Manchmal ist das Leben…

June 4th, 2011 || 2 comments

nur mit so viel Humor zu ertragen, dass es weh tut. Heute zum Beispiel.

Ich bin dann, nachdem ich mein Mountainbike wieder flott gemacht habe, mal so ein bisschen Rad gefahren. Soll heißen: Neuburg -> Schrobenhausen und zurück. Das “zurück” gestaltete sich ein klein wenig abenteuerlicher, denn es hat dann, als ich in ca. 2 km vor  Grasheim war, angefangen zu regnen: große, dicke Tropfen, aber wenige. Frau überlegt sich: “weiterfahren oder irgendwo unterstellen?” – Fürs Unterstellen entschieden, was sich dann als keine Minute zu spät erwies.

Als ich dann in der Kartoffelscheune stand, und mich ans hinterste Ende verkrochen hatte, zog über die Felder, die von dort aus hervorragend zu beobachten waren, innerhalb von 2 Minuten ein großer, grau-weißer Teppich, der die Sicht auf die Hügel die dahinter lagen/hätten liegen sollen/vorher noch da waren, versperrte. Ich dachte erst, dass irgendwas mit meinen Kontaktlinsen komisch wäre, lag damit aber falsch. Ich habe dann mal versucht eine Möglichkeit nach Hause zu kommen, zu organisieren und deswegen einen Telefonanruf mit dem Handy getätigt. Je näher diese komisch grau-weiße Wand gekrochen kam (lautlos!) desto instabiler wurde die Verbindung, bis sie plötzlich ganz abriss.

Da stand ich nun, ich armer Wicht, abgeschnitten von der Außenwelt. Was macht der geneigte Mensch dann, bevor er erfriert und wenn er nichts mehr machen kann, außer langsam und qualvoll der Welt beim Sterben zuzusehen? – Genau, er schnappt sich ein paar der (dreckigen) Plastik-Kartoffelsäcke, die so rumlagen und vom Winde verweht wurden, und setzt sich drauf/wickelt sich darin ein. Anschließend wird das vorher gekaufte Bio-Hafergebäck der Firma “BIO SONNE – Die Sonnenseite des Lebens” aus dem Rucksack gezogen. So saß ich nun da: mit ‘nem Bio-Haferplätzli zwischen den Zähnen, in Kartoffelsäcken eingewickelt, und vor mir ging die Welt unter. Über mir auch, zumindest hörte es sich so an, als der Hagel auf das Wellblech-Scheunendach aufschlug. Es gewitterte, regnete und hagelte gleichzeitig. Und ich saß da und grinste ob der Ironie der “BIO SONNE” inkl. des damit verbundenen Slogans in Kombination mit dem Weltuntergangswetter in der Welt vor meiner Scheune.

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Irgendwann hatte es dann aufgehört zu regnen und ich konnte weiterfahren. Nass wurde ich auch jetzt, denn die Schutzbleche lagen in Würzburg. “Da liegen sie gut”, dachte ich mir, und fuhr fleißig weiter immer dem Sonnenuntergang entgegen. Ich musste ankommen, bevor die Sonne final hinter dem Horizont verschwand, denn Licht hatte ich natürlich im Koffer in Neuburg – schließlich war keine Regenunterschlupfpause eingeplant, als ich losfuhr. Man strampelt und kämpf, schwitzt und flucht und die Muskulatur ist so kurz vor “scheiße, ich mag nicht mehr, fordere mich weiter so und ich verkrampfe”. Tat sie zum Glück nicht, dafür wurde sie davor ja mit Keksen bestochen. Weiter, weiter, weiter. Irgendwann entschließt sich mein MP3-Player dazu, dass es Zeit für ein bisschen Ironie ist, und er spielt “Steppenwolf – Born to be wild”. Das ist dann der Moment, an dem ich – vollkommen durchweicht von unten und oben und innen heraus, vor Dreck starrend (Erde, Schlamm, Schlonz, etc.) – grinsend und glücklich auf dem Rad saß. Ich denke deswegen haben die Leute auch ein bisschen blöd geguckt, als ich – ziemlich verwildert – in hoher Geschwindigkeit durch die Ortschaften fuhr. *gnihihihi*

Nein, der Humor hat nicht gelitten, denn der muss so. Der ist gerade so schwarz, dass es fast schmerzt. ;-)

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