8 Monate ist es her, seit ich mich von meinem Ex-Freund getrennt habe.
In der Zwischenzeit ist viel passiert:
viele Zahnarztbesuche (über ein Jahr lang Stammkunde beim Zahnarzt gewesen)
Zahnschmerzen beseitigt, eine höhere Lebensqualität erreicht, und mit 35 darf ich, wenn es so weitergeht, endlich meinen Tauchschein machen
Berlin, Festival of Lights 2010
Effelsberg, Radioteleskop
zu wenig Sport (weil Zahnarztdinge – das muss sich wieder ändern, deswegen: Tausche Zahnarztbesuche gegen Fitnessstudiobesuche)
ICE und BC25 für mich entdeckt
oft daheim (in Neuburg) gewesen
Wohnung aus-/umgeräumt und neu gestaltet/eingerichtet (zuhause, d.h. in Würzburg)
kochen gelernt (naja, ich bin im Begriff dies zu tun) und für mich entdeckt (meistens)
Musikgeschmack erweitert
interessante Menschen getroffen und viel mit denen gequatscht und teilweise gereist
einen Improtheaterkurs besucht (nichts für mich)
lange Schneewanderungen gemacht
mal wieder Langlauf probiert
mein Englisch mal wieder “live” getestet
“meine” Form der (Kurz-)Dokumentation kennengelernt (“Visualisierungskram für Erwachsene” – nicht, was ihr jetzt schon wieder denkt!)
viele Stärken kennengelernt
Dinge in den Griff bekommen, mit denen ich seit Jahren/mind. einem Jahrzehnt kämpfe
mir mein Homeoffice daheim eingerichtet
in einem halben Jahr öfters Essen gewesen, als all die 26 Jahre davor – zumindest fühlt(e) sich das zeitweise so an
mehr Leute getroffen, als all die 26 Jahre zuvor, und (gute) Freunde, sowie Gleichgesinnte gefunden – und diese Leute leben quer über diese Welt verstreut, manche leben sogar in .de / manche trifft man sogar in RL irgendwann (z.B. einen Russen, der seine Reise am schwarzen Meer begann, über Polen und Deutschland in die Niederlande reist um dort auf einer Konferenz einen Vortrag zu halten)
meine Kreativität wiederentdeckt (wo war sie nur, all die Jahre?)
zum ersten Mal alleine gelebt – in einer (immer noch) fremden Stadt, und mich der Herausforderung des “mit Wänden sprechens” zum Glück nicht stellen müssen: meine Wellensittiche begrüßen mich mit Zwitschern, sobald ich in die Wohnung komme und pfeifen mit mir. Was bin ich froh über diese beiden fröhlichen, buntgefiederten (zumindest einer ist bunt, der andere ist grau ) Mitbewohner.
… sollte ich auch mal auf meine TODO-Liste setzen. *ins Nichts gesagt*
Die nächsten Wochen sehen folgendermaßen aus (Wege von/zur Arbeit, ins/vom Fitnessstudio, zum/vom Supermarkt etc. nicht mitgerechnet, genausowenig spontane “ich muss aber jetzt noch mal eben nach Ort XYZ”-Anfälle)
~340 km (Zug)
~460 km (Auto)
~1200 km (Bus)
=~2000 km bis einschl. 6.6. sind schonmal fest eingeplant. Und um diese km zurücklegen zu können, muss ich erstmal Vorbereitungen treffen. Meine TODO-Liste sieht für die nächsten Wochen wie folgt aus:
Maßnahmen ergreifen, um eine Intelligentwerdung des Kühlschrankinhalts zu vermeiden
Sport (3x Ausdauer, 2xKrafttraining)
Steuererklärung fertig machen (v.a. diese 2 Milliarden Zettelchen und Kontoauszüge kopieren,…)
beim Finanzamt vorbeischlappen, Steuererklärung abgeben und mit dem großen Stapel Ausgedrucktem/Kopiertem winken
mir rudimentäre Kenntnisse einer seltsam auszusprechenden Fremdsprache (kroatisch) beibringen (ich habe die Theorie, dass Schwaben sich hier bei der Aussprache leichter täten: ganz viele “sch”-Laute in den Wörtern)
evtl. einen “Tourist-Guide” (aka: einen Einheimischen) für vor Ort suchen, mit dem ich mich treffen kann, und mit dem ich Kaffee trinken und fotografieren gehen kann
Leute treffen (und selbst “Tourist-Guide” spielen)
eine Mitfahrgelegenheit nach $Ort suchen/finden/koordinieren
Mitfahrer nach $anderer_Ort finden/koordinieren (und eine Mitfahrgelegenheit anbieten)
Mitfahrer nach $nochmal_anderer_Ort finden/koordinieren (und eine Mitfahrgelegenheit anbieten)
Mitfahrer nach $wieder_zurück_nach_Würzburg finden/koordinieren (und eine Mitfahrgelegenheit anbieten)
Einpacken, auspacken, umpacken, neu packen, wieder packen, zwischendurch mal:
Wäsche waschen
GPS mit neuem Kartenmaterial versorgen
die Lebensräume meiner tierischen Mitbewohner säubern
meinen eigenen Lebensraum säubern (Klo, Bad putzen, Abfluss reinigen, Staub wischen, saugen, hab-ich-was-vergessen?)
