Heute habe ich was Neues ausprobiert und Geld dafür gezahlt um zu lernen, wie es so ist vollkommen zu versagen – immerhin hatte ich Spaß dabei und habe etwas über mich selbst gelernt.
Wer mich kennt, weiß oder wird vermuten, dass mir das, was ich tat, schwerfiel.
Anschließend musste ich mich allerdings in mein Auto setzen, und viele, viele Kilometer zwischen mich und “der Zivilisation” bringen. Ich spielte dann erstmal “eine Frau, ein Auto, viele Kilometer, Sonne, und laute, laute (Rock)musik”, machte das Fenster auf, und genoss den Fahrtwind in meinen Haaren.
Ich habe mich dann irgendwo im Spessart herumgetrieben, teilweise fernab der Straße. Mein Auto sieht nun nichtmal mehr aus “wie Sau”, sondern als wäre ich irgendwo durch Matsch und Wüste gebrettert und als hätte ich versehentlich an einer Ralley teilgenommen. Nein, es ist nicht so zerknautscht! Das nächste mal, wenn ich einen Ort verlasse, dessen Ortsschild keinen “nachfolgenden Ort in x km” anzeigt, sollte ich mir zweimal überlegen, ob ich diese Straße wirklich weiterfahren will, denn plötzlich ging die Straße in zunächst einen Schotterweg über, um anschließend in Waldweg überzugehen – jeweils ohne Ankündigung, wohlbemerkt! Ich musste dummerweise “dem “”"Straßen”"”verlauf mehrere km folgen”, wie es so schön heißt, weil es auf diesem einbahnstraßenbreiten Schotter-/Waldweg schlichtweg und ergreifend keine Möglichkeit gab mein Auto zu wenden. Ich hätte mich natürlich rechts in die Felder und links die Bahngleise stürzen können, aber ich fand’ die Idee dann doch nicht ganz so prickelnd. – Vielleicht einfach der “Hauptverkehrsstraße” folgen, oder aber ein offroadtaugliches Fahrzeug (Panzer?) nehmen. .oO( das wäre aber doch langweilig, oder? )
Letzten Endes kam ich dann, als ich irgendwann aus dem verschlafenenen Nest “Nantenbach” (zur Groben Orientierung genügt es zu wissen, dass es irgendwo mitten in der Pampa zwischen Gemünden und Lohr, in Bayern, im Spessart ist) entflohen bin, wieder auf die “Hauptverkehrsstraße” zurüdck, und fuhr weiter in Richtung Lohr am Main.
In Lohr wollte ich dann, nachdem ich irgendwo einen Parkplatz ergattert hatte (wo bitteschön gibt es in dieser Stadt freie Parkplätze außer in diesem nahezu nicht verwendeten “Altstadt-Parkhaus”?), “eine Toilette überfallen und irgendwo was zu Trinken besorgen” (kein Kaffee, möglichst keine heiße Schokolade, aber Limo wäre ok gewesen). Ich lief also – vollkommen zerzaust durch den Wind – so herum, und dachte mir: “hm, Eis. Eis wäre auch ganz nett” und versuchte erstmal herauszufinden a) wo es Eisdielen gab, und b) wie voll diese so waren. Ich hatte ja keine gesteigerte Lust auf “Menschen” mehr, und wollte dem zu Folge “etwas Ruhigeres”.
Nachdem ich also so langlief, landete ich irgendwie in verwinkelten Gassen auf dem Hinterhof einer Kirche. Superklasse, *dort* gibt es sicherlich *kein* Eis
Weitergetingelt und mehr von verwinkelten Altstadtgassen entdeckt. Sehr hübsch, wirklich – muss ich wieder mal machen (aber dann mit mehr als nur ‘nem Fotohandy) und letzten Endes habe ich ein paar Kinder angequatscht, wo es denn “das beste Eis der Stadt[tm]” gibt. Mir wurde eine Eisdiele, deren Namen ich schon wieder vergessen habe (“irgendwas mit B”) und der Weg dorthin beschrieben. Die Beschreibung “durch diese Gasse, rechts und wieder rechts” führte mich jedenfalls leider nicht zum Ziel, aber das Erdbeereis sollte ich probieren – wie immer auch die Eisdiele geheißen haben mag und wo immer sie auch versteckt war.
