Zu allererst: ich habe keine Ahnung ob das Leben einen Sinn hat oder nicht. Ich bin mir nichtmal sicher, ob es wichtig ist, ob das Leben einen Sinn hat, oder nicht. Momentan ist mir die Sinnfrage relativ egal, momentan ist für mich der „Sinn“ des Lebens glücklich zu sein, Spaß zu haben, und das Leben zu genießen, denn es ist zu kurz, um dauernd verzweifelt in der Ecke zu hängen und zu grübeln. Ich will was von der Welt sehen, was erleben. Ich will MEINEN persönlichen Traum leben. Vielleicht ist das der Sinn (für mich). Vielleicht ist das auch DER Sinn, wer weiß.
Ich weiß nur, dass ich ein Suchender bin und immer war. Ich bin seit mind. 10 Jahren auf der Suche nach dem Sinn und habe nie eine schlüssige, eindeutige Antworten gefunden. Nie. Ich habe mich in dieser Zeit mit den unterschiedlichsten Dingen befasst, mit unterschiedlichen Menschen zu verschiedenen Gelegenheiten – passenden und unpassenden – gesprochen. Antworten habe ich keine gefunden – und erst recht keine, die auf mein Leben pass(t)en. Antworten lieferte am ehesten Zen(-Buddhismus), denn Zen verspricht nichts und liefert nichts
Zen heißt: im Moment leben. Zen heißt: bewusst leben. Zen heißt: genießen. Zen heißt: die Balance finden und halten. Zen heißt: Zeit nutzen. – Zen heißt: Sein.
Ich denke, dass mir persönlich dieses „bewusst im Moment leben“ jahrelang fehlte. Ich lebte ein Leben, in dem ich immer suchte. Ich lebte in gewisser Weise ein Leben auf der Überholspur. Wenn man mich hier im Blog oder man mir „in Real Life“ begegnet (und man mich nicht lange und gut kennt), würde man mir niemals zutrauen, dass ich das Leben, das ich lebte, lebte.
Was das für eines war, werde ich in diesem Blog nicht niederschreiben, oder falls doch, dann erst in ein paar Jahren. Vielleicht mache ich aber tatsächlich mal das, was viele Leute mir immer wieder sagen: „Sandra, du solltest ein Buch schreiben“, obwohl die unterschiedlichen Leute jeweils unterschiedliche Bruchstücke meines Lebens – und noch nichtmal all die Details – kennen. Noch kann ich mich jedoch nicht dazu durchringen, denn noch stecke ich viel zu sehr in meinem „alten Leben“ und wenn ich jetzt veröffentlichen würde, was ich erlebt habe, könnte dies zu viele Konsequenzen haben, was ich nicht möchte.
Ich dachte früher immer, dass ich den Sinn finden würde, wenn ich mich selbst verwirklichen würde: viel Geld, viel Wissen, viel erleben, viel sehen, viel machen, viel lernen, immer der/die Beste sein. – Geld, Wissen und Erlebnisse sind wichtig – auch heute noch – keine Frage, aber es ist nicht alles.
Ich will Geld, ich will die Welt sehen, ich will gut sein – aber ich strebe nicht mehr danach die reichste Frau der Welt und gleichzeitig berühmter als Bill Gates zu sein. Ich strebe nicht mehr danach Bill Gates’ härtester Konkurrent zu sein. Denn das ist nicht mehr mein Leben, das gibt mir keinen Sinn, keinen Halt, nichts. Geld ist auch nicht sinnstiftend, sondern erleichtert einem höchstens zu leben und Dinge zu sehen, die man sehen möchte. Geld ist also Mittel zum Zweck, genauso wie Berühmtheit, und Wissen Mittel zum Zweck sind, um Geld zu verdienen. Alles in Allem also ein ziemlicher Teufelskreis.
Es geht um Balance. Es geht darum das Leben zu genießen und egal was kommt, das Beste daraus zu machen. Ich habe 26 Jahre für diese Erkenntnis gebraucht. Es geht darum, glücklich zu sein, und für sich selbst zu erkennen, was einen glücklich macht, was einem „Sinn“ und „Glück“ gibt. Für mich ist das einerseits mein Job und Selbstverwirklichung, denn ich arbeite gerne in der IT und bei meinem Arbeitgeber, auch wenn ich manchmal fluche, was aber vermutlich normal ist
Andererseits will ich eben was von der Welt sehen. Ich will verschiedene Plätze sehen und reisen, ich will gut essen, ich will Sport machen, Tiere um mich herum haben, die Ruhe genießen, Bücher lesen, schreiben, zeichnen, Ideen verwirklichen, Probleme finden und lösen, Inspirationsquelle sein, und mich inspirien lassen, kreativ sein, gute, tiefschürfende Gespräche führen, faul sein, hyperaktiv sein, meine Freiheit und Freizeit genießen, mit meiner Familie, meinen Freunden und natürlich mit meinem „signifcant other“ herumhängen und die Zeit nutzen.
ZEN: Sein.