Müll runterbringen, um eine Entwicklung von intelligentem Leben im Mülleimer zu vermeiden
Pflanzen gießen
Spionagemaßnahmen einleiten
Fotografieren
mich um meine Ausrüstung (Kamera, Handy, GPS, “tragbares Instrument mit Tasten”) kümmern
Ach ja, zwischendurch arbeite ich auch noch hin und wieder mal so ein bisschen, und zum Essen, Schlafen, Duschen und Atmen komme ich auch noch – hin und wieder ein bisschen.
Und irgendwann wird alles gut – man muss nur feste dran glauben und auf Eintreten des Zeitpunkts “irgendwann” warten. In diesem Sinne: “Mögest du in interessanten Zeiten leben.” (und die nächsten 2-3 Wochen irgendwie überstehen – ich habe noch keinen konkreten Plan *wie*) Und all das macht ein einzelner ruhiger, introvertierter Nerd – man mag’s kaum glauben .oO( “nur die Harten kommen in den Garten” ) Mal abgesehen davon, dass ich die letzten Monate sicherlich auch so ~10 000 km gesammelt habe (überwiegend mit der Bahn, aber auch mal mit dem Auto)
Immerhin hab’ ich da aktuell(?) Spaß dran – is’ ja auch was wert. Mal abgesehen davon, dass es überhaupt nicht schadet, dass ich aus meinem Schneckenhaus rauskomme, einiges lernen kann, und dieses Wissen mir für viele Sachen nützlich sein kann. (Dinge über und fürs) Leben lernt man am Besten auf der Straße/im Zug/im Flugzeug/im Bus. Abgesehen davon stelle ich hier quasi unter Beweis, dass ich wirtschaftlich denke (Mitfahrer suchen), planen/organisieren kann (Mitfahrer koordinieren), Zeitpläne einhalten kann, belastbar bin und mit unterschiedlichen Situationen zurechtkomme. Wenn das mal nix ist…
Egal wie stressig die nächsten Wochen werden: ich hab’s lieben gelernt, das Leben und dieser Song ist toll:
Ich war am Wochenende in Berlin. In Berlin gab’s viel zu sehen und zu entdecken, schon allein deshalb, weil es das 6. Festival of Light zu fotografieren gab… Es gäbe an dieser Stelle viele Worte, die ich hier schreiben könnte, zu sagen. Doch ich tu’s nicht. Später irgendwann wird das noch nachgeholt. Statt dessen verweise ich jetzt auf Flickr und hinterlasse ein paar Impressionen von der Reise an dieser Stelle.
owl: Kein Plan, kann aber sein. Andererseits weiß... owl: Erzähl mal, was dir jetzt so vorschwebt ;) Tarkin: @Tom: Irgendwie kommt mir da der ZDF Beitrag... Tom: Ihr seit ja auch selber Schuld, wenn ich euch... Tom: Auch wenn du den Hund ganz doll lieb hast, hat...