Ich spiele mit dem Gedanken irgendwann eine alte Freundin zu besuchen, die mitten im Schwarzwald lebt. Sozusagen ganz, ganz, gaaaaaanz weit unten im Südwesten der Republik. Im Dreiländereck, wo sich die Schweiz und Frankreich “hallo” sagen. Dort unten ist’s schön, ruhig und gemütlich und die Landschaft gefällt. Ich war dort schon ewig nicht mehr, sicherlich über 10 Jahre, könnte ich mal wieder ändern. In Basel war ich auch noch nie, und in Frankreich ebensowenig, auch dies könnte ich mal ändern.
“Auto oder Bahn” fragte ich mich, und guckte mal auf der Bahnwebsite nach Verbindungen. Regionalbahn/-express mit Länderticket (Würzburg ist ja “Grenzstadt” und man kann also mit einem Baden-Würtembergticket durch BaWü tingeln) oder dann halt die Super-Bonzenvariante: ICE.
Die BaWü-Ticket-Tingle-Variante schied sehr, sehr schnell aus:
Die ICE-Variante ist im Vergleich zum Auto allerdings auch absolut unattraktiv. Im besten Fall über 5, im Normalfall über 6h mit dem Zug (+Bus) unterwegs, und dabei muss das mit dem Umsteigen, den Anschlüssen erreichen usw. auch erstmal klappen… Nu’ – ‘ne Weltreise wollte ich nicht machen, ich nehm’ dann das Auto und tingle in aller Gemütlichkeit mal quer durch BaWü – irgendwann. Eigentlich bietet sich die Weihnachts(markt)zeit an, oder?

Das BaWü-Ticket wurde schon ein paar Mal von $Freund genutzt um mich hier in Würzburg zu besuchen. Da es sowieso keine schnelle Verbindung von Würzburg direkt gibt, passte das ganz gut. Allerdings verliert beim Vergleich Bahn/Auto eigentlich immer die Bahn. Wenn nicht wegen der Zeit oder dem unmöglichen Umsteigen, dann spätestens beim Preis.
Nö, garnicht wahr. Also zumindest mit BC25+Sparpreis gewinnt vom Preis-Leistungsverhältnis her die Bahn (außer ich habe (genügend) Mitfahrer im Auto), wenn ich die Strecke WÜ< ->IN fahre. Von der Zeit her ebenso. Ähnlich geht es auf so Langstrecken wie z.B. WÜ< ->Berlin, aber nach BaWü ist’s tatsächlich eher Gegurke – habe ich gemerkt, als ich nach Ludwigsburg wollte und mir Verbindungen nach Karlsruhe raussuchte. Entweder man fährt WÜ->FFM->LB/S oder aber gleich mit der Bummelbahn, spart sich das Umsteigen etc…
Also Würzburg -> Hamburg -> Stuttgart habe ich mit dem Auto gemacht, weil die Bahn unfähig ist. Kostenpunkt so um die 240€, Fahrtdauer von insgesamt mindestens 4h+6h und idealerweise würde ich nachts in Stuttgart stranden, wenn keine S-Bahn mehr fährt. Ein Taxi vom Hauptbahnhof zu meinen Eltern kostet zwischen 40€ und 50€, das habe ich schon einmal gebraucht. Würzburg -> Berlin kostet einfach 111€, wie willst du das mit dem Auto teurer hinbekommen? Der ICE braucht für die Strecke etwa viereinhalb Stunden, mit dem Auto sind es laut Google Maps fünf Stunden.
Würzburg -> Ingolstadt mit der Bahn 43€ für 1:30h, mit dem Auto laut Google Maps zirka 2:30h und grob gerechnet 28€ für Benzin (250km * 7l/100km * 1,60€/l). Nur fahre ich mit dem Auto direkt vom Startpunkt zum Zielort, was bei der “Komfort”-Lösung Bahn ja nicht berücksichtigt wird (siehe Taxi-Beispiel oben). Selbst wenn man den örtlichen Nahverkehr noch nutzen kann, sind das in der Regel locker 15min bis 30min, die man zum/vom Hauptbahnhof braucht. Plus Pufferzeiten, damit man den jeweiligen Anschluss auch wirklich bekommt.
