August 4th, 2011 || || permalink
Der Urlaub klopft sachte an die Türe und ich sag’ ganz leis’ “herein”. Da isser nun, der lang herbeigesehnte und auch dringend benötigte Urlaub, doch das Wetter ist scheiße. “Was mach’ ich nun?”, frag’ ich mich. Klar, es gibt Indoor-Sport, Sauna, Bücher, DVDs/TV, Musik, Mal- und Zeichenzubehör, die Gitarre und ‘nen Computer, aber ich kann auch mit diesen Tätigkeiten nur eine begrenzte Anzahl an Stunden totschlagen, abgesehen davon will ich nicht mehr so viel Zeit vor meinem Rechner rumsitzen.
Ich bin mir ausreichend sicher, dass ich die Zeit im Urlaub irgendwie totschlagen kann, ohne dass mir langweilig wird, ist ja nur so ‘n bisschen über ‘ne Woche. Aber wie zum Teufel soll ich den Winter überstehen? – Häkeln, stricken, kochen, backen und dabei Volksmusik hören? Mimimimi – ich höre leise Stimmen in meinem Kopf das Wörtchen “Luxusprobleme” zischeln – schweigt still! ”
“Ausgehen, Konzerte besuchen” ist jetzt nicht wirklich meins, somit fallen also schon viele “normale Möglichkeiten” raus. “Ausstellungen, (Reise)Vorträge, Lesungen, Museen und Weihnachtsmärkte, außerdem den-Zoo-bei-Schnee besuchen” fällt mir ein. “Physik am Samstag” könnte ich mir auch (ab und zu) anhören. – Das ist aber alles so “passive Berieselung”. :-/ Essen gehen + Kino besuchen natürlich auch, aber so oft mach’/mag ich das jetzt auch wieder nicht. Auch in den Sinn kommt mir “Modellflugzeuge zusammensetzen und bemalen” oder aber evtl. wirklich mal beim Flugsportclub anfragen, ob es nicht Verwendung für mich gäbe. Im Übrigen täte ich auch gerne mal wieder für eine Zeitung als Glossenschreiberling tätig sein, so nebenbei zur Aufbesserung der Reisekasse/des Taschengelds/zum Spaß. “Computerspiele spielen” mag ich übrigens auch nicht, aber ich erwähnte ja bereits, dass ich weniger vorm PC rumhängen will. Und sonst so?! – Was machen andere Leute? Gammeln echt so viele Menschen passiv auf ihrer Couch herum und bewegen sich von dort nicht mehr weg?! O_O
Da fällt mir auf, dass ich mich mit der Frage “verdammt, und was mach’ ich nun?” so ca. 15 Jahre (?!?!!!) nicht mehr ausseinandersetzen musste, schließlich hatte ich immer was zu tun, bevor mein Ex auszog (und nachdem ich die Wohnung und die Finanzen ausgemistet habe) und als Schülerin hatte ich mich entweder auf dem (Renn)Rad (im Sommer) oder vor dem Flugsimulator befunden, oder aber ich habe gelernt, gelesen, Musik gehört – oder eben Modellflugzeuge bemalt.
Sollte ich demnächst in diesem Blog viel über Wolle, den richtigen Strick- und Häkelnadeldurchmesser und Konfektionsgrößen schreiben, ruft doch bitte den Arzt, denn dann stimmt irgendwas definitiv nicht mit mir! Ich bin so frei (und Kapitalist genug) zu behaupten, dass ich eigentlich bevorzuge Topflappen aus Stoff zu kaufen und mir keine selbst zu häkeln, stricken, was-auch-immer. Ist günstiger, sichert einem armen Menschen in Fernost den Job und spart mir Zeit, die ich damit verbringen kann, mir Gedanken darüber zu machen, was ich mit meiner Freizeit anfangen könnte. Abgesehen davon verwende ich Zeit darauf mir Topflappen zu kaufen, was wiederrum die Zeit, die ich “blöd rumsitze und grübele” etwas reduziert. Da ich dies i.d.R. in der Würzburger Innenstadt kaufen, trage ich durch den Kauf und der Suche von Topflappen unter Verwendung eines Parkhauses (oder Busses) zur finanziellen Unterstützung der maroden Würzburger Finanzen bei… Ihr seht: das ist eindeutig eine Win-Win-Situation – wenn das nix ist! Kleiner Topflappen, große Wirkung
August 1st, 2011 || || permalink
Dass ich morgens a weng verpeilt bin, ist ja normal… Heute Morgen war das allerdings ein klein wenig drastischer. Ich frühstückte ausnahmsweise mal zuhause und es dürstete mir nach einer Tasse Kaffee, also: Senseo-Kaffeemaschine anschalten, Pad einlegen, warten, auf das Knöpfchen mit der imaginären Aufschrift “gib mir Kaffeeeeeeeeeee!!! JETZT!” drücken, Maschine ausschalten wollen, aber stattdessen an der Geschirrspülmaschine eine Taste betätigt. Der kopfinterne Zonk sagte laut: *tä-dööööööööö, FAIL!*. Den Biomüll stellte ich auf den Küchentisch um ihn später – “wenn ich dann runtergehe” – mitzunehmen. Als ich die Wohnung dann verließ, habe ich den Rucksack und die Sporttasche mitgenommen, aber den Biomüll stehen lassen.
Dann bin ich erstmal nach Würzburg gefahren, habe in einem Parkhaus geparkt, ca. 250 Meter von dem “Ziel”, zu dem ich wollte, entfernt. Aus dem Parkhaus rausgelaufen. Verlaufen. Durch die Stadt gerirrt – normalerweise habe ich einen kopfinternen Kompass/eine gewisse Intuition für “die richtige Richtung” – heute Morgen war dieser Kompass wohl noch im Wochenende, im Bett, im Urlaub, auf Reisen oder sonstwo. Zum Glück hatte ich gestern den “kleinen Würzburger” (= Stadtplan im praktischen Format) wieder in den Geldbeutel gestopft – “man kann ja nie wissen” (ich traue mir morgens beliebige Stufen der Vertrottelung zu). Auf die Würzburger Ausschilderung geflucht. Wo sind eigentlich Straßenschilder, wenn man sie mal braucht? Verloren genug ausgesehen, sodass ein Passant mich angequatscht und mir geholfen hat.
Beim Arzt gewesen, Diagnose bestätigt und Rezept ausgestellt bekommen, nachdem ich auf dem PDA-zur-Diagnosestellung fluchte und rumklickte. Und rumklickte und fluchte. Experimente mit dem PDA und die Frage in meinem Kopf: “Wie lange muss ich noch auf dieses Ding einstechen, und überlebt er das (möglichst ohne dass das Display Schaden nimmt)? Ist das jetzt eigentlich ein versteckter Aggression-/Frustrationstoleranztest von dem ich nichts weiß? Nehme ich ohne mein Wissen an einer Studie zu schlechten Benutzerinterfaces teil? Nehme ich ohne mein Wissen an einer Studie zu “ist diese Fragestellung eigentlich präzise genug?” teil?” (Nein, die Fragestellung war nicht präzise genug, das Benutzerinterface war an manchen Stellen unintuitiv/verwirrend/abartig, abgesehen davon brauchte man mal viel zu viel Druck um auf dem PDA rumzustöchern). Das Fluchen-auf-den-PDA-zur-Diagnosestellung war hierbei optional und beeinflusste die Diagnose nicht. Glaube ich.
Den ganzen Tag über habe ich die wüstesten Assoziationen zu so ca. allem gehabt. Ich musste mir ziemlich oft das Kichern verkneifen. “Lerne innerlich zu lachen ohne zu platzen”. Dauernd verlesen, oder wenn aus “Schwerkraft”, “Schweinehälfte” wird, aus dieser wiederrum das Bild (in meinem Kopf) eines Schweinekeule-schwingenden Neandertalers in schickem Lendenschutz. Meine Fantasie ist heute überaktiv, und ich wäre heute wohl gut in der Werbebranche aufgehoben gewesen: Ein-Frau-Armee-der-Werbung oder so ähnlich. Game-Designer wäre wohl auch ‘ne Möglichkeit. Wie gut, dass ich weder in der Werbung, noch in der Spieleindustrie arbeite, das ist besser für die Menschheit. Das Bunte-Knete-Überdruckventil ist heute jedenfalls “out of order”.
In Richtung Arbeit gefahren. Blinken wollen, aber Scheibenwischer betätigt. – “Das klappt so nicht”. Den Blinkhebel erwischt, diesmal den richtigen
Zum Supermarkt (ich habe es am Vorabend auf die Todoliste gesetzt! Kluges Kind, ich!) gefahren, mein Mittagessen gekauft, denn ich wusste: “vor 20 Uhr werde ich das Innere meiner Wohnung nicht zu Gesicht bekommen”. In die Arbeit gefahren, und noch nen Kaffee getrunken. 2 Tassen Kaffee an einem Wochentag – wie ungewöhnlich! Noch müder geworden. Auf die Todoliste geguckt und den Drang verspürt mich wieder in mein Bett zu legen und bis zum Urlaub durchzuschlafen – mindestens!
Irgendwann fragte ich mich dann, ob ich überhaupt das Schlafzimmerfenster wieder zugemacht habe. Heimgefahren. Nachgeguckt. Das Fenster zum Glück nicht vergessen. Die Wohnung nicht betreten. Rezept eingelöst, um nicht vollkommen umsonst rumgefahren zu sein. Brötchen gekauft.
Wieder zurück an die Arbeit. Mittagessen. Weitergearbeitet. Still gelitten, als der Nachbar anfing Ziegelsteine mit lautem Getöse durchzuschneiden. Man nehme eine grooooooße Kreissäge – oder was auch immer das war – und Ziegelsteine und schneide diese durch. Jedenfalls: viel zu laut, viel zu ekelig (das Geräusch). Zum Glück ging das nicht den ganzen Tag so, ich denke ich wäre sonst durchgedreht. Stattdessen heimlich still und leise über einen Onlineshop geflucht und gegrübelt und Dinge erledigt. (<Loriot>”Ach was!”</Loriot>)
Feierabend. Zum Sport. Zum Einkaufen. Heimgefahren. Angekommen. Auto ausgeladen. Zeug in die Wohnung schleppen wollen und eine der Nachbarinnen getroffen. Angequatscht worden. 45 Minuten bequatscht worden. Notiz an mich selbst: Job wechseln und “Psychotherapeut/-analytiker” (angeblich pennen die manchmal in Sitzungen ein – klingt verlockend!), oder Werbung/”was mit Medien” oder aber “was mit Bullshitbingo-im-Job” machen. Ich scheine das “Interesse heucheln, an den richtigen Stellen nicken und verständnisvoll “hmm” und “ja”"-murmeln zu beherrschen, oder WIESO-ZUR-HÖLLE-BIN-ICH-DAS-KOPFKISSEN-DER-GESAMTEN-VERDAMMTEN-NATION?!!!!!!!!!!!!!!!! In die Wohnung gegangen. Zeug verfrachtet. Zu Abend essen wollen. Anruf bekommen. Abendessenspläne vergessen, stattdessen: Küchentisch abgeräumt. Besuch von der Nachbarin-mit-der-Leihkatze bekommen. Just add 15 minutes of “nicken, lächeln, verständnisvoll und interessiert tun und zuhören”. Die Wohnungstüre hinter ihr geschlossen, den Schlüssel mehrfach umgedreht, erschöpft auf den Küchenstuhl gefallen, gegessen und mir gedacht: “und das: “Überlegt, was ich denn im Urlaub so alles machen will und mal die Packliste erstellt”, sowie “Wäsche waschen” auf morgen verschieben”. Atmen. Ich sollte atmen.
Fazit: An manchen Tagen sollte man einfach das Bett nicht verlassen. Kann mich mal einer erschießen? Klonen? Irgendwas? – Mann, bin ich froh, dass dieser Tag vorbei ist. Morgen wird bestimmt alles besser. Ich stellte mir jedenfalls bereits um 8 Uhr morgens eine temp. Merkbefreiung aus und beschloss, dass heute ein Tag ist, an dem ich ausschließlich ohne Root-Rechte arbeiten sollte. – Is’ besser so. Dieser Tag wird in die Historien als “der Tag an dem das Pferd rückwärts kotzen lernte” eingehen. Mann, Mann, Mann!
July 24th, 2011 || || permalink
Kaffee, mehr Kaffeeeeeeeee! Gebt mir mehr Tassen, ach was: Koffein, intravenös! Was um alles in der Welt habe ich getan, damit ich mich wie von ‘nem Panzer überrollt fühle? Könnte dieses Gefühl mal bitte heute nochmal nachlassen, ich würde gerne noch ein bisschen trainieren – so ‘n Stündchen oder zwei…
Stattdessen fühle ich mich – nach der Tasse Kaffee, als müsste ich instantan noch ‘ne Runde mit dem Bett kuscheln. Aber dazu müsste ich mich ja bewegen. Die (zu kurze) Couch tut’s doch auch, oder? *leise murmel* Außerdem schmerzt meine Wirbelsäule – ich habe entlang des unteren Rückens wohl (unsichtbare) “blaue Flecken” von der Verwendung der Fahrgeschäfte (insbesondere Octopussy) und der Sitzbank, die in den Rücken drückte
Und wie krieg’ ich dieses Brummen/Surren meines Kühlschranks eigentlich leiser (ausstecken ist keine Option, ‘nen neuen kaufen ebensowenig, und das Ganze mit (lauter) Musik übertönen ist ebensowenig eine Option) – dann wäre es so schön ruhig und friedlich hier… *seufz*