Die vergangene Woche war eine schlechte für die Demokratie. Es gab von Seiten des Bundesinnenministeriums immer besserer Vorschläge wie man den Überwachungsstaat weiter ausbauen kann. Allen voran geht Herr Schäuble, er immer bessere Vorschläge bringt die in Richtung eines totalitären Staates gehen.
Schäuble seine Visionen und die Reaktionen darauf
Bei der Kritik sei zunächst einmal das lawblog erwähnt. Udo Vetter kritisiert Schäuble und seine Machenschaften enorm. Hierbei sind die Artikel “das geht schwer unter”, “wer ist ein Gefährder?”, “Geschichtsstunde über ‘die Menschen’” und “Kommentar des Tages” zu erwähnen.
Anlässlich eines Interviews mit dem Deutschlandfunk stellt Schäuble seine Position bezüglich seines Vorschlags der die Tötung von so genannten Gefährder betrifft nochmal klar heraus. Er betont in diesem Interview ausdrücklich, dass er keine Anforderungen sondern Fragen gestellt hat die sich aufgrund der erhöhten Gefahrenlage in der sich Deutschland aktuell befindet laut seinen Aussagen automatisch ergeben.
Er wirft er den Kritikern vor, dass sie Pawlowschen Reflexen folgen würden und sie den Kopf in den Sand stecken würden, was er für unverantwortlich hält. Laut seinen Äußerungen dürften diese Reflexe nicht dazu führen das Politiker Angst haben müssen eines Tabubruchs bezichtigt zu werden.
Politisches Rudelbellen
Unterstützung erhält Schäuble auch von dem rechtspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Norbert Greis, sowie einigen Kollegen zum Beispiel Roland Koch, Peter Müller oder Günter Oettinger. Greis versucht dabei die Vorstöße Schäubles zu verharmlosen und fordert eine Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Geheimdienst. Auch Herr Greis ist ein großer Freund der Präventivmaßnahmen, dass ihn nicht nur dazu veranlasst die Forderungen des Herrn Schäuble zu unterstützen sondern auch noch seine Argumente zu übernehmen. Die vermeintliche Freiheit, die wir derzeit noch haben, soll durch eine erhöhte Sicherheit, die nur zum Schein aufgebaut wird und nicht wirklich existent ist – es durch die vorgeschlagenen Maßnahmen auch nicht wird – vorgegaukelt werden. Da nicht nur die Sicherheit ausgebaut werden soll, sondern auch Leute ohne Prozess interniert werden sollen, stellte sich die Frage ob es rechtens sei, dass Leute ohne Prozess inhaftiert werden können. Die Antwort lautet laut Greis ebenso wie laut Schäuble “ja”, da sich dieses System bereits bei Hooligans bewährt hat. Dass es sich hierbei um eine längere Maßnahme als die in Gewahrsamnahme bei Fußballspielen handelt, wird geflissentlich übersehen.
Reaktion der Medien
Als Eskalationspolitik wird inzwischen die Politik des Herrn Schäuble bezeichnet. So beschäftigen sich inzwischen auch die Massenmedien, wie beispielsweise die Tagesschau oder die Süddeutsche Zeitung, mit dem Thema Schäuble und setzen sich kritisch mit ihm und seiner Politik, auseinander.
Zum Beispiel spricht die Süddeutsche Zeitung von einer hohen Guantanamosierung des deutschen Rechtssystems, so wie von dem Grundgesetz als Abreißkalender. Deutlich wird in diesem Kommentar auch angesprochen, dass Schäuble nicht Straftaten bestrafen will, sondern dass es ihm um die Prävention Straftaten geht. Die Tagesschau wirft inzwischen Schäuble vor, dass dieser für joheden Notfall – oder was er dafür hält – ein neues Gesetz schaffen würde und dieses politisch geschickt und kühl berechnend an den Mann bringen würde. Der deutsche Anwaltverein (DAV) warnt vor Überreaktionen seitens der Politik. Eine ausführliche Liste von Vorschlägen und Gesetzen mit kurzen Erläuterungen zu den einzelnen Punkten sind bei heise zu finden.
