Rückblick
2000-2010 war ein besch… Jahrzehnt für mich, und 2010 war so ziemlich das Schlimmste/die größte Krise, wobei 2001 und 2010 schlimm waren, aber aus unterschiedlichen Gründen. Nicht, dass 1990-2000 jetzt toll war, aber auch das hat wieder unterschiedliche Gründe. Aber gut, ich lebte schon mit meinen 26 Jahren ein Leben der Extreme und bekomme und bekam immer wieder gesagt, dass ich ein Buch schreiben soll, weil ich ja schon so viel erlebt habe. Auch Leute, die über 45 sind, sagen zu mir: “Mensch Mädel! – Ich dachte immer, dass *ich* viel erlebt hätte, aber jetzt bin ich sprachlos!” Vielleicht sollte ich tatsächlich mal ein Buch schreiben, oder besser noch: mehrere, aber nicht nur über mein Leben, wie es bisher war, sondern auch über andere Sachen
2010: das Jahr voller Verluste und Schicksalsschläge. Das Jahr um einen harten Kampf auszutragen. Das Jahr um zu wachsen, erwachsener und alberner gleichzeitig, glücklicher, härter und ausgeglichener zu werden. Das Jahr, in dem meine Werte und mein Leben auf einen Prüfstand mussten und überflüssiger Ballast abgeworfen wurde.
Zahn-OPs & Trennung
Nachdem ich mich Anfang September von meinem nun-ja-Exfreund getrennt habe (wir sind immer noch gute Freunde), habe ich erstmal einige (viele) Zahn-OPs über mich ergehen lassen (und die kläglichen Überreste der Zahnbehandlungen (“das Schlimmste liegt hinter mir!”) muss ich 2011 immer noch über mich ergehen lassen – aber immerhin bin ich zum ersten Mal seit 5 Jahren wieder schmerzfrei!!!), bin viel gereist, war von Sept-Nov. quasi fast jedes WE unterwegs (Berlin, Effelsberg, Neuburg, Ingolstadt), nur nicht in Würzburg.
Aufräumen
Irgendwann, das muss so Mitte-Ende Nov. gewesen sein, hörte das Reisen genauso schnell wieder auf, wie es angefangen hat und aus dem “vielen Reisen” wurde ein “viel Aufräumen”, was sich bis Mitte Feb. 2011 hinzog. Ich fing damit an den Gewürzschrank aufzuräumen. Nachdem dieser fertig war, ging es weiter: Vorratsschrank. Geschirrschrank. Wohnzimmer. Wohnzimmerschrank. Bücherregal. …
Ich habe seitdem so unendlich viel Zeug aus meiner Wohnung geschafft, dass ich es nicht in Worte fassen kann. Ich meine: ich hatte nie eine Wohnung, von der man behaupten konnte, dass ein Messie drin hauste oder so. So schlimm war es nicht/nie, aber ich hatte keine Wohnung, wie ich sie *jetzt* habe. Jetzt habe ich eine saubere, relativ minimalistische Wohnung, in der aber doch nichts fehlt.
Heh, ich habe mein Schlafzimmer, mein Wohnzimmer, meine Küche, meine Vorratsschränke, sämtliche Ablageflächen, meine Pflanzen, meinen Arbeitsplatz und meine Abstellkammer aufgeräumt! Menschen beklagen sich immer, dass sie ja erst aufräumen müssen, bevor sie den Vermieter reinlassen können etc. – dieses Problem habe ich nicht mehr. Ich könnte ihn jetzt jederzeit unangekündigt reinlassen. Einzig und allein im Bad sieht’s schnell ein bisschen schmuddelig aus, das liegt aber daran, dass man auf weißen Fließen einfach Staub schon nach 24h sieht (und ich mich weigere zum Putzteufel zu verkommen!)
