Ein paar Worte über…

March 10th, 2011 || 0 comments

Am Ende vom Stress bleibt noch viel Leben übrig, oder so ähnlich… Nach dem Stress der letzten Wochen und Monate habe ich vor ein paar Tagen nach Abschluss der schlimmsten “Stressphase”@work festgestellt:

  • Stress @ work -> weniger/normal -> “ab jetzt wird alles besser”
  • meine Wohnung ist aufgeräumt und braucht wenig “Maintenance”
  • überflüssige Verträge sind gekündigt

Es gibt eigentlich nur noch ein paar wenige Punkte, um die ich mich kümmern muss (außer dem “normalen” Kleinkram halt):

  • Steuererklärung für 2010
  • Geld “einfordern”
  • Will ich digitales Kabel/TV, oder nutze ich es eh nicht? Will ich irgendeine Movieflatrate? Welcher Anbieter?
  • Will ich den Anbieter Inet/Tel wechseln (geht das überhaupt in der Mietwohnung/Wohnanlage)?
  • Wann kaufe ich mir einen Fahrradheckträger und brauch/will ich das wirklich? Was habe ich vor mit meinem MTB? Will ich wirklich wieder Touren fahren und ginge das nicht auch ohne? “Höhenmeter als Herausforderung” und so…
  • Welche Reifen will ich eigentlich so auf meinem MTB fahren (viel geteerte Wege usw. – bleibe ich auch in Zukunft auf geteerten Wegen, oder verwandele ich mich (und mein Rad) wieder in ein Schlammschwein)? –> hängt auch mit der Frage “Heckträger ja/nein” zusammen
  • Will ich mir einen Trockner in der Wohnung aufstellen? Wohin? Platz im Bad ist keiner, d.h. wenn ich einen Trockner wollen würde, müsste ich ihn wohl in Küche/Wohnzimmer stellen und er muss definitiv _leiser_ als die Geschirrspülmaschine sein, sonst nervt er nur. Andererseits: wann brauche ich ihn wirklich? Bettwäsche, Handtücher, Decken im Winter. Ginge das nicht auch anders?
  • Noteslate ja oder nein und wann? :-)
  • Will ich im Homeoffice von meinem Zweitwohnsitz evtl. einen richtigen Schreibtisch, oder einen Tischaufsatz? Oder nichts von all dem, weil ich eh nur einzelne Tage alle paar Wochen dort verbringe? Will ich mir dort ein bisschen ein “Kreativbüro” einrichten, oder will ich es als “normalen Tisch mit Monitor” behandeln?
  • Will ich langfristig die Bahncard 25 auf die Bahncard 50 upgraden? Wie viel will/werde ich die nächste Zeit (nach November) so reisen?

Das ist Kleinkram, der sich über *Monate* hinziehen wird. D.h. jetzt, wo meine Wohnung in Ordnung ist, und ich weniger Stress auf der  Arbeit habe, habe ich plötzlich wahnsinnig viel neue Freiheit und Freizeit gewonnen.

Ich habe im letzten halben Jahr ein phänomenal gutes Zeitmanagement entwickelt, ansonsten hätte ich all das nicht gepackt. Ohne mein Zeitmanagement wäre die letzten Wochen wohl meine Wohnung im Chaos versunken, ich wäre extrem gestresst gewesen, und hätte nicht durchgehalten. Ich war die letzten Wochen an vielen Wochenenden unterwegs, und oft bis 20 Uhr beschäftigt. Ich habe immer Freizeit mit eingeplant, und wenn es nur 2h/Tag waren, ansonsten wäre das alles *ziemlich* in die Hose gegangen. Die stressige Zeit hat aber auch Gutes mit sich gebracht, denn ich habe jetzt eine tolle Wohnung, einen Plan wann ich was in der Woche erledigen sollte, damit es möglichst optimal und reibungslos läuft, und generell: quasi *alles* totoptimiert.

Ich habe inzwischen Packlisten für verschiedene Orte, Tätigkeiten, und über unterschiedlich lange Zeiträume. D.h. mein “Koffer (=Rucksack) packen” sieht so aus, dass ich mir überlege “wie viele Nächte bleibst du und was willst du machen? Musst du unterwegs arbeiten, und wenn ja, brauchst du “Power”, oder reicht das Netbook? Ist mit Streiks bei der Bahn zu rechnen? Wann kommst du wieder in Würzburg an? Willst du noch vor der Rückfahrt duschen, oder willst du erst in Würzburg duschen? (hängt zusammen mit “wann kommst du wo an?”)” und mir die entsprechende Datei auf meinem USB-Stick raussuche und ausdrucke. Anschließend ist es nur noch “die “Reisekiste” aus dem Schrank ziehen” und dann die Liste abarbeiten, z.B. 3x Sweatshirt, 3xT-Shirt, 3x Socken, 1x Netbook+NT, 1x Handy, 2x Bücher…

Ich habe einen Plan, wann ich meinen Hamster, und wann ich die Wellensittiche säubere. Ich habe einen Plan dafür, wann ich am besten die Wohnung reinige und was wann gemacht werden muss (z.B. Bad putzen + saugen + blablabla). Klingt zwanghafter, als es ist, denn solche Pläne kann man, wenn man es *will*, auch verschieben/aufschieben/ändern ;-)

Aber wieso sollte ich etwas, was sich in der Belastungsprobe über Wochen bewährt hat, ändern wollen? Wieso sollte ich einen weniger perfekten Plan oder nicht-Plan haben wollen, wenn ich mir so mehr Freizeit verschaffen kann? Im Grunde bin ich nämlich stinkfaul, hasse Hausarbeit, und finde es nervig meine Freizeit im Zug zu verbringen, aber das Jammern hilft auch nicht. Jammern ist verschwendete Energie, die ich auch einfach dazu nutzen könnte, den Kram, den ich erledigen muss zu erledigen und anschließend mehr von meiner Freizeit zu haben. In der kann ich nämlich tolle Dinge tun, wie z.B. wandern, spazieren gehen, laufen, schwimmen, radfahren, reiten, zeichnen, schreiben, fotografieren, Filme gucken, ins Kino gehen, Freunde treffen, reisen, kochen, essen gehen, spielen (Brettspiele, auch wenn ich über die Anschaffung einer Konsole nachdenke), faul sein, kreativ sein, meine eigene Firma vorantreiben, Sprachen lernen, viel Unsinn lesen und machen… Ist ja nicht so, dass ich keine Ideen hätte, was ich so alles mit meiner Freizeit anfangen könnte… ;-)

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