Rücktritt wird von den Grünen gefordert
Kritik und scharfe Worte gibt es nicht nur von Seiten der Linken, sondern auch von Seiten der Grünen. Beide Parteien fordern, dass Schäuble zurücktritt, da dieser einen politischen Mord legalisieren möchte und sich durch seine Aussagen disqualifiziert. Des weiteren fordern die Linken die Bundeskanzlerin auf, dem Ganzen Einhalt zu gebieten. Unglücklicherweise kommt Merkel dieser Aufforderung nicht nach, sondern stellt sich hinter Schäuble und seinen Forderungen und sagt sogar noch: “Ich will einen Innenminister, der sich mit diesen neuen Bedrohungen auseinander setzt. Denkverbote helfen nicht weiter.”
Die Meinung der Bürger
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“Abschusspläne” und die Akzeptanz der Bürger
- 63 % sind gegen die Forderungen des Innenministers
- 32 % befürworten sie
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Beurteilung der Arbeit des Innenministers
- 41 % beurteilen Schäubles Arbeit als unbefriedigend
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Wer hat die besseren Konzepte, was die Innenpolitik anbelangt?
- 37 % halten die CDU/CSU für kompetenter
- 25 % denken, dass die SPD die besseren Konzepte hat
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Sicherheit vs. Bürgerrechte im Auge der Bürger
- 46 % denken, dass momentan die Balance zwischen Sicherheit und Bürgerrechten gehalten wird
- 25 % denken, dass die Bürgerrechte bereits zu stark eingeschränkt sind
- 25 % halten die Sicherheitsmaßnahmen für ausbaufähig
Irgendwie wird mir gerade schlecht… Ich meine: gut, dass der Großteil der Menschen zumindest gegen den Abschuss ist, aber weniger gut (um es diplomatisch auszudrücken), dass 25 % der Menschen für weitere Sicherheitsmaßnahmen plädieren, und weitere 46 % mit den bestehenden Sicherheitsmaßnahmen zufrieden sind. Genauso schlecht, dass 37 % die CDU/CSU für kompetenter halten – und sich das leider den Umfrageergebnissen nach nicht nur auf die Sicherheitspolitik beschränkt, sondern auch auf die “was-wäre-wenn-nächste-Woche-Wahl-wäre” Trends übertragen lässt… WACHT AUF!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Ach ja, die Zahlen sind von heise.de geklaut.
Ein Interview mit dem Spiegel (Print)
Schäuble: Dass die Kofferbomben von Köln nicht explodiert sind, war tatsächlich Glück, aber darauf dürfen wir uns nicht verlassen. Vor allem die Geheimdienste und das Bundeskriminalamt müssen alles Erdenkliche tun. [...] Es kann uns jederzeit treffen. Das ist eine Form der politischen Vorsorge.
Somit werden wir als wieder einmal beim Prävention statt angelangt, die Schäuble ins Leben rufen möchte. Auch hier stellt sich wieder seine Paranoia ganz klar zur Schau indem er sagt, ohne jedoch konkrete Hinweise zu liefern worauf seine Aussagen beruhen, dass ein terroristischer Anschlag jederzeit stattfinden kann.
Schäuble: Wir arbeiten mit den US-Geheimdiensten derzeit so eng zusammen wie nie zuvor. Kein Land hat eine so gute weltweite Aufklärung wie die Amerikaner, davon profitieren wir tagtäglich.
Die Amerikaner haben vor allen Dingen eins: Guantanamo, was mit einer ziemlichen Aushöhlung der Grundrechte gleichzusetzen ist. In Guantanamo werden Gefangene ohne rechtliche Grundlagen festgehalten, gefoltert und menschenunwürdig behandelt. Möchte man mit so einem Land und seinen Geheimdiensten zusammenarbeiten? Vielleicht ist der gute Mann auch einfach nur ein Zyniker und meint das gar nicht so?! “[...], davon profitieren wir täglich.” – Böse Zungen würden jetzt sagen: Schäubles Paranoia profitiert davon täglich, …
SPIEGEL: Sie dehnen den Rechtsstaat bis an die Grenzen, wenn Sie ihn zu einem Präventionsstaat umbauen und dabei auch staatliche Tötungen in Kauf nehmen.