7l/100 km kann ich bei mir nicht ansetzen – eher so 8.5-9.0 l/100 km, je nachdem wie schnell ich fahre. Preis ist momentan ja eher bei 1.62€/l, hätte ich mal behauptet. Mit der Bahn + Sparpreis usw. usf. zahle ich normalerweise 18 € (one way) auf der Strecke WÜIN. Auf der Autobahn, wenn ich mein Auto mit “Bleifuß” fahre, brauche ich knapp über 2h. Wenn ich so mit 130 km/h fahre brauche ich ungefähr 2.5-2.75h, ähnlich, wenn ich die kürzere Strecke über Landstraße fahre (und mir nicht jeder Bauer, LKW, Stau, (Reh, Katze, Hase, Igel, Huhn, Rollstuhlfahrer, Truppe von Radfahrern) … auf der Strecke über den Weg fährt, rollt, stirbt…
Gibt ja immer diese Last Minute-Angebote…
Zum Thema Berlin und so: Hotel mit 2 Übernachtungen mit Frühstück + Bahnfahrt + Reiserücktrittversicherung war glaube ich bei 190 € – OHNE Bahncardermäßigung, weil ich da die BC25 noch nicht hatte. Ich guck’ halt, dass ich ein Super-Sonder-Sparpreisangebot bekomme. Hamburg gibt’s glaube ich Hotel+2x(Übernachtung+Frühstück)+ICE-Anreise auch für so ca. 190 €, abzüglich BC25-Rabatt…
Okay. 7l/100km ist bei mir eher der hohe Verbrauch und das Teufelszeug E10 hat die letzten Wochen zwischen 1.50€ und 1.55€ gekostet.
Statt eine BC25 müsste ich eben einen neuen Diesel mit 5l/100km gegenrechnen und statt Super-Sonder-Sparpreisangebote (von denen ich wirklich noch nie profitieren konnte, egal ob ich Wochen/Monate im voraus geplant habe oder spontan Last Minute etwas wollte, weil sie eben so Super-Sonder- sind) gibt es dann den günstigen Sprit aus den Nachbarländern.
Wie auch immer, die Bahn und ich werden wohl in diesem Leben keine Freunde mehr.
Super-Sonder-Sparpreisangebote bekomme ich auf der Strecke WÜIN eigentlich immer, WÜN war auch nie ‘n Thema, andere Strecken bin ich nicht so häufig gefahren… Nach Berlin wie gesagt auch, ansonsten habe ich noch nicht viel ausprobiert. Muss ich “demnächst” mal ändern.
Ich glaube aber auch, dass das mit dir und der Bahn nix mehr wird in diesem Leben
Busreisen fände ich auch attraktiv, so als Alternative zur Bahn, aber da muss ich mir in Würzburg noch ein geeignetes Reisebüro suchen, das irgendwelche “Schnäppchenreisen” oder “Last-Minute-Reisen” anbietet.
Dass du bekennender Bahn-Hasser bist, ist ja bekannt
Ich würde da immer das Auto nehmen. Erstens hab ich keine Bahncard oder sonstwas und müsste die horrenden Preise zahlen. Auto ist da merklich billiger. Und zweitens bin ich damit flexibler, kann am Ziel rumfahren und bin an keine Zeiten gebunden. Ist für mich stressfreier.
Auto 2 – Bahn 1(?)
Ja, man ist vor Ort flexibler, das ist wahr. Je nachdem wo es mich hinzieht, ziehe ich dann auch das Auto vor, aber bisher hat’s in deutschen Städten, die ich besuchte, noch immer ausreichende Möglichkeiten gegeben von A nach B zu kommen – und irgendwo macht es – zumindest für mich – auch so ‘n bisschen den Reiz aus, eben mal kein Auto zu haben und sich mal “unter die Leute” zu mischen. In Berlin beispielsweise. zum Hotel fahren, würde ich das alles überhaupt nicht mitbekommen, und das fände ich langweilig/schade.

