August 2011 – Weinblattstatus

August 31st, 2011 || 4 comments || permalink

oder: Hurra, hurra, der Herbst ist schon da. :-/

Heute Morgen war es kühl in meiner Wohnung. Ich hatte das Fenster über Nacht aufgelassen. Ende August, kein Problem – sollte man meinen. Denkste. Ein Blick auf die Wetterstation verriet, dass sich die Nachttemperaturen inzwischen schon im einstelligen Bereich bewegen. 9°C – im August! Man muss sich das mal vorstellen! Damals, als ich noch jung war, gab es Ende August bis Mitte September oftmals noch prima Badewetter. Nicht so dieses Jahr, und schon garnicht hier, in Würzburg. Seit ich nach Würzburg gezogen bin, weiß ich, dass es noch trostloser geht als “Neuburger Wetter”, v.a. im Herbst und Winter.

In Neuburg hat es gefühlt ein halbes Jahr Nebel, und dann kommt irgendwann im Frühjahr wieder die Sonne durch. In Würzburg hat’s gefühlt ein halbes Jahr einen Mix aus Nebel, Regen, Graupel (und manchmal sogar Schnee), grau-in-grau-mit-zuviel-Stadt-außenrum (also noch mehr grau und braun). In Würzburg, oder vielmehr ein klein wenig außerhalb Würzburgs, wo ich eben wohne, ist der Nebel besonders fies: Vom Main hochziehend, erstreckt er sich über die Wälder und Hügel, die an der Straße gelegen sind und es erinnert mich jedes Mal an ein schweizer Dorf mit dem Namen Les Diablerets.

Als ich vor vielen, vielen Jahren mal in Les Diablerets war, hingen dicke, fette Regenwolken und Nebelfetzen zwischen den Bäumen, den Häusern und überhaupt: über dem gesamten Tal. Wenn nicht der Regen dafür sorgte, dass man nass wurde, tat der Nebel sein Übriges. Idyllisch, schön und so weiter – aber nur, wenn man diese Kulisse aus sicherer Entfernung in einer trockenen, warmen, flauschigen “Stube” betrachten kann. Gerne auch mit Teetasse in der Hand, Kuschelsocken an den Füßen und Kaminfeuer im Hintergrund ;-)

Achja; Neuburg ist übrigens insofern besser, als es dort immerhin nicht dieses erdrückend grau-braun der Häuser+Stadt zu sehen gibt, sondern viel Landschaft außenrum für das Auge des Betrachters  eine Wohltat ist. Mal abgesehen davon: In Neuburg gibt’s – landschaftlich schön gelegen – eine Loipe, genaugenommen mehrere. Und wenn man Skifahren will, setzt man sich ins Auto, fährt ca. 1.5-2h und ist in den Bergen, die man – ganz nebenbei – bei gutem Wetter auch von Neuburg aus sieht. In Würzburg sieht man zwar Hügel, aber es sind halt Hügel, oftmals Weinhügel, nicht sowas Imposantes und Schönes wie die Alpen. Ich muss gestehen, dass die Alpenkulisse, die sich mir jeden Tag bot, wenn ich nach München pendelte, etwas ist, was ich toll fande und auch ein Stück weit vermisse. In der Dunkelheit losfahren, dann in den Sonnenaufgang fahren und die Alpen sehen, wenn man kurz vor Ankunft in München die Augen aufschlägt (übrigens nur empfehlenswert, wenn man Bahn fährt – also das mit dem Augen schließen). Das ist doch einfach großartig!