Schäuble: Ach, woher denn! Schauen Sie doch nur in die Polizeigesetze der Länder: Dort gibt es längst den sogenannten finalen Rettungsschuss. Das Grundgesetz würde doch zerbrechen, wenn wir es nicht anpassen würden, gerade bei solchen zentralen Fragen. Wer die Freiheit bewahren will, muss dafür unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen etwas tun. Wir leben nicht mehr in der Welt des Jahres 1949.
Woran bitte soll das Grundgesetz zerbrechen? Das Grundgesetz zerbricht höchstens an solchen drastischen Maßnahmen wie sie von Herrn Schäuble geplant sind. Des weiteren gab es einen guten Anlass dafür das das Grundgesetz in seiner heutigen Fassung ins Leben gerufen wurde, so zum Beispiel war vor zirka 60 Jahren die Geschichte noch zu gut in Erinnerung, dass die Politiker sich damals eingebildeten ein Regelwerk für die Demokratie schaffen zu müssen und das Ganze schriftlich festzuhalten: das Grundgesetz. Und ganz nebenbei erwähnt sei hierbei, dass der “finale Rettungsschuss” bei einer unmittelbaren Gefahr bei einem vorangegangenen Angriff auf das Leben eines Polizisten, eingesetzt wird – nicht bei einem VERDACHT ein Terrorist, ein Gefährder zu sein!
Schäuble: [...] Die rote Linie ist ganz einfach: Sie ist immer durch die Verfassung definiert, die man allerdings verändern kann.[...]
Ohne Worte. Soviel zum Thema Verfassungsminister – “ein Minister sie zu knechten, ins Dunkel zu treiben und für ewig niederzudrücken”…
SPIEGEL: Mitunter legen Sie das Grundgesetz höchst flexibel aus, wenn es um neue Überwachungsbefugnisse geht, wie etwa die heimlichen Online-Durchsuchungen zeigen. Die haben die Sicherheitsbehörden ohne gesetzliche Grundlage jahrelang angewandt.
Schäuble: Moment. Es gab einen Anwendungsfall im Inland. Ich habe [... ] die Praxis gestoppt. Ich halte das Urteil übrigens juristisch für richtig. Aber das kann doch nicht heißen, dass wir überhaupt nicht mehr auf Computer zugreifen können. Jetzt müssen wir eben eine saubere rechtliche Grundlage dafür schaffen [...] Wir wollen damit transparent, kontrolliert und nachprüfbar umgehen. Ob eine Information, die die Sicherheitsbehörden mitlesen, den Kernbereich der Privatsphäre verletzt, muss im Einzelfall von einem Richter entschieden werden – nachdem die Daten gesichert sind.
Auch dieser Äußerungen lasse ich besser unkommentiert… .oO( Kontrolliert, nachprüfbar für WEN?! Wer garantiert, dass meine Daten gelöscht werden? Etc.)
SPIEGEL: [...]Bei Wohnungsdurchsuchungen sieht die Strafprozessordnung vor, dass der Durchsuchte anwesend sein darf. Wenn Sie einen Computer durchsuchen, erfährt keiner davon.
Schäuble: [...] Bei der Gefahrenabwehr muss man gelegentlich auch ohne Wissen der Betroffenen agieren können.
Das widerspricht meinem Verständnis von Rechtsstaat… Scheinbar nicht nur meiner Auffassung, sondern auch noch der Strafprozessordnung. Möchte Herr Schäuble auch diese Strafprozessordnung nicht anerkennen und gegebenenfalls ändern?!!! Das sind massive Eingriffe in die Privatsphäre,…
SPIEGEL: Können Sie nachvollziehen, dass Ihre Vorstöße bei vielen Bürgern Unbehagen auslösen?
