeter unterschreitet wird einem dann doch mulmig.
Eine abwehrende Handbewegung und der Zuruf “halt Abstand, Mensch” würde mit diversen Beschimpfungen quitiert. Nicht schön und definitiv nicht so witzig wie die Walker, aber erträglich. Als wir an der Ampel zur Querstraße Friedrich-König-Straße / Paradiesstraße bei rote halten mussten erreichte der Tag um 17:52 seinen Tiefpunkt. Der Fahrer des schwarzen / antrazit-fahrbenen Mercedes Benz älteren Baujahrs stieg aus seinem Fahrzeug mit Kennzeichen “WÜ ZK 88″ aus und schrie mich an. “Was hast du gesagt?”. Auf die Antwort “halt Abstand, Mensch” achtete er garnicht, sondern brüllte unter den beifälligen Blicken seiner Beifahrerin weiter “Halts Maul. Du hast nix zu sagen. Halt die Fresse du Arschloch”. Zum Glück schaltete die Ampel wieder auf grün und ich flüchtete mich auf den Gehsteig der Laurentiusbrücke währender der rüpelhafte Fahrer sich aggressiv in die linke Spur Richtung Hettstadt drängelte.
Ob nun ein Zusammenhang zwischen der extremen Bräune des autofahrenden Proleten und seinen Verhalten besteht kann ich nicht sagen. Vielleicht liegt es auch daran daß er mit seinen gut zwanzige Jahren nur die Hälfte oder ein Drittel der Lebenserfahrung und Reife wie die Nordic Walker aufweist…