(Selbst)erkenntnisse #1
Ich war nie der Typ für Beziehungen – was jetzt nicht heißt, dass ich der Typ für ONS, Affären, Kurzzeitbeziehungen oder sonstwas bin. Ich bin eher der Typ “Single”, “damals” (Sept-Nov/Dez) war ich allerdings nicht wirklich glücklich, wenn man das mal etwas untertreiben darf (drastischer ausgedrückt: ich war *ENORM* unglücklich).
Pläne? Welche Pläne? – Und wie ich wieder welche entwickelte
Mein unglücklich-sein war so extrem ausgeprägt, dass ich mich entschlossen hatte “ab sofort” keine Pläne mehr zu machen und nur noch von einer Sekunde zur nächsten lebte. Wenn ich aufstand, wusste ich nicht, was ich 2 Minuten später machen würde. Ich wusste nichts mehr. Ich hatte nur dieses unbändige Verlangen danach reisen, und später – als die “Reisephase” vorbei war – dann aufzuräumen. Inzwischen mache und habe ich wieder Pläne, auch wenn ich – nach wie vor – mehr “im Moment” lebe. Ich habe mir irgendwann ein T-Shirt von NIKE gekauft: “JUST DO IT”.
Was nützt es, wenn man Pläne hat, aber diese eben nur Pläne bleiben? Ich habe in dieser Zeit gelernt: “LEBE den Moment, egal wie schlecht oder gut dieser ist oder dir gerade vorkommt”. Die Pläne helfen nur dabei die Anzahl der schönen Momente u.U. zu steigern.
Ein einfaches Beispiel: wenn du dich in deiner Wohnung nicht mehr wirklich wohl fühlst, dann finde raus, wieso das so ist. In meinem Fall war es einfach: es herrschte zu viel Chaos (aka: zu wenig Struktur), und sie war einfach zu voll, was mir aber noch nicht klar war, als ich anfing aufzuräumen. Dennoch musste ich aufräumen, obwohl ich aufräumen aus tiefstem Herzen HASSE und mir lange Zeit nicht klar war, wieso ich überhaupt das Verlangen hatte aufzuräumen. Es geht nicht darum, was wir lieben oder hassen, sondern es geht darum, was getan werden muss um einen Soll-Zustand zu erreichen.
Altes durch Besseres ersetzen und Träume entwickeln
Es wurde selbst Hardware (“alter Rechner”) gegen was Neues (“NAS-System mit RAID”) ersetzt, ich habe mir noch mehr techn. Spielzeug (Netbook) gekauft, damit ich auch auf Reisen arbeiten/schreiben/lesen/Musik hören kann. Ich habe mir endlich einen DVD-Player gekauft, damit ich auch mal gemütlich ohne meinen lauten Laptop anschalten zu müssen, Filme gucken kann. Ich habe mir eine Unmgenge an Bücher gekauft, durch die ich mich nach und nach durchlesen werde. Ich habe mir viele Bücher zum Englisch-Lernen gekauft. Ich habe mir viele Bücher zum Zeichnen gekauft (“wie zeichne ich richtig, blablabla”), und ich habe mir Skizzenblöcke und (Blei)stifte gekauft
(Selbst)erkenntnisse #2
Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, was mir im Leben wirklich wichtig ist und was ich noch erleben möchte. Ich habe mir eine Liste gebaut, wohin ich noch reisen möchte. Ich habe mir eine Liste gebastelt, welche Anforderungen ich an *meinen* Traummann habe (Bewerbungen unerwünscht – tschuldigung, das muss man manchmal sagen, v.a. in der “IT-Szene”)
Musik & wie ich Stück für Stück wieder ins Leben zurückfand
Irgendwann (die Amazon-Bestellhistorie meint am 12. Nov.) habe ich mir das Album “Red Box” von “Die Happy” gekauft. Auf diesem Album ist der Song “Survivor” enthalten. Der Song, den ich mir anhörte, bis er mir in Fleisch und Blut überging und irgendwo nicht nur mein ständiger Begleiter wurde, sondern der Song, von dem ich es schaffte, dass er Realität wurde:
Now that you’re out of my life
I’m so much better
You thought that I’d be weak without you
