Morgensport

June 15th, 2011 || 0 comments || permalink

Es soll ja Leute geben, die Morgensport toll finden. Ich weiß jetzt, nachdem ich das wieder einmal experimentell verifiziert habe, dass ich nicht zu diesen Leuten gehöre.

Heute Morgen fuhr ich mit dem Rad in die Arbeit. D.h. dann erstmal: Brücke hoch, Brücke runter, Brücke wieder hoch, wieder runter, nächsten Hügel hoch, wieder ein Stückchen runter, wieder hoch, wieder ‘n Stückchen runter, und dann kommt der laaange Anstieg den Geisberg hoch. Ungfähr nach den ersten 250 m auf dem Rad, also nur kurz nach dem “in den Sattel steigen” verließ mich bereits die Lust weiterzufahren. Ich bin mir ehrlichgesagt nicht sicher, ob ich sie jemals besaß, immerhin ist es, wenn ich in die Arbeit fahre, morgens vor 7 Uhr; ich habe noch nicht gefrühstückt, und es ist immer eine gewisse Herausforderung für mich in die Gänge zu kommen, auch ohne Radfahren.

Die Anlaufschwierigkeiten merke ich auch beim Treten: meine Muskulatur fühlt sich zäh an, ich habe das Gefühl, dass ich meine Beine durch eine zähe Masse Kaugummi ziehen muss, weil sich die Füße darin gefangen zu haben scheinen. Strecken, die ich normalerweise problemlos fahre, fahre ich mit gefühlten 5 km/h bzw. Alte-Leute-nach-dem-5.-Herzinfarkt-Tempo. Das gefühlte Tempo ist grauenhaft langsam, die gefühlte Anstrengung unermesslich hoch. – Ich vermute jedoch mal, dass all dies meine subjektive Wahrnehmung ist, die davon kommt, dass ich morgens einfach ein wenig verpennt bin…

Dann kämpfe ich mich, mitsamt meines Rucksacks, der die Wechselkleidung, sowie die Sportsachen fürs Fitnessstudio, enthält, die Hügel und den Berg hoch. Höhenmeter für Höhenmeter. Höhenmeter für Höhenmeter fange ich mehr an mich selbst zu hassen, zu verfluchen, und auf mich zu schimpfen. Im Stillen natürlich. Meine Gedanken gehen in Richtung: “Was hat dich bitteschön geritten, dass du Volldepp jetzt auf dem Rad sitzt und strampelst?!!! Du hast ja wohl ‘ne Meise!”

Meter für Meter quäle ich mich weiter. Das Zitat von S. Beckett kommt mir in den Sinn: “man muß weitermachen, ich kann nicht weitermachen, man muß weitermachen, ich werde also weitermachen,…” Aufgeben gibt es nicht. Es hat einen Sinn und Zweck, das Durchhalten. Meter für Meter entferne ich mich weiter von meinem warmen, gemütlichen Bett, welches ich viel zu früh verlassen habe, damit ich die Wärme des Bettes gegen die Kälte und Feuchte, die ich auf dem Rad vorfinde, tauschen konnte.  Meter für Meter komme ich der Arbeit näher, wo ich immerhin wieder in warme, trockene Kleidung schlüpfen kann, wenn schon nicht in ein warmes, gemütliches Bett.

Moby und sonstige eher ruhige Musik helfen übrigens nicht unbedingt, wenn ich mich morgens auf dem Fahrrad quäle, habe ich festgestellt. Ich sollte dann wohl auf Arch Enemy zum Aufwachen setzen. Oder Guano Apes. Oder, oder, oder. Jedenfalls rockigeres, schnelleres als Moby. Trotzdem: Kann mir mal jemand Streichhölzer reichen? Sowas vielleicht?


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Morgens Rad zu fahren macht mir jedenfalls keinen Spaß, aber es geht in dem Fall ja auch nicht um Spaß. Es geht ums Durchhalten, es geht ums Training für Kroatien, es geht um noch so manch anderes. Es geht nicht um “die optimale Fettverbrennung”, denn wenn ich die Wahl habe zwischen “der optimalen Fettverbrennung” und einem warmen Bett, dann wähle ich das Bett – aber mir geht’s ja nicht darum. Aber Morgensport… *knurr* *grummel* *fauch* Ich werde Freiwillig-Morgensportler nie verstehen. Die Welt der Morgensportler ist nicht die meine. *murr*

Endlich MEINZ!

August 11th, 2009 || 2 comments || permalink

Leih-MTBHeute habe ich die Schaltung nochmal einstellen lassen. Sie ist O.K., keine Schäden o.Ä. – der “Rest” vom Rad ist auch O.K. und durch mich “getestet” ;-) Es gab also keine Gründe mehr, den Kauf weiter rauszuzögern – das schicke Stevens S4 vom Bild nebenan ist nun meines! :-)

“Gefeiert” wurde das, indem ich dann mit dem Bike erstmal ‘ne Runde durch den Wald gefahren bin. Hinterher sah das Rad dann auch aus wie Sau, oder wie meine Mutter das Rad nannte (und taufte), wie “Dreckbär!”. Hinterher hieß es dann: Profil? Welches Profil?

Generell habe ich noch Zeit und Geld in folgende Teile investiert:

  • Velo bio:logic Damensattel
  • Teufelshörnchen ;-)
  • Lenkervorbau (Ahead-Vorbau)
  • Speichenreflektoren
  • Cateye-Halterungen für vorderes und hinteres Licht
  • Adapterset für SKS Shockboard (“Schutzblech, vorne”)
  • Lenkergriffe aus Gel (wohooo!)
  • ‘ne ultraschicke, reflektierende Umwicklung für die Sattelstütze (zweckendfremdet!)

Tag 3,4,5

August 5th, 2009 || 0 comments || permalink

Tag 3: unspektakulär. Sattel + Aheadvorbau gekauft und aufs Rad bauen lassen, bisschen durch die Gegend gefahren um Erledigungen hinter mich zu bringen.

Tag 4: nervig. Der Tag, an dem ich Rennradventile (aka: franz. Ventil, Schlauchreifenventil, Prestaventil, Sclaverandventil) hassen lernte. Merke: in der Theorie sollte meine Luftpumpe diese Ventile aufpumpen können, in der Praxis aber nicht, auch nicht mit Autoventil-auf-Rennradventiladapter. Wenn man dann zu einer Tankstelle fährt, muss man Glück haben, dass diese Tankstelle ein altmodisches Luftdruckmesserdingens hat, und mit festgehaltenem Adapter kann man dann *vorsichtig* die Luft in den Reifen bekommen. Spaß sieht anders aus. Junge, Junge…

Teufelshörnchen fürs Rad habe ich noch gekauft, eine Halterung für mein bestehendes Cateye-Licht ebenfalls… Ein Adapterkit/M0ntageset für ein SKS Schockboard habe ich bestellt, ebenfalls einen Halter für die hintere Batterieleuchte… Ja, nun – sollte nächste Woche dann kommen.

Ansonsten noch div. Kleinscheiß bei div. Läden gekauft, abgeholt etc. und mich gewundert, dass ich 2 mal von älteren Herren angequatscht wurde, die mich beim vergeblichen Versuch Luft mit Luftpumpe durch dieses sch… Rennradventil zu bekommen, gesehen haben. –> Häh? Seit wann reden die Leute mit mir?

Nachdem ich dann endlich diesen ganzen nervigen Kleinscheiß erledigt hatte, wollte ich endlich dazu kommen tatsächlich mal Rad zu fahren. So an einem Stück eine etwas längere Strecke zurücklegen und so… Irgendwann bei km 25 und ca. 10 km auf unbefestigtem Weg merkte ich “Geklappere” und “schleifen”. “Scheiße!!!”, dachte ich, und versuchte zu orten wo das Geräusch herkam. Vorderreifen. Federgabel sofort auf “close” gestellt, und nochmal geguckt – immer noch vorhandenes Geräusch. Bremsen sind es nicht. Grasbüschel, Äste oder sonstiger Naturkram hängen auch nirgends… – Der Speichenreflektor wars: hat sich gelöst und schäpperte. Metall auf Metall. Aufatmen.

Alles in allem so ~33 km an diesem Tag gefahren. Junge, ist das anstrengend auf unbefestigten Wegen zu fahren, v.a. wenn es Gras ist… *ächz* *stöhn* Und ich dachte, ich sei halbwegs trainiert, wenn ich am Mainradweg entlang 60km-Runden in 2:20h nach der Arbeit fahren kann. Pfffffffffffffffffffff. Untrainiert du bist, junger Jedi. Du noch viel trainieren musst, junger Jedi.

Tag 5: Pause. Muskelkater. Leichter Schnupfen. – Beides sollte morgen wieder vorbei sein. Heute feste vorgenommen nichts Anstrengendes zu machen: Regenerationstag.  Ich will nicht enden wie meine Eltern und mein Freund: schnupfend, hustend und sich-matschig-fühlend – Immerhin weiß ich, wie man “Regenerationstag” schreibt, auch wenn ich es nicht gerne einhalte… Max. schwimmen (was dann auch gestrichen wurde), und leichtes Spazieren gehen.Noch Kleinscheiß in ‘nem anderen Laden kaufen müssen, diesmal für mich, und nicht fürs MTB ;-)

Das MTB hat dafür endlich seine Teufelshörnchen verpasst bekommen, die Halterung für das Licht ist auch montiert und ein schickes (darüber kann man streiten) neonoranges Leuchtband ziert die Sattelstütze. Mattschwarzes Bike mit weißer Schrift und ein paar wenigen silbrigen Teilen – und ein neonoranges Band. – Yai! Ein neongrünes Leuchtband sähe zwar noch schicker aus, aber grün signalisiert “ok”, und es ist definitiv nicht ok, wenn ein Autofahrer über mich drüberrollen möchte. Nee, nee, böser Autofahrer – STOPP! Nicht mich überrollen! ;-)

Nachdem ich auch mal noch den Kabavorrat (welcher Vorrat? Wir hatten keinen Kaba, der diesen Namen verdient hätte, sondern nur Pulver, das seine Farbe schon ziemlich verloren hatte.) aufgefüllt habe, indem ich einen Drogeriemarkt überfallen habe, wunderte ich mich erstmal. Wundern deshalb, weil mir, als ich den Laden betreten wollte, ein junger Kerl, vielleicht so 19-25 (Alter schätzen und ich, das geht nicht gut!) zunickte und mich anlächelte. Abermals fragte ich mich “Huh? Seit wann …?” – Seit wann wechseln die Leute nicht die Straßenseite, wenn ich wo langlaufe, sondern lächeln mich an? Was ist jetzt kaputt gegangen im Universum?

Auf diese Frage habe ich nach wie vor keine Antwort und ich fuhr zu einem der vielen Seen, las im Buch weiter, und sonnte mich etwas… ;-)

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