24h Produktivität

April 10th, 2010 || 1 comment || permalink

… oder so. Gestern Abend habe ich mich hingesetzt, Finanzverwaltungssoftware ausgetestet und anschließend die Daten der vergangenen Monate eingegeben.

Meine Wahl fiel für eine “Haushaltsbuchverwaltung mit integriertem Online-Bankingmodul” übrigens auf Buhl WISO Mein Geld 2010 Standard, nachdem ich über StarMoney geflucht habe (das Interface ist unübersichtlich, überladen, und unkomfortabel, außerdem sieht Mein Geld auch moderner aus) und mir dachte “nee, dann kann ich gleich bei der MoneyManagerEX und Hibiscus/Jameica-Kombination bleiben”.

Ein sehr, sehr großer Vorteil von Mein Geld ist eindeutig, dass die Software schon viele Positionen “kennt” und automatisch richtig kategorisiert. D.h. z.B., dass “REWE” unter “Haushalt” kategorisiert wird, oder solche Sachen wie Abbuchungen von den Stadtwerken, Verwendungszweck: XYZ, STROM als “Strom” eingeordnet wird. Der arme Mensch, der die Regexp schreiben durfte ;-) All zu häufige Abstürze habe ich auch nicht, was bei meinem Talent ja ein echtes Qualitätsmerkmal ist. Falls ich doch mal ‘nen Absturz habe, ist es (hoffentlich) auch nicht so schlimm: man kann einstellen wie oft man sichern möchte (minütlich! z.B.) und wie viele Backupstände man aufbewahren möchte…

Nachdem ich also den Samstagmorgen bis ca. 00:30 vor dem Rechner saß und das Chaos der vergangenen Monate versuchte zu beseitigen (darf ich an dieser Stelle auf den Datenverlust durch einen Bug hinweisen?) dachte ich mir: “dann kann ich auch gleich die Steuererklärung machen” (nach dem Aufstehen, wohlgemerkt). Machte ich dann auch. Jetzt muss ich sie nur nochmal in Ruhe überprüfen, und abgeben! Juhu, ein Jahr Ruhe!!!

Um etwas, was ich schon ca. 2 Jahre rausgeschoben habe, habe ich jetzt auch angefangen mich zu kümmern. Vielleicht klappt es jetzt tatsächlich mal… Wir werden sehen…

Nach dem Öffnen des Handbuchs für WISO Mein Geld weiß ich jetzt im Übrigen, wie saubere, verständliche Dokumentation auszusehen hat. Ich werde diese Erkenntnis und dieses Handbuch als Inspiration nutzen.

Erwähnte ich eigentlich je, dass ich es als Herausforderung empfinde, eine gute (Software-)Dokumentation zu erstellen? – Ihr dürft mich jetzt ruhig “seltsam” nennen, aber es ist einfach irgendwo befriedigend einer Arbeit nachzugehen, bei der man akribisch sein muss, verschiedene Blickwinkel einnehmen muss.

Ich glaube es sind Fragen, wie die folgenden, welche man – oder zumindest ich – sich stellt, wenn man schreibt: Was sind das denn überhaupt für Leute, die das Handbuch lesen werden und welche Kenntnisse haben sie? Verstehen sie das, was ich da schreibe? Ist das, was ich schreibe, detailiert und verständlich genug? Wie könnte ich es für Zielgruppe 1 verständlicher erklären? Stimmt denn überhaupt noch, was bisher in der Dokumentation stand? Kann ich das irgendwie kaputtspielen? Kann der Kunde irgendwelche seltsamen Phänomene hervorrufen, wenn er sich nicht exakt an die Doku hält (oder noch schlimmer: wenn er sich exakt an die Doku hält, aber die Software sich nicht an die Doku hält (Bugs!!!))…

Backup-Solutions, Usability-Rant und 2 Wochen Frust

April 20th, 2008 || 0 comments || permalink

Erstmal zum Usability-Rant von Patsy Jones, der mich überhaupt dazu brachte, mich nach 2 Wochen Frust, Geheule und Aggros hinzusetzen und diesen Frust auszukotzen.

Ich unterschreib’ diesen Rant so. Nicht nur was Websites angeht, sondern generell was GUIs angeht, oder Hard- und Software. Die Leute sollten anfangen a) zu denken, b) vernünftigen Kram in vernünftiger Qualität zu produzieren, c) ihren Mist zu testen, d) dann auf den Markt zu schmeißen. Genau in dieser Reihenfolge. Was sonst rauskommt, sieht man an Hand des folgenden Falles, oder auch an Hand meiner Odysee mit dem Belkin-KVM-Switch, der broken by design war und deswegen unter Linux nicht so funktionierte, wie es logisch und richtig gewesen wäre.

Ganz schlimm isses scheinbar übrigens im “Business-Bereich”. Man betrachte die Websites von gaaaaaaaanz großen Firmen auf internationaler Ebene… Nicht nur, dass man sich durch Menüs hangeln muss, bis zum Sankt-Nimmerleinstag,… Nein, man ist dank des Business-Kauderwelschs, welches irgendwelche Marketingfuzzies verbrechen, nach dem Durchlesen der Website genauso schlau wie vorher. Kurz: man weiß immer noch nicht die Unterschiede zwischen Version Standard, Version Premium, Version “einfach-nur-Produkt”, Version XYZ Agent, Version XYZ Reporter…

Man schreibt – abermals nach einer halbe Stunde hangeln durch Spasti-Bunt-Blink-Business-Websites eine Mail – nicht via Mail-Client, sondern via Webformular, in welchem erstmal irgendwelche Marketingfuzzies einen anhaken lassen, dass man kein Terrorist ist, keine Länder unterstützt (oder auch nur Handel mit denen treibt), die als “terroristisch” oder “terroristenfreundlich” eingestuft werden… Sie wollen auch noch wissen, wie viele Mitarbeiter die Firma denn hat, in welcher Position man sich befindet, ob man Entscheidungsträger ist, bis wann denn $ULTIMATE_FRICKELSOLUTION angeschafft werden soll, auf welchen Systemen… Kurz: sie wollen ALLES wissen. Zwingend. Nicht etwa optional. Dazu muss man dann nur schlappe 3 – 5 Seiten (je nach Frickel-Solution-Produzent) ausfüllen, damit der Marketingbrabbler am anderen Ende der Leitung auch auf einen zugehen kann. BLAH!!! Und das alles über ein bescheuertes, schwules, asoziales Webformular.

Am Ende dieses Prozesses gibt es dann die Möglichkeit endlich auch noch die verdammte Trial-Version (die man ja runterladen und installieren muss, um mehr zu wissen) runterzuladen. Mit dem Business-Download-Manager, welcher in Java geschrieben wurde. Brechend langsam ist. Ach ja, wenn man eine andere Version der Frickelsolution++ haben möchte (nicht nur “Server”, sondern evtl. “Server Premium”, weil sind ja andere Versionen – die nicht erklärt sind) muss man abermals diese gottverdammten 5 Seiten Marketinggefurze durchackern. “Ja, meine Schuhgröße befindet sich innerhalb der Norm. Weiter. Nein, ich bin kein Terrorist. Weiter. Nein, ich bin kein Schlips. Weiter. BLAH!!!!!!!!!!!!!!!!!!!”

Weitere 10 Minuten später stellt man fest, dass diese zum Download angebotene “andere Version” der selbe Download ist wie die Vorgängerversion. Juhe, ich habe einen Fehler gefunden… Das sollte so nicht sein. Man schreibt also nochmals eine Mail… (auf die man nach einer Woche immer noch keine Antwort hat)

Des Weiteren – da man nicht schlauer wurde – schreibt man Fragen an den Support. Man erhält auch Antworten. Die mit den Fragen rein nichts, aber auch absolut und rein GARNICHTS!!!!!!!!!! zu tun haben. Buzzword-Hunting-And-Clicking. Eine weitere Mail später, nachdem man (noch halbwegs freundlich) darauf hingewiesen hat, dass a) “Sandra” ein WEIBLICHER Vorname ist, und man deswegen kein “Herr Dismar” ist, und b) die Antworten mit den Fragen rein garnichts gemein hatten, erhält man diese Mail:

Also welche genauere Information brauchen Sie eigentlich von diese versionen
- Version1, – Version2, – Version 3

Die Lizenzen dafuer oder die Funktion oder??Bitte erlauetern Sie uns naeher darueber!