But I’m stronger
You thought that I’d be broke without you
But I’m richer
You thought that I’d be sad without you
I laugh harder
You thought I wouldn’t grow without you
Now I’m wiser
Thought that I’d be helpless without you
But I’m smarter
You thought that I’d be stressed without you
But I’m chillin’
You thought I wouldn’t sell without you
Sold 9 million[Refrain]
Thought I couldn’t breath without you
I’m inhaling
You thought I couldn’t see without you
Perfect vision
You thought I couldn’t last without you
But I’m lastin’
You thought that I would die without you
But I’m livin’
Thought that I would fail without you
But I’m on top
Thought it would be over by now
But it won’t stop
Thought that I would self destruct
But I’m sill here
Even in my years to come
I’m sill gon’ be here[Refrain]
I’m wishin’ you the best
Pray that you are blessed
Bring much success, no stress, and lots of happiness
I’m not gon’ blast you on the radio
I’m not gon’ lie on you and your family
I’m not gon’ hate on you in the magazines
You know I’m not gon’ diss you on the internet
Cause my mama taught me better than that
After all of the darkness and sadness
Soon comes happiness
If I surround myself with positive things
I’ll gain prosperityRefrain:
I’m a survivor
I’m not gon’ give up
I’m not gon’ stop
I’m gon’ work harder
I’m a survivor
I’m gonna make it
I will survive
Kepp on survivin’
I’m a survivor
I’m not gon’ give up
I’m not gon’ stop
I’m gon’ work harder
I’m a survivor
I’m gonna make it
I will survive
Keep on survivin’
(Selbst)erkenntnisse #3 und Persönlichkeitsentwicklung
Seit der Trennung habe ich einige sehr wichtige und (für mich) beeindruckende Erkenntnisse und Eigenschaften gewonnen und/oder verstärkt. Mir wurde schon vor der Trennung gesagt, dass ich “hart” (zu mir) bin, weil ich z.B. in einem Jahr über 20kg (some more to go!) abgenommen habe, diszipliniert esse, Sport mache usw.. (Ich möchte hierbei betonen, dass ich nicht zuviel gegessen habe, sondern mein Gewicht durch Medikamentennebenwirkungen in die Höhe geschossen ist und ein ungesunder/extremer Lebenswandel während meiner Ausbildungszeit auch nicht ganz unschuldig war!) Ich könnte inzwischen jemanden, der mich nach meinen Eigenschaften fragt, relativ problemlos sagen, wie ich bin und das mit Beispielen belegen, es könnte höchstens passieren, dass ich die Hälfte vergesse.
Ein Beispiel gefällig? – Ich bin extrem willensstark, diszipliniert, zäh, ausdauernd. Wenn ich das nicht wäre, würde ich jetzt nicht an der Stelle meines Lebens sein, an der ich bin. Wäre ich all dies nicht, würde mein Leben komplett anders aussehen, ich wäre höchstwahrscheinlich keine ITlerin, und ich wäre v.a. auch nicht glücklich, denke ich. Ich hätte vermutlich ein “normaleres” Leben als das, welches ich lebe, und ich denke, dass das Leben, welches ich dann hätte, keines wäre, welches mich glücklich machen würde/herausfordern würde.
Wenn ich ein anderes Leben (z.B. als Bürokauffrau oder IT-Systemkauffrau) leben würde, würde ich wohl jetzt nicht in diesem Blog schreiben, sondern hätte vielleicht einen Ehemann, und einen Hund (ich habe nichts gegen einen Ehemann, so prinzipiell, aber ein Hund oder eine Katze? – Neeeee, Vögel+Hamster sind da unkomplizierter). Wenn ich Bürokauffrau oder was-auch-immer wäre, würde ich wohl einen “nine to five”-Job haben, Tag für Tag graue Kostüme tragen, mich langweilen, abends zu “meinem Mann” heimkommen und mir Gedanken darüber machen, wann ich in Rente gehe.