Aber zurück zum Würzburger Herbst: Dass es langsam aber sicher Herbst wird sehen nicht nur meine Temperatursensoren, sondern auch die Bäume so: Sie fangen langsam aber sicher an sich ins gelbliche zu verfärben. Vom Wein fang’ ich garnicht erst an, sonst fang’ ich nämlich im selben Atemzug mit den Winterdepressionen an: der Wein meint, dass es an der Zeit ist sich rot zu verfärben :-( Tief im Inneren hoffe ich natürlich darauf, dass der Wein sich wegen irgendetwas geschämt hat und deswegen die Blätter verfärbt…

Na hoffentlich bekommen wir wenigstens ‘nen warmen (ich würde mich schon mit 15-20°C zufrieden geben) trockenen und sonnigen Herbst. .oO( Oh Gott, wenn ich an den Winter denke… Grau-in-Grau, keine Farben, kein Licht, kalt, nass, … Igitt. ) Ich hätte jetzt, im August, schon Lust auf einen Adventskranz auf meinem Tisch. Da muss ich wohl noch so ~3 Monate warten, bis ich damit anfangen kann, aber ‘ne Kerze auf dem Frühstückstisch soll auch schön sein, habe ich gehört.

Würzburglandung.

August 21st, 2011 || 0 comments || permalink

Nächster Halt: Würzburg Hauptbahnhof. Ich renne aus dem Zug, den Bahnsteig entlang. Raus aus dem Hauptbahnhof. In den Bus. Ein Busfahrer, der gut auch als Türsteher arbeiten könnte ist das erste, was ich von Würzburg sehe, als ich hier wieder lande. Das zweite ist im Bus: ein Pärchen mit 2 Hunden, dazu rieche ich den penetranten Geruch von Alkohol, der von den beiden Menschen ausgeht. Alkohol und Zigarettenrauch. Die Zunge des Manns ist ziemlich schwer, er lallt und verlangt nach der Flasche. Mitten im Bus. Die Frau beruhigt ihn, er wirkt wie ein nörgelndes, weinerliches Kind. Sie belästigen nichts und niemanden, außer mich – durch den Geruch.

Ich steige aus dem Bus und laufe erstmal in Richtung Wohnung.  100 Meter vor dem Platz mit den Müllcontainern rieche ich schon den unverwechselbaren Gestank von Rest- und Biomüll im Sommer. Ohja, so muss Sommer riechen. Sollte ich jemals eine Leiche auffinden, die schon vor sich hinverwest, dann wird sich mir der Geruch vermutlich ins Gedächtnis brennen und ich ihn nie wieder loswerden. Ich hoffe ich finde nie eine.Weiter, immer weiter, zur Wohnung. Das Sirren eines Staubsaugers und das hohe Fiepen der defekten Heizungsanlage begleitet mich ins Haus. Ich schließe beides aus. Nichts von Belang im Briefkasten.

In der Wohnung angekommen durfte ich erstmal das Telefon fixen. Nachdem ich das richtige Kabel mit einigen Schimpfwörtern bequasselt habe, und ihm Gewalt androhte, funktioniert mein Telefon wieder. Schnell den Rucksack ausgepackt, die Wäsche sortiert etc. – alles innerhalb von 60 Minuten. Routine, so langsam entwickle ich sie.

Und nun sitze ich hier, höre die Grillen zirpen. Kein Stern ist am Himmel zu sehen. Die Luft, die von draußen reinkommt ist auch nicht angenehm – als ich die Fenster öffnete, fühlte ich mich, als hätte ich versehentlich die Türe des Geschirrspülers geöffnet: ein Schwall feucht-warmer Luft schlug mir entgegen. Und morgen soll’s 31°C werden – und einige Regenschauer geben. Na denn: Prost, Mahlzeit.

Herbstwetter

August 8th, 2011 || 0 comments || permalink

Da draußen strahlt die Sonne vom Himmel, es ziehen schnell die Wolken vorbei und ich höre – bereits ganz herbstlich – den Wind um die Häuserecken pfeifen. Ich frage mich unweigerlich, ob ich, wenn ich jetzt aufs Rad will, mir vielleicht noch ‘nen Besen und ein großes Bettlaken mitnehmen will, sodass ich zumindest in eine Richtung das Strampeln sparen kann. Dann vielleicht noch ein Rucksack, dann steck’ ich den Besen zwischen Rucksack und Rücken und lass mich treiben… Klingt das nicht vielversprechend? :)

Where Am I?

You are currently browsing entries tagged with Wetter at karnaya universe.

Switch to our mobile site