
Heute habe ich einen alten Freund besucht. Den großen Schimmel, welcher auf dem Foto zu sehen ist: Remy.
Als ich ihn kennenlernte (irgenwann vor 2005), ein nicht ganz unkompliziertes Pferd. In der Box war er bissig, beim Putzen und Satteln sowieso. Dank seiner Größe hatte er auch einen sehr raumgreifenden Trab, was das Aussitzen schwierig machte. Anfangs hasste ich es auf Remy zu reiten. Nach und nach rauften wir uns aber zusammen.
Nach dem Zusammenraufen wurde das Verhältnis immer besser. Ich konnte seinen Trab aussitzen, mit ihm Springen etc. und er machte, was ich von ihm verlangte ohne zu murren: das Reiten auf ihm machte Spaß. In der Box besserte sich das Verhältnis zwischen mir und dem weißen, großen Pferd ebenfalls: er blubberte mir entgegen, wenn ich den Stall betrat, um mich zu begrüßen. Beim Putzen legte er ab und zu noch die Ohren an, drohte aber nicht mehr mich zu beißen. Er stand öfters ganz entspannt und gelassen, auch mit gekreuzten Beinen, wenn ihm langweilig war, in der Stallgasse und döste, wenn ich ihn putzte. Remy ließ sich von mir Kraulen, war mir gegenüber richtig verschmust und ich konnte die Box betreten, wann ich wollte, ohne gebissen zu werden. Das große, weiße Pferd namens Remy hatte Vertrauen gefasst.
Das ging so weiter, bis ich 2005 in den Urlaub flog. Danach hätte ich ihn mieten wollen, um 2 Mal/Woche auf ihm zu reiten. Der Besitzer meinte “nein”, und es sei zu wenig häufig, und würde nicht rentieren und außerdem: “Nein!”. Ich flog 2005 also mit meinem Ex-Freund in den Urlaub, und unterbrach meine Reitstunden für 2 Wochen…
Als ich wieder nach Deutschland kam, kam allerhand Zeug dazwischen, und ich kam nie dazu mich wieder zu den Reitstunden anzumelden. Irgendwann – wohl 2006 – habe ich entdeckt, dass das “Reitschule XY”-Schild nicht mehr da war. Mir schwante Böses und ich hatte Angst Nachforschungen anzustellen. Nachforschungen darüber, was denn mit den Pferden geschehen war.
Oktober 2009 entschloss ich mich dazu die Nachforschungen anzustellen, weil es sich immer noch nach “Remy im Stich gelassen haben” anfühlte. Erste Anlaufstelle: ein Forum, Kategorie: “Pferd gesucht”. Ich fand dort raus, was mit Remy geschehen ist, und wo er wohl noch stehen könnte. Letzte Woche fand ich endlich den Mut zum Telefonhörer zu greifen und anzurufen, heute war ich dann beim “neuen” Stall.
Die “neue” Besitzerin machte einen netten Eindruck, der Hof ist gepflegt, sauber, toll und ein Pferdeparadies mit *richtig VIEL* Platz! Koppelgang mit anderen Pferden, geräumige Boxen mit Blick nach draußen, und ein Platz bis zum Lebensende! Aus dem bissigen Pferd wurde ein aufmerksames, freundliches Tier! Ich muss sagen: ich bin verdammt froh, dass es so für ihn ausging!
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Kommentare
owl: *neid* Ich glaube das Ruhigste und Dunkelste,...
Mao-B: Dann solltest Du mal hoch auf die friesischen...
owl: Ja, eben, normal… Aber dennoch –...