Ein bisschen BIO eben.

January 7th, 2012 || 4 comments || permalink

Ich kann es nicht mehr hören: BIO. Bio hier, Bio da, Bio überall. Vom Bio-Milchkaffee, der natürlich mit Bio-Milch UND Bio-Kaffee (garantiert (nicht nachvollziehbar) fair gehandelt – steht drauf/wird gesagt) serviert wird, bis hin zum Bio-Vollkornbrötchen über die Bio-Wurst, Bio-Erdnussbuttercreme, Bio-Schokoladencreme, Bio-Honig, bis zum Bio-Tofuröllchen, und zum Bio-Tee und Bio-pfeif-die-Wand-an-was-auch-immer-denk-dir-was-aus-Geträllere – es kotzt mich an. Demnächst gibt’s bestimmt auch Bio-Gartenzwerge (garantierte Freilandhaltung) und Bio-Balkonpflanzen (garantiert aufgewachsen in artgerechter Pflanzenhaltung, inkl. 3h/Tag Beschallung mit der Lieblingsmusik, damit die Pflanze ihr gesamtes Potential entfalten kann, und ihre Seele eine Wohltat erfährt)… Meine Güte…

Mir wurde da vor ca. einem dreivierteltem Jahr ein Cafe in Würzburg empfohlen und heute guckte ich mir mal die Karte an – online und so – und überall sprang mir das Wort “Bio” entgegen. Ich mag diesen Bio-Wahn nicht, und ich weigere mich solche Cafes aufzusuchen, zumindest in den meisten Fällen. Zuviel an “Bio” in der Luft oder auf Papier, in einem PDF und dergleichen erzeugen bei mir gesteigertes Unwohlsein, Übelkeitsgefühle, Kopfschütteln und Wortschwälle des Unverständnisses.

Solche Cafes erzeugen zusätzlich das nachfolgende Bild in meinem Kopf: Gutmenschen, die in bunten Tüchern und generell bunten Klamotten gekleidet, an einem Grünkernschrot enthaltendenen Kuchenstück ca. 3 h herumknabbern, dabei über einer Tasse Bio-Grüntee oder Bio-Chai mit ihrer besten Freundin über ihre letzte Beziehung reden, und dabei ganz oft die Worte “Oh nein! Wie fühlst du dich denn?”, “Hach, ganz schlimm.”, “Oh, du Ärmste”, “Oh ich fühle mit dir! Das ist ja so furchtbar”, “Oh <Name>, jetzt musst du unbedingt etwas [Schönes/Gutes] für dich tun [, nach dem schweren Schicksalsschlag/dieser schweren Zeit/diesem schlechten Menschen]” von sich geben; gerne auch generisches Esoterikgeschwafel.

Nichts gegen “Bio” an sich, ich mag mein Essen gerne möglichst natürlich, aber dieser Bio-Gutmenschen-Wahn geht mir mal gewaltig auf den Keks, genauso wie die inflationäre Vewendung des Begriffs, gerne eben auch in “angesagten” Cafes. “Angesagte” Cafes mag ich ja eh nicht. Vielleicht sollten wir uns jetzt alle an den Händen nehmen, alle mal im “Chor” tief-ein-und-ausatmen, atmen-atmen-atmen, unseren Namen tanzen, und danach im Takt der Trommeln, die wir schlagen, einen beruhigenden Baldrian-Tee trinken, uns anschließend beruhigt wichtigeren Dingen des Lebens zuwenden als Bio-Vollkornkeksen. Isnursongedanke.

Länder aufspalten – Na hoffentlich nicht

November 10th, 2011 || 0 comments || permalink

Als Single erlebt man ja so manches, z.B. auch, solche Aussagen zu hören zu bekommen:

“162 bezog sich auf die Anzahl der noch zu besuchenden Länder. Inzwischen ja wieder 163. Ich muss einfach weiter hoffen, dass nicht zuviele sich aufspalten :)

Ich glaube, ich muss nicht erwähnen, dass der gute Mann sich mit dieser Aussage disqualifizierte, ja? Ich wünsche mir ja auch nur, dass sich nicht zu viele Länder aufspalten, damit ich sie alle mal besuchen kann. V.a. wenn ich z.B. sowas hier lese. Nicht des Friedens und der Menschen willen. Nie.

Weihnachtsstatistik und Adventskalender für Tiere

November 9th, 2011 || 0 comments || permalink

Gestern Morgen im Radio gehört, dass die Galeria Kaufhof eine Umfrage durchführen ließ, was sich die Deutschen zu Weihnachten dieses Jahr wünschen. Die Liste überrascht:

  1. Gesundheit
  2. Frieden
  3. Nichts (Spezielles)
  4. Auto
  5. Harmonie

Eine Studie, zum gleichen Thema, die auch interessant ist, ist diese hier.

Und wenn wir gerade bei Weihnachten sind: seit heute weiß ich, dass es auch Adventskalender für Tiere gibt. In was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich, wenn es Menschen gibt, die am Rande des Existenzminimum leben müssen, und es gleichzeitig Adventskalender für Tiere gibt?!

Diese Kalender gibt es – einer Googlesuche nach zu urteilen – schon ein paar Jahre, d.h. es muss also einen Markt dafür geben. Angebot und Nachfrage und so Dinge. Dass dieses Angebot entwickelt wurde, kann man sehen wie man will, aber dass es Menschen gibt, die durch die Nachfrage dazu führen, dass es nicht ausstirbt, finde ich – diplomatisch gesprochen – höchst bedenklich.

Vielleicht sollten diese Leute sich mal überlegen, was man statt Geld in einen Leckerli-Kalender für Tiere zu investieren, mit eben diesem Geld noch anstellen könnte. Mal abgesehen davon, dass die Verpackung, gemessen am Inhalt solcher Kalender, in keinem guten Verhältnis steht: viel Müll, wenig Inhalt.

Aber immerhin geht’s hier ja um Fluffi-Hutzi-Gutzi-von-der-wohlgeborenen-Hündin-Madame-von-Trutzingen. Modehund-2011-oder-wann-er-angeschafft-wurde! DEM muss man doch eine Freude zur Vorweihnachtszeit machen, und natürlich erst recht zu Weihnachten! Hach, dieses Hundemäntelchen mit Leopardenmuster aus dem Katalog! Hach! Er wird so glänzende Augen vor Freude haben, wenn er die sieht! – Setzen, Sechs. Es ist immer noch ein Hund (oder eine Katze, oder ein Hamster, Meerschwein, oder was auch immer), kein Mensch. Ob das Leckerlie aus der 250 g-Packung Lekkerlies kommt, oder aus ‘nem ollen Adventskalender ist ihm sowas von egal und zum Thema Jäckchen: ich empfehle weniger Besuche beim Hundefriseur, dann wächst ihm ein Fell und er friert im Winter auch nicht.

Ich ordne diese Adventskalender für Tiere-Aktion in die selbe Schublade wie Hunde-Yoga/Doga ein: dämlich, überflüssig, Ressourcenverschwendung in vielerlei Hinsicht, garantiert für hippe und etwas [beliebig-abfälliges-Wort-deiner-Wahl-hier-einfügen] Großsstädter gemacht.

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