Schäuble: [...] Das ist so ähnlich wie mit der Volkszählung. Deswegen verlange ich ja von politischer Führung, dass sie diese Ängste ernst nimmt, aber ihnen nicht nachgibt.[...]
Auf gut Deutsch kann das wohl soviel bedeuten, wie: “es ist egal was der Bürger möchte, denn es steht außer Frage was WIR möchten und durchsetzen werden. Der Bürger kann zwar mitreden, hat allerdings keinerlei Einfluss auf unsere Entscheidungen. Jedoch ermöglichen wie ihm das Mitspracherecht auszuleben, auch wenn uns bereits klar ist, dass wir seine Wünsche nicht berücksichtigen werden.
SPIEGEL: Ein Verkaufsschlager im Internet ist ein T-Shirt mit Ihrem Konterfei und der Unterschrift „Stasi 2.0″. Kennen Sie es?
Schäuble: [...] Im Ernst: Das ist das Ergebnis von unseriösen öffentlichen Debatten und unseriöser Berichterstattung, und das ärgert mich. Wenn ich mit 15- oder 16-jährigen Schülern diskutiere, dann tut es mir schon weh, wenn ich die Folgewirkungen dieser Debatten sehe. Diese Kinder, die überhaupt keine Hemmungen haben, alle ihre Daten im Internet zu verbreiten, glauben jetzt, sie würden in einem Staat leben, wo sie der Innenminister rund um die Uhr überwacht.
Ach so ist das!!! Wie sind also lauter 15-oder 16-jährige Schüler, noch Kinder, die ihre Daten im Internet veröffentlichen. Schade nur, dass Leute wie zum Beispiel Udo Vetter, nicht in dieses sehr einfache Weltbild des Herrn Schäuble passen… Viele Blogs ebenfalls nicht, ebensowenig würde ich jetzt beispielsweise Telepolis, Tagesschau etc. als “Geschreibsel von Kindern” bezeichnen…
Schäuble: [...] Sie wollen doch nicht im Ernst behaupten, die Entnahme einer Geruchsprobe bei drei Tatverdächtigen habe auch nur im Entferntesten etwas mit der Praxis der Stasi zu tun! Wenn das im Fernsehen und in den Zeitungen so berichtet wird und auch Politiker so daherreden, glauben 14-jährige Hauptschüler, das sei so.
Wie erklärt Herr Schäuble sich die Tatsache, dass in der Ex-DDR Ende der achtziger Jahre von Dissidenten genommen wurden? Mir schon daran, dass Herr Schäuble über kein ausreichendes Hintergrundwissen über die Staatssicherheit verfügt. So lässt sich die Historie der Körpergeruchsproben bei der Wikipedia nachlesen. Anlässlich dieser Äußerungen unter genannten Zahl der angeblich betroffenen Menschen, habe ich eine kurze Google-Recherche veranlasst, und bin auf eine Pressemitteilung des Bundestags gestoßen, die besagt, dass in den vergangenen 10 Jahren von fünf Terrorverdächtigen, die unter Verdacht standen, eine terroristische Vereinigung gründen zu wollen, Geruchsproben genommen wurde. Diese Verfahren sind laut Pressemitteilung bisher noch nicht abgeschlossen. Soviel zum Thema 14-jährige Hauptschüler…
Ausführliche Linkliste zu den angesprochenen Themen
- Lawblog:
- Deutschlandradio
- Süddeutsche Zeitung
- tagesschau.de
- heise.de
- anwaltverein.de
- focus.de
- stern.de
- n-tv.de
- netzzeitung.de
- spiegelfechter.de
- 24stunden.de
- Farliblog
Kommentare
owl: *neid* Ich glaube das Ruhigste und Dunkelste,...
Mao-B: Dann solltest Du mal hoch auf die friesischen...
owl: Ja, eben, normal… Aber dennoch –...