Teebeutelwarnhinweise

February 8th, 2012 || 0 comments || permalink

… finde ich albern/dämlich/überflüssig. “Immer mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen und mindestens 8-10 Minuten ziehen lassen! Nur so erhalten Sie ein sicheres Lebensmittel!”  ist einer ähnliche Kategorie wie “Bitte trocknen Sie Ihren Goldhamster nicht in der Mikrowelle!” zuzuordnen.

Es handelt sich um Tee, verdammt noch eins! Ich glaube kaum, dass ich mich mit Hagebutte-Acerola, noch mit einer beliebigen Grün-/Weiß-/Schwarz-/Frucht-/was-auch-immer-Teemischung umbringen werde, wenn ich die Teeblätter kürzer als 8-10 Minuten in heißem (, nicht sprudelnd kochendem) Wasser einweiche. Schmeckt dann halt nicht so toll.

Ich empfehle dringend auf Teetassen aufzudrucken: “Nach dem Spülen mit schmutz- und fettlösenden Reinigungsmitteln unbedingt mit klarem Wasser spülen!” -  Als ob es keine anderen Probleme gäbe. *kopfschüttel*

(Nein, mir ist keine Laus über die Leber gelaufen. Das muss einfach mal gesagt werden.)

Müsste, sollte, hätte, könnte, wollte

January 23rd, 2012 || 1 comment || permalink

Ich hatte im vergangenen Jahr zuviele Dates, und zu viel “beschnuppern” via Internet. Single bin ich aber immer noch, Mr. Right war nicht dabei. Falls doch, ist mir entgangen, dass er dabei war. Jedenfalls habe ich im vergangenen Jahr zu oft gehört:

  • “man müsse <dieses und jenes> tun und machen, sein lassen oder anfangen, <um/bevor/was auch immer>”
  • “man hätte [früher, später, irgendwann, vielleicht aber auch garnicht] <was auch immer> machen/sagen/in den Wind schlagen/was auch immer sollen”
  • “man könne nicht sagen, wie/wo/was/wann/warum/weshalb/wieso XYZ, ABER…”
  • “man sollte noch XYZ, um/bevor/whatever, weil/damit/ … “
  • “es würde ja XYZ von einem erwartet, um/damit/weil … “

Und abgesehen davon ist Bewegung mit Anstrengung gleich zu setzen, somit potentiell tödlich, die Schuhe werden auch dreckig, und dann müsse man ja den Matsch von den Schuhen abwischen, und die Schuhe reinigen, aber dazu sei man ja zu faul, nennt es aber nicht “faul”, sondern “bequem”, weil das besser klingt, denn in dieser Gesellschaft muss ja alles nach rosaroten, flauschigen Wattebällchen und Kuckucks-Tralala klingen, weil is ja schöner und so und und überhaupt… Außerdem werden wir alle sterben, und unsere Kinder, ach Gott, die Kinder! Und wir werden vom Klima, der Rache des Planeten, des Universums, … getötet werden, wenn das nicht böse Terroristen die an allen Straßenecken wie ein Wolf im Schafspelz lauern für die Welt/das Universum/den ganzen Rest übernehmen… Und abgesehen davon isses draußen zu nass, zu heiß, zu windig, zu windstill, zu dunkel, zu hell, zu ach-denk-dir-selbst-was-aus, und die wirtschaftliche/soziale/verquere/sonstirgendeine Lage sei ja auch scheiße in diesem Land, und überhaupt sei alles ganz furchtbar und würde bald den Bach runtergehen und große Depression, und Burnout und Burma und in-China-fällt-ein-Sack-Reis-um-und-niemanden-juckt’s, aber man denke darüber nach, ob man nicht das Weite suchen solle, und dann dort, im gelobten Land, in dem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen, die Mädchen einem den Rücken massieren/kühle Luft zufächern/einen Cocktail mit Eis bringen/einem jeden Wunsch von den Augen ablesen, während man in sein Ipad guckt und Nachrichten liest, um als gebildeter Weltbürger immer auf dem Laufenden zu bleiben, und  um anschließend die Aktien zu kaufen/verkaufen (+/- Panik), und das alles während man am Strand unter einer Kokospalme sitzt…Außerdem – könne ich denn nicht einfach – wie jede durchschnittlich normale Frau (merkste was?!) einfach Single-Pauschalurlaub buchen, auf Parties gehen und ein bisschen <irgendeinen Tanz mit viel Hüftschwung> beim Friede-Freude-Eierkuchen-Tanz-Lied mithüpfen? Männer sind abgeschreckt/eingeschüchtert davon, dass ich bin, wie ich bin. Mich gibt’s aber nicht anders. Nur echt mit Ecken und Kanten. Dafür bin ich “natürlich”, “authentisch” und “keine Zicke” – was ja angeblich immer soooooo wichtig ist. Pfff, denkste – dann halt nich.

Meine Fresse, ich komm’ mit sowas nicht klar. “Sowas” ist übrigens: Kerl, grün hinter den Ohren/unerwachsen/unreif/weiß nicht wer er ist und was er will.

Ein bisschen BIO eben.

January 7th, 2012 || 4 comments || permalink

Ich kann es nicht mehr hören: BIO. Bio hier, Bio da, Bio überall. Vom Bio-Milchkaffee, der natürlich mit Bio-Milch UND Bio-Kaffee (garantiert (nicht nachvollziehbar) fair gehandelt – steht drauf/wird gesagt) serviert wird, bis hin zum Bio-Vollkornbrötchen über die Bio-Wurst, Bio-Erdnussbuttercreme, Bio-Schokoladencreme, Bio-Honig, bis zum Bio-Tofuröllchen, und zum Bio-Tee und Bio-pfeif-die-Wand-an-was-auch-immer-denk-dir-was-aus-Geträllere – es kotzt mich an. Demnächst gibt’s bestimmt auch Bio-Gartenzwerge (garantierte Freilandhaltung) und Bio-Balkonpflanzen (garantiert aufgewachsen in artgerechter Pflanzenhaltung, inkl. 3h/Tag Beschallung mit der Lieblingsmusik, damit die Pflanze ihr gesamtes Potential entfalten kann, und ihre Seele eine Wohltat erfährt)… Meine Güte…

Mir wurde da vor ca. einem dreivierteltem Jahr ein Cafe in Würzburg empfohlen und heute guckte ich mir mal die Karte an – online und so – und überall sprang mir das Wort “Bio” entgegen. Ich mag diesen Bio-Wahn nicht, und ich weigere mich solche Cafes aufzusuchen, zumindest in den meisten Fällen. Zuviel an “Bio” in der Luft oder auf Papier, in einem PDF und dergleichen erzeugen bei mir gesteigertes Unwohlsein, Übelkeitsgefühle, Kopfschütteln und Wortschwälle des Unverständnisses.

Solche Cafes erzeugen zusätzlich das nachfolgende Bild in meinem Kopf: Gutmenschen, die in bunten Tüchern und generell bunten Klamotten gekleidet, an einem Grünkernschrot enthaltendenen Kuchenstück ca. 3 h herumknabbern, dabei über einer Tasse Bio-Grüntee oder Bio-Chai mit ihrer besten Freundin über ihre letzte Beziehung reden, und dabei ganz oft die Worte “Oh nein! Wie fühlst du dich denn?”, “Hach, ganz schlimm.”, “Oh, du Ärmste”, “Oh ich fühle mit dir! Das ist ja so furchtbar”, “Oh <Name>, jetzt musst du unbedingt etwas [Schönes/Gutes] für dich tun [, nach dem schweren Schicksalsschlag/dieser schweren Zeit/diesem schlechten Menschen]” von sich geben; gerne auch generisches Esoterikgeschwafel.

Nichts gegen “Bio” an sich, ich mag mein Essen gerne möglichst natürlich, aber dieser Bio-Gutmenschen-Wahn geht mir mal gewaltig auf den Keks, genauso wie die inflationäre Vewendung des Begriffs, gerne eben auch in “angesagten” Cafes. “Angesagte” Cafes mag ich ja eh nicht. Vielleicht sollten wir uns jetzt alle an den Händen nehmen, alle mal im “Chor” tief-ein-und-ausatmen, atmen-atmen-atmen, unseren Namen tanzen, und danach im Takt der Trommeln, die wir schlagen, einen beruhigenden Baldrian-Tee trinken, uns anschließend beruhigt wichtigeren Dingen des Lebens zuwenden als Bio-Vollkornkeksen. Isnursongedanke.

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