Vielleicht bin ich aber auch einfach geduldiger und gebe mich still dem Leiden/meinem Schicksal hin, wenn ich Bahn, Auto, Bus, Boot, Rad, was-auch-immer fahre, denn außer das Beste aus einer solchen Situation zu machen, kann ich eh nix tun. – Und ein Stau/eine Verspätung/was-auch-immer kommt, egal wo/wann/womit man fahrt.
Diese Geduld ist toll, ermöglicht mir nämlich in aller Seelenruhe quer durch Kroatien zu tingeln, komme, was da wolle, denn ich habe Zeit + Geduld im Gepäck.
Ich finde die U-Bahnstationen dort haben ihren eigenen Flair, und es ist interessant nachts um 2 mit der U-Bahn zum Hotel zu fahren, dort die Leute, die mitfahren, zu beobachten. Man kann in den Gesichtern und an der Körpersprache, an den Gruppen, die sich bilden oder eben nicht bilden etc. “Geschichten lesen” – und das finde ich spannend. Würde ich “oberirdisch” mit dem Auto von
Ansonsten: meinereiner läuft *SEHR* viel, wenn er in Städten unterwegs ist. Beispiel? – Als ich in Berlin war, bin ich an einem Tag locker 14-16h / Tag rumgelaufen/-fahren/sonstwie unterwegs gewesen. Kamera vors Gesicht, stehenbleiben, abdrücken. Auch das ist mit einem Auto viel weniger einfach möglich.
Meine Kroatienreise, so wie sie jetzt geplant ist, wäre mit Bahn + Bus in dieser Form nicht möglich. Ursprünglich sollte das ja mal ein Interrail-Trip werden, dann schwenkte ich um auf “Bahn+Bus”, aus dem “Bahn+Bus” wurde ein “nur Bus”, aus dem “nur Bus” wurde ein “Bus+Mietwagen”, weil ich ansonsten das, was ich vorhabe, nicht machen könnte. Die Bahnverbindungen sind in .HR verglichen mit .DE extrem schlecht ausgebaut -> vergiss es. Mit dem Bus wäre es auch noch zu unflexibel gewesen, also werde ich in den saueren Apfel beißen, und mir einen Mietwagen schnappen um damit im wahrsten Sinne des Wortes quer durchs Land zu fahren -> die Flexibilität einfach “auszusteigen und Fotos zu machen” habe ich nämlich nur so.
Ansonsten behaupte ich mal: ich bin abgehärtet, was das Rumfahren angeht, oder anders ausgedrückt: ich habe i.d.R. eine Engelsgeduld. Ich weiß jetzt nicht, was mich so nachhaltig geschädigt hat, ob es das Rumtingeln mit der Bahn im vergangenen Jahr war, oder ob es das Rumgondeln mit einem Reisebus voller Rentner im Mai war, oder ob das die Nachwirkungen von der Münchener Pendelei sind, oder sind letzen Endes die vielen Staus und das Rumgefahre auf der Autobahn/den Landstraßen schuld…?
Früher war ich auch öfter mal in Berlin weil da Freunde studierten. Ging wunderbar mit Auto nach Pankow-Heinersdorf und von dort nur S- und U-Bahn. Leider wurden die Verbindungen immer schlechter, dafür aber teurer. Ich konnte auch aus Hessen mit einem D-Zug nachts nach Berlin durchfahren. 2 Jahre später ging das nur mir 4 mal umsteigen. Also das sind so meine Erfahrungen mit der Bahn. Wahrscheinlich will ich nur zu außergewöhnliche Sachen.
Und um 2 Uhr allein auf ner U-Bahnstation hat eher was mit Selbstmordgedanken als mit Flair zu tun. Huhhhhh.
Na gut, zu Hessen und D-Zügen kann ich nix sagen
Wieso haben U-Bahnstationen nachts um 2, alleine eher was mit Selbstmordgedanken zu tun?
Na kuckst du denn kein TV? Da wird man überfallen. Immer! Alle!
TV: das tu’ ich in der Tat sehr wenig.
Überfallen: ach das meinst du. Pauschalisierungen und Paranoia überlasse ich anderen.