Also stand ich wieder da: auf der Suche nach der ultimativen Eisdiele mit Toilette! – Und weiter, weiter, weiter. – Dann sah ich sie! Sie, die kleine, in einer Seitengasse versteckte Eisdiele, nur wenige Menschen saßen draußen rum. “Venezia” sagte das Schild an der Wand, und man konnte drinnen oder draußen sitzen. Die Eis-/Kuchen-/Getränkekarte war auf italienisch und deutsch, und die Bedienungen konnten auch beide Sprachen fließend sprechen. Italienischer Charme mitten in Lohr.
Was aber wichtiger ist als italienischer Charme (mir zumindest), war das Eis, denn dieses war durchaus delikat und zu empfehlen.
Weiter ging’s – zurück in das Parkhaus mit der furchtbarsten, unlogischsten und unverständlichsten Beschilderung, die mir je unter die Augen gekommen ist. Nachdem ich dann die Ausfahrt letzten Endes doch irgendwann gefunden hatte (was sich auf Grund der Beschilderung und der verwendeten Symbole, die auf der Beschilderung vorzufinden waren, als etwas herausfordernd erwies), hatte ich nicht nur das gesamte (!) Parkhaus kennengelernt, indem ich es einmal komplett abgefahren war, sondern glücklicherweise dann auch wieder Tageslicht gesehen
Weiter ging’s, diesmal wieder im Auto! – Mitten durch die Pampa, irgendwo zwischen Feldern, Wiesen und Wäldern (gab es dann noch Straßen), und ich landete in Marktheidenfeld. Ich landete nicht nur in Marktheidenfeld, ich machte sozusagen eine Punktlandung, nämlich um 19.55 Uhr – 5 Minuten vor Ladenschluss. Also noch genug Zeit um die garantiert nur noch in geringen Mengen vorhandenen Netto-nicht-so-tolle-Qualität-Brötchen + Frühlingszwiebeln zu kaufen. Wunderbar, Frühstück und Mittagessenversorgung für Sonntag wären somit gesichert. Juhu!
Weiter, weiter, ab nach Hause – und dann kam ich in Hettstatt raus, und wunderte mich, wieso dort auf den Feldern und Wiesen so ca. 2 Dutzend Polizeifahrzeuge, v.a. auch VW-Busse stehen und weitere Einsatzfahrzeuge hinzukamen (sicherlich nochmal ein Dutzend). – Wer hier mehr Infos hat, möge sie mir doch zukommen lassen!
– Irgendwann kam ich dann auch mal “zu Hause” an, und ab hier fäng der Tag an unspektakulär und langweilig zu werden
Klingt zumindest nach einer hübschen Tagestour ins blaue
Hab Ich irgendwie schon ewig nimmer gemacht :-/
Tagestour?
3h-Tour
Wenn du sowas ewig nicht mehr gemacht hast, setze dich *JETZT* ins Auto und fahre irgendwohin
Pack’ Geld, Kamera, und Wasser ein. Alles andere ist optional. Rucksack + Wanderschuhe an den Mann und auf! Los, los!
JETZT…. hätte Mein Brötchengeber sicherlich was dagegen einzuwenden? *hüstelscheisssonntagsschichten* Ansonsten: Da Meine Leistungsfähigkeit seit Anfang des Jahres wieder zu nimmt und sich die alten (Um)triebe als doch nicht so abgestorben heraus stellen wie vermutet… rückt das sicherlich wieder in den Bereich des möglichen
Sonntagsschichten: mein Beileid
Hoffentlich zahlt er gutes Schmerzensgeld, dein Brötchengeber
Zunehmende Leistungsfähigkeit ist immer gut
Freut mich zu lesen