Lebenspläne und -Entwicklungen
In meinem Leben, das ich jetzt lebe, mache ich mir eher Gedanken darüber, wie ich meinen Sport, das Abnehmen, das Essen (ich bin Genießer und koche, wenn/wann immer möglich, selbst), meine Termine, das Englisch-Verbessern (ich will das C1, besser C2-Niveau erreichen), das Fotografieren, das Schreiben (ich schreibe viel, nur nicht unbedingt online), das Zeichnen, das Designzeug und das Reisen unter einen Hut bringen soll
Außerdem muss ich mir – berufsbedingt- Gedanken machen, was ich mir für Hardware aussuchen will, welche Fachbücher ich will etc. – das sind Luxusprobleme, also keine “Probleme”. — Ich lebe und entscheide so, wie ich es in dem Augenblick, zu dem ich mich entscheiden muss, für richtig halte, auch wenn das u.U. mit meinen Plänen kollidiert.
Seit in etwa Weihnachten 2010 sprühe ich vor Kreativität und Energie. Ich fuhr Weihnachten zu meinen Eltern und nach der ersten Nacht daheim wachte und stand ich viel zu früh nach viel zu wenig Schlaf auf, setzte ich mich erstmal ~1h hin, und entwarf “mal eben so” ein Konzept für eine Idee, die in meinem Kopf herumschwirrt. Es blieb nur nicht bei diesem einen Konzept, viele weitere folgten, ich habe insgesamt über 30 Seiten Papier voller Sketches, Präsentationsentwürfen, Ideen. Dabei ist nicht inkludiert: das, worüber ich schreibe (online, offline, handschriftlich), Fotos, die Ideen, die in meinem Kopf herumschwirren, aber noch nicht zu Papier (oder wenn, dann nur stichpunktartig) gebracht wurden…
2011, aktuelle Entwicklungen
“Neujahr”. Neues Jahr, neues Glück. Ein paar Überreste von 2010 sind noch da und wollen beseitigt und bewältigt werden, aber das klappt, da bin ich mir sicher. Ich *LEBE* wieder. Ich bin wieder da! I GOT MY LIFE BACK! das Jahr, in dem alles besser gut wird. Es gibt keine anderen Optionen, aber es gibt viele mögliche Optionen um ein großartiges Leben zu leben, und diese tun sich gerade auf!
In *MEINEM* Leben, das ich jetzt lebe, bin ich glücklich, unabhängig von äußeren Einflüssen. Ich leben den Moment. — Ich glaube diese Aussagen können so nur sehr wenige Menschen unterschreiben.
Ich denke – nein, ich mache – jetzt erstmal einen ausführlichen Finanzplan und räume da auch noch Überflüssiges auf. Viel Reisen heißt: viel Geld ausgeben. Achja, ich kaufte mir nach meinem Berlin-Trip im Nov. erstmal eine BC25 – im Dez. dachte ich, dass ich das Geld umsonst ausgegeben hatte, weil ich weniger reiste. Seit einem Monat bin ich wieder unterwegs und auf Bahnhöfen und Straßen anzutreffen – YAY!
Keine Ahnung wo, wann und wie das endet.
Mein aktueller “Lebenssong” ist (neben “Die Happy – Survivor”) eindeutig “Daft Punk – Harder, Better, Faster, Stronger”:
Work It
Make It
Do It
Makes Us
Harder
Better
Faster
Stronger
More Than
Hour
Our
Never
Ever
After
Work it
OverWork It Harder Make It Better
Do It Faster Makes Us Stronger
More Than Ever Hour After
Our Work It Never Over
So long, life long and prosper!