Ich verstehe jetzt geschriebenes und gesprochenes gebrochenes Deutsch und Englisch. Liest sich zwar manchmal so, wie ich mir Griechisch vorstelle, aber wenn man kreativ ist, errät man meist, was der andere meint. In 99.9% aller Fälle liege ich damit richtig. Sozusagen Hand-und-Fuß-und-was-der-Kopf-draus-macht-Kommunikation.
Ich kann jetzt, nachdem ich 2x11h + Verspätung + im Land mit dem Bus (nochmal ~9h) herumreisen hinter mir habe, übrigens in so ca. jeder beliebigen Position schlafen: halb sitzend, halb liegend quer über 2 Sitze, dabei die Beine auf dem Boden, und dann halt mit Knick in der Hüfte, und Kopf auf dem Rucksack (sozusagen einmal in der Mitte abgeknickt – ich, nicht der Rucksack), oder aber mit angewinkelten Beinen quer über 2 Sitze, oder aber mit einem Vordersitz in der Kniescheibe, sodass man nach 11h das Gefühl hat, dass die Kniescheibe ca. 5 cm in Richtung Oberschenkelknochen gewandert ist, und nun “umgesiedelt” wurde. Das Gefühl gibt sich übrigens so ca. nach 1,2 Tagen wieder.
Außerdem kann ich jetzt, mit ca. 37 kg Gepäck auf dem Rücken, in den Cargohosentaschen, in den beiden Taschen, die ich in den Händen hielt, und mit dem kleinen Daypack in der schwangerne-Frau-Haltung-am-Bauch auch von den hintersten Gleisen des Würzburger Hauptbahnhofs bis zu den Bussteigen rennen. In unter 3 Minuten. YAI. Ich fühlte mich zwar bei jedem Schritt, als würde ich um 20 cm schrumpfen, aber ich glaube ich bin noch genauso groß wie zuvor. Ich habe aber nicht nachgemessen.
Geduld und Ruuuuuuhe in so ca. jeder erdenklichen Situation habe ich mir auch zugelegt. Ich war schon vorher ruhig, aber jetzt? – Ich glaube, das ist eine extrem sinnvolle Fähigkeit in vieeeeeelen Situationen. Egal ob man an der Supermarktkasse ansteht, in Zagreb auf einem Bus wartet, man 1200 km in 4 Tagen mit einem unbekannten Mietwagen über unbekannte Straßen fährt ohne Plan zu haben wie gut/schlecht die Straßenverhältnisse sind, im Job darauf wartet, bis das Windows sich neu gestartet hat, und ob der Neustart {welchen Fehler auch immer} beseitigt hat. Ruhe und Geduld sind wichtig. Finde ich.
Ich habe festgestellt: ich bin zäh und ziemlich genügsam. 2 Sterne Hotel? – Ok, dann waschen wir die Klamotten halt in einer 4,8l-Plastik-Tupperbox. Hostel? – Auch kein Ding. 4-Sterne-all-inclusive-Hotel? – Auch ok.
Außerdem habe ich unter Beweis gestellt, dass ich mich a) orientieren kann, egal wo ich bin, b) mit quasi jeder beliebigen Situation zurechtkomme(n (lernen) kann), c) ich sehr, sehr gut planen (und recherchieren) kann. Auch dies sind äußerst nützliche Fähigkeiten.