Man denkt sich: “ARGH, wie soll ich es denn noch schreiben?!!!!” und kopiert nochmal das bereits Geschriebene in die Mail. Man erhält daraufhin die Antwort:

Treten Sie bitte ueber Ihre aertliche Supportnummer (telefonisch) mit uns in
Verbindung. Sie koennen eine Liste der Supportnummern an unserer
Support-Website finden:…

Zur sofortigen Bearbeitung komplizierter Probleme und Fragen, wenden Sie
sich bitte an unseren telefonischen Kundendienst. Eine Liste Telefonnummern
für diesen Kundendienst befindet sich auf unserer Support-Webseite:

Man fangt ernsthaft an, an sich zu zweifeln. Man zweifelt jedoch noch mehr an der Intelligenz und den Kommunikationsfähigkeiten seines Gegenüber. Man fängt an mit Schaum vorm Maul am Rechner zu sitzen, bedrohlich zu knurren und die Antworten auf der Tastatur einzuhämmern, sodass der Kollege sich beschwert und fragt, ob man nicht leiser tippen kann. Offensichtlich nervte es nicht nur, sondern er machte sich auch Sorgen um meine Tastatur.

Man beschließt – nachdem man auf den Deadlink aus der Mail geklickt hat, man sich durch die furchtbare Seite gehangelt hat (um dann letztendlich auf die Seite zu gelangen, die wohl evtl. in der Mail hätte verlinkt werden sollen) und das Gegenüber offensichtlich nicht dazu in der Lage ist, einen zu verstehen, die Hotline anzurufen.

Man wählt. Erträgt 15 Minuten langes Gedüdel allerfeinsten Pops (FOLTER!!!!!!!!) und wird zu einem Support-Mitarbeiter, der einen unverkennbaren östlichen Akzent und einen ebensolchen Nachnamen hat. Man stellt seine Fragen (kurz: liest seine Mail vor) und wird daraufhin mit den Worten “das kann Ihnen sicher der Vertrieb beantworten” abgespeist. Außerdem muss man mal wieder seine Kontaktdaten abgeben. Man buchstabiert den Firmennamen. Man buchstabiert seinen Nachnamen. “Der Vertrieb wird sich spätestens morgen bei Ihnen melden.” – Prima.

Drei Tage später: der Vertrieb hat sich immer noch nicht gemeldet. Man ruft abermals die Hotline an, würde den Hörer am liebsten mit rosa Plüsch umwickeln, damit er zum Gedüdel der Musik passt und die Kollegen den offensichtlich angewiederten Gesichtsausdruck richtig zuordnen können… Man brabbelt wieder seinen Text aus der Mail runter und bekommt den Anruf eines Technikers versprochen und zwar spätestens übermorgen. Prima. Es ruft auch jemand an – übermorgen. Die Fragen konnte diejenige Frau auch nicht beantworten. Aber sie wollte mir Infomaterial an meine E-Mail-Adresse zukommen lassen (das war Donnerstag oder Mittwoch vergangener Woche). Dabei stellte sie fest, dass die angegebene Mail-Adresse und Firmenname nicht stimmte – offensichtlich ist selbst der 4-Buchstaben-Firmenname in BUCHSTABIERT!!! zu anstrengend und eine zu hohe geistige Hürde für die Supportmitarbeiter gewesen.

Man guckt sich nach dem Telefonat schonmal bei der Konkurrenz dieser Firma um. Man findet Informationen auf einer Website, die übersichtlich und informativ ist. Auf einer Website, die einen nicht mit Business-Bling-und-Gesäusel erschlägt. Man findet nach 3 Mausklicks die Informationen, die man benötigt. Man muss sich registrieren, um die Trials herunterladen zu können und man muss keinen Informations-Striptease veranstalten, lediglich manche Informationen wie “Ansprechpartner, E-Mail, Telefon” sind zwingend. Der Rest optional. Und das Tollste: diese Software hat die gewünschten Funktionalitäten, zu einem attraktiveren Preis, mit vermutlich besserer Performance etc. als das Konkurrenzprodukt. An dieser Stelle muss ich mal den Namen der Firma, die die Backup-Software erstellt, erwähnen: Acronis. Endlich eine Firma, die es richtig macht.

Achja, auf die Informationen von der Konkurrenzfirma warte ich immer noch. Ich fürchte ich werde auch bis zum Sankt-Nimmerleinstag darauf warten… Soll mir egal sein…

Mordgelüste #3919

February 27th, 2008 || 8 comments || permalink

Diesmal: Microsoft,  Internet Explorer. Man testet ein Template für den Firefox, für Opera, für den IE 7. Alles soweit flauschig.

Man verwendet IE5.0, IE5.5, IE 6.0 und würde dem nächsten verfügbaren Menschen am liebsten anfauchen, und droht den Monitor zu erwürgen, weil man sich vorstellt, das wäre der Verantwortliche, der so ein Stück Software-Müll verbrochen hat.

Kotzen!!!

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