Nächster Halt: Würzburg Hauptbahnhof. Ich renne aus dem Zug, den Bahnsteig entlang. Raus aus dem Hauptbahnhof. In den Bus. Ein Busfahrer, der gut auch als Türsteher arbeiten könnte ist das erste, was ich von Würzburg sehe, als ich hier wieder lande. Das zweite ist im Bus: ein Pärchen mit 2 Hunden, dazu rieche ich den penetranten Geruch von Alkohol, der von den beiden Menschen ausgeht. Alkohol und Zigarettenrauch. Die Zunge des Manns ist ziemlich schwer, er lallt und verlangt nach der Flasche. Mitten im Bus. Die Frau beruhigt ihn, er wirkt wie ein nörgelndes, weinerliches Kind. Sie belästigen nichts und niemanden, außer mich – durch den Geruch.
Ich steige aus dem Bus und laufe erstmal in Richtung Wohnung. 100 Meter vor dem Platz mit den Müllcontainern rieche ich schon den unverwechselbaren Gestank von Rest- und Biomüll im Sommer. Ohja, so muss Sommer riechen. Sollte ich jemals eine Leiche auffinden, die schon vor sich hinverwest, dann wird sich mir der Geruch vermutlich ins Gedächtnis brennen und ich ihn nie wieder loswerden. Ich hoffe ich finde nie eine.Weiter, immer weiter, zur Wohnung. Das Sirren eines Staubsaugers und das hohe Fiepen der defekten Heizungsanlage begleitet mich ins Haus. Ich schließe beides aus. Nichts von Belang im Briefkasten.
In der Wohnung angekommen durfte ich erstmal das Telefon fixen. Nachdem ich das richtige Kabel mit einigen Schimpfwörtern bequasselt habe, und ihm Gewalt androhte, funktioniert mein Telefon wieder. Schnell den Rucksack ausgepackt, die Wäsche sortiert etc. – alles innerhalb von 60 Minuten. Routine, so langsam entwickle ich sie.
Und nun sitze ich hier, höre die Grillen zirpen. Kein Stern ist am Himmel zu sehen. Die Luft, die von draußen reinkommt ist auch nicht angenehm – als ich die Fenster öffnete, fühlte ich mich, als hätte ich versehentlich die Türe des Geschirrspülers geöffnet: ein Schwall feucht-warmer Luft schlug mir entgegen. Und morgen soll’s 31°C werden – und einige Regenschauer geben. Na denn: Prost, Mahlzeit.