Urlaub 2008 – Tag 1: Der Tag des Viellaufens

July 6th, 2008 || 0 comments

Vorgeschichte gefällig? Prolog II und Prolog I

Wir schreiben Mittwoch, den 11.06.2008

Gegen 03:30 waren wir dann in München, wo mein Freund und ich am Air Berlin-Schalter, Terminal A1, abgesetzt werden mussten. Nachdem wir einen Parkplatz gefunden hatten, die Koffer auf einen Wagen schmissen, gingen wir los.

Um uns herum herrschte noch tiefste Finsternis, am Flughafen war im sterilen Neonlicht lediglich das Flughafenpersonal, das die Gehwege mit einem Hochdruckreiniger bearbeitete, zu sehen. Ein feiner Wassernebel lag in der Luft. Es herrschte eine Stimmung der Sorte “bevor der große Ansturm kommt”; kurz: Der Flughafen lag noch im Tiefschlaf.

Wir trotteten mit dem Gepäck ins Innere, zum Checkin-Schalter, wo wir gegen 04:00 eincheckten.

Nachdem wir die Boardkarten in den Händen hielten (juhe, wir hätten noch ca. 15 kg mehr Gepäck haben dürfen -> endlich mal KEIN Übergepäck) hatten wir ja das Gepäck los, und begaben uns zu meiner “Lieblingsdisziplin”, dem Securitycheck.

Securitychecks und ich – das ist ein Kapitel für sich, und so zog ich schonmal alles aus, was in Verdacht stand, die Aufmerksamkeit der Sicherheitsleute auf mich zu lenken: Ich beförderte Armbanduhr, Geldbeutel, Jacken, Pulli mit dem Rucksack aufs Förderband und ging durch die für Menschen vorgesehene Sicherheitskontrolle. Somit stand ich also nur noch da mit: Turnschuhe + Socken, Jeans+Gürtel, T-Shirt, Unterwäsche, Brille. *Beep, beep, beep* – Natürlich – wie sollte es auch anders sein? – schlug irgendwas an mir mal wieder Alarm. In Höhe meiner Hüfte piepste es – Verdacht: Gürtel… Nachdem die Sicherheitsangestellte zufrieden war, konnte ich meinen Rucksack abholen – nein: ich hätte ihn theoretisch abholen können, denn auch mein Rucksack durfte eine intensivere Kontrolle über sich ergehen lassen. Damit hatte ich allerdings ohnehin gerechnet, weil ich meine gesamte mitgeführte Hardware im Rucksack untergebracht habe ;-)

Nach der Sicherheitskontrolle suchten und fanden wir das Abfluggate, welches etwas abseits lag. Trotz der unchristlichen Uhrzeit hatten wir Hunger, weswegen wir zurück “in den belebteren Teil des Flughafens” liefen um uns dort mit sündhaft teurer Nahrung zu versorgen: 3,xx Euro für ein Sandwich, eine 0,5 l-Flasche Fanta für 3,10 Euro – das sind einfach abartige Preise… Dafür gab es dort Sitzplätze, auch noch am Fenster und in einer etwas dunkleren Ecke. Man konnte so den langsam heller werdenden Himmel und den “Flughafenbetrieb” beobachten und in Ruhe sein Sandwich zu futtern.

Die Ruhe sollte nicht lange anhalten. Wenige Minuten nachdem wir Platz nahmen, setzten sich zwei Männer an den Nebentisch, die bei mir später einen Lachkrampf, der irgendwo zwischen Arroganz, Verzweiflung, und Belustigung schwankte, bescherten. Sie unterhielten sich ausgiebigst darüber, wo man bei Windows XP (“nicht Vista”) klicken und Einstellungen (ging um Downloads) vornehmen kann um (Musik-)Dateien abzuspeichern. Dieses Gespräch dauerte mindestens 10 Minuten!!! User zu sein, muss toll sein: Man brabbelt mit Leuten, die weniger Ahnung haben, als man selbst, über Zeug, welches man selbst auch nur zu max. 10 % versteht – und fühlt sich toll dabei. Die Beiden hatten bei mir den Titel “User des Tages” gewonnen.

Die restliche Zeit bis zum Abflug verbrachten wir mit Warten am Gate, stellten dabei fest, dass der durchschnittliche Tourist dümmer als eine Scheibe Toast mit Frischkäse ist und/oder weder der deutschen, noch der englischen Sprache mächtig ist… Immer wieder toll, wenn Aufrufe kommen: “Familien mit Kinderwägen/Kindern und Leute, die Hilfe benötigen zum Ausgang A16″, und sich alle, wirklich ALLE anstellen, drängeln und Hektik verbreiten als gäbe es den besten Sitzplatz zu gewinnen, wenn man als einer der ersten ins Flugzeug kommt. Besondere Spitzenleistungen erzielen hierbei im Übrigen Rentner, dicht gefolgt von Vereinsmeiern und/oder Besoffenen…

Der Flug verlief unspektakulär. Leichte Turbulenzen, falls man diese so nennen darf (natürlich, als ich nicht am Platz saß. Das scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, ähnlich wie: “Der Sicherheitsdetektor schlägt immer an.”) während des Flugs. Bei der Landung begrüßte uns nicht sonderlich gutes Wetter in PMI – Palma de Mallorca.

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Die Koffer kamen alle an, bei meinem vermute ich, dass er geöffnet wurde (Kofferband war anders angebracht, Zahlenschloss hatte eine andere Kombination…) Wir liefen also zum Bus, luden die Koffer ein, und warteten wieder einmal auf andere Touristen, bis der Transferbus fast vollständig voll war. Der Bus fuhr die Autobahn bis Inca, anschließend über – ich glaube es müsste Muro gewesen sein – mallorquinisches Hinterland nach Ca’n Picafort, wo wir als die Ersten aussteigen durften.

Das Hotelzimmer, das wir bekamen, hatte keinen Meerblick, dafür lagen wir direkt an der Straße. Hrmpf.

Nach dem ersten “Kräfte sammeln” bin ich zum nahen Supermarkt gelaufen. Mit Regenschirm im Gepäck, denn für heute war Regen angekündigt und die Wolkenfront mit vielen düster dreinguckenden nicht gar so flauschigen Wolken, deutete darauf hin, dass der Wetterbericht Recht haben könnte. 250 m + einen Einkauf später verließ ich den Supermarkt wieder mit Keksen, Käsekuchen und Limo im Rucksack. Es fing leicht zu regnen an, als ich losgelaufen bin und nachdem ich den Regenschirm aus meinem Rucksack nahm. Ca. 100 m weiter, also kurz vor dem Hotel, zu dem es “nach rechts” ginge, bog ich jedoch “nach links” ab, wo es zu einer Wohnsiedlung (“Ses Casetes Cappelans // Sa Caseta des Cappelans”) und ans Meer ging – bei “dem leichten Regen kann man das ja mal machen”… Denkste! Dieser “leichte Regen” wurde innerhalb der nächsten 30 Sekunden zu einem kräftigen, peitschenden Schleier aus Regenschnüren, die mir vom Wind gepeitscht, an sämtliche erreichbaren Stellen klatschte. Innerhalb von Sekunden war ich nass. Umdrehen wollte ich noch nicht, denn nass war ich nun ohnehin: Ich lief weiter gen Meer. Unterwegs begegnete mir noch ein halb überfluteter Spielplatz und eine sