Webcams sind auch nur Menschen

March 27th, 2010 || 1 comment || permalink

Nachdem meine liebe Freundin das Fricklen mit Motion und ich ihre Flüche über eben dieselbe Software leid bin haben wir beschlossen es mal mit IP-Cams zu versuchen. Also Kameras, die am einen Ende Licht empfangen und am anderen Ende Bilder und Video per TCP ausspucken.

Ideallerweise besorgt sich die Kamera ihre IP per DHCP, lässt sich im Webinterface auch mit etwas anderem als dem IE 6 bedienen und verwendet hinreichend freie Videostandards wie MotionJPEG oder H.264.

Erster Kandidat war eine Linksys WVC54GCA. Die Kamera ist recht günstig, leidlich schick und auch sonst recht toll. Sie unterstützt Bewegungserkennung, verschickt Emails und erledigt alles sonst was man an Schnickschnack so haben will.

Einziges Problem: Die Kamera fällt gelegentlich aus dem Netz. Als erster Schuldiger wurde das schon recht zerschlissene Netzwerkkabel mit teilweise aufgerissener Plastikhülle ausgemacht. Daher wurde beim Onlinedealer der Wahl ein neues Kabel bestellt. Zu den Preisen für Netzwerkkabel bei diversen Versendern und lokalen Ketten wie Mediamarkt könnte ich noch einen extra Rant schreiben, bin aber gerade zu faul. Nur soviel: ich habe mal gelernt daß alles über einem Euro pro Meter zu teuer ist. Was sich nicht ganz mit 20 Euro für 3 Meter verträgt. Auch wenn da die Kontakte goldbedampft sind.

Mit dem neuen Kabel wurde die Situation leider nicht besser. Auch das gelegentliche Resetten der Kamera mit einer Zeitschaltuhr brachte uns nicht weiter, da auch fünf Minuten Stromentzug die Kamera nicht zuverlässig zurück ins Netz holen. Auch die Vergabe einer statischen IP brachte nicht wirklich was. Neugieriges Mitsniffen was die Kamera nach einem Reboot so von sich gibt zeigte DHCP-Requests (was? bei statischer IP? bist du dir sicher Kamera?) und lustige Pakete die auf Multi-Cast und Apple-Dinge hindeuten. Einzig und allein antwortete die Kamera auf keine der “erwähnten” IPs.

Daher wurde als zweiter Kandidate eine Axis M1011-W besorgt. Diese Zeit ein recht gemischtes Bild: recht gute Bildqualität aber frickelige Montage und Konfiguration. Die Schwierigkeiten  bei der Befestigung liesen uns dann auch den WLAN-Modus der Kamera testen. Nachdem der hochsichere und längst vergessene MAC-Adressen-Filter des Access-Points umgangen war tat das WLAN, die Kamera zeigt jedoch immer wieder Bildaussetzer. Beobachtung über längere Zeit zeigten etwa 20 Prozent Paketloss, so daß die Kamera strotz der resultierenden Stolpergefahr wieder an ein Kabel gebunden wurde.

Auch die zweite Kamera bietet eine Bewegungserkennung, inklusive Upload auf einen FTP-Server. Bei genau dieser Funktion zeigte sich heute morgen dann eine gewisse zeitliche Verwirrtheit der Kamera. Der Live-View zeigt zwar das Datum von heute und die korrekte Uhrzeit, Bilder der Bewegungserkennung tragen aber in der Einblendung und im Dateinamen  das Datum von gestern. Irgendwie tut die NTP-Implementation da nur so begrenzt was sie soll…

Der Versuch das Datum per Hand zu setzen brachte dann den nächsten amüsanten Bug zu Tage. “1969-12-13 10:00:04″ oder so ähnlich lautete die Anzeige nach dem Reboot (warum auch immer eine Zeitumstellung einen Reboot benötigt). Unix-Kennern wird auffallen daß es sich dabei um einen kleinen negativen Unixtimestamp handelt. Auch der Blick in das Dateisystem der Kamera sieht sehr unixartig aus. An welcher Stelle die Kamera sich beim Eingeben einer Uhrzeit ohne Sekundenangabe aber dergestellt verrechnet blieb dann aus Zeit- und Lustmangel doch unerkundet. Das das Webinterface aber anstelle von Datum und Uhrzeit gelegentlich die Formatstrings “%F %T” anzeigt lässt aber fast vermuten daß man hier das ein oder andere Schmankerl im Quelltext finden dürfte…

Am Ende bleibt mal wieder die Frage: Gibt es IRGENDWAS in der IT was halbwegs bugfrei und intuitiv zu bedienen ist?

Sex sells

August 30th, 2009 || 9 comments || permalink

Letzthin flatterte hier ein Prospekt eines “mobilen naildesign Service” ins Haus. Da könnte man sich jetzt über das schöne Denglisch aufregen oder lästern. Oder man schaut sich den Zettel mal näher an. 15 Eurotierchen für eine Maniküre mit Massage klingt garnicht so schlecht. Nagut. Würde nicht so schlecht klingen wenn man sich was aus seinen Händen machen würde und die Krallen nicht nur kürzen würde wenn sie beim Tippen stören. Aus diesem Grund wollte dich das Hochglanzblättchen auch schon ins Altpapier werfen als mir ein kleine Bild auf der Vorderseite auffiel:

Nägel zeigen oder Jeans ausziehen?

Dort ist auf 3 x 5 Zentimetern zu sehen wie verzierte – vermutlich weibliche – Hände eine Jeans öffnen. Wie ist das jetzt zu verstehen?

Man (oder vielmehr frau) kann die Dienstleistungen auch durch sexuelle Gefälligkeiten bezahlen?

Wenn man seiner Freundin eine Maniküre mit Massage zahlt, dann steigt sie auch viel bereitwilliger aus der Jeans?

Oder soll das Bild einfach nur ausdrücken “wenn ich mit die Nägel machen lass, dann finden mich alle Kerls attraktiv und wollen daß ich mich auszieh”?

Egal wie. Ich versteh einfach nicht warum ein Nagelstudio mit so einem Bild, wo gerade mal fünf, noch dazu eher schlichte Nägel zu sehen sind, wirbt. Aber bestimmt kann es mit jemand in den Kommentaren erklären.

Kiwano

February 8th, 2009 || 1 comment || permalink

Das Stachelungeheuer

Da lag es also das gelb-rote Ungeheuer:

Kiwano

Was auch immer es darstellen sollte. Einen neuen Schwamm? Eine lustige Quietscheente zum drücken und durch die Gegend werfen? Ein neues Haustier? Man weiß das ja nie so genau wenn die Freundin unbewacht einkaufen geht.

Nachfragen bei eben jener Freundin ergab die Auskunft “Ki-irgendwas”. Nicht wirklich hilfreich, aber ein erster Anhaltspunkt. Der Einkaufszettel wusste dann mehr und verriet mir immerhin den Namen des Monsters: Kiwano.

Nur: was ist das? Weiteres Nachfragen und Nachschlagen brachte dann die Erkenntnis zu Tage daß es sich hier um eine auch Horngurke oder Hornmelone genannte Frucht aus der Familie der Kürbisgewächse handelt.

Damit steht fest: Nicht zur Deko sondern Essen!

Auch das artgerechte Schlachten wird erklärt: Der Länge nach halbieren und das grüne Innere essen.

Moment. Grünes Inneres? Bei einer gelb-roten Frucht. Wer hat da am Farbigkeitsregeler gedreht?

Doch tatsächlich:

Kiwano

Die Frucht ist innen Grün. Zwar nicht ganz so grün wie hier auf dem Photo aber eindeutig grün, so wie das Innere einer Salatgurke.

Sehr salatgurkig ist dann allerdings auch der Geschmack. Nicht besonders kräftig. Außerdem leicht glibberig. Einfach wie das Innere halbdurchsichtige einer Salatgurke eben. Nur die Kerne sind masiver und stören beim Essen etwas, so wie die weißen Kerne einer Wassermelone.

Kiwano

Von der versprochenen Note nach Banane, Zitrone oder Passionsfrucht ist keine Spur. Aber wenigstens ist die Frucht auch nicht bitter, so daß wir das Innenleben in einem Joghurt kippen und fertig vertilgen.

Fazit: Zwar essbar, aber auch nicht mehr. Äpfel gibt es billiger und sind viiiiiiel leckerer. Aber natürlich nicht so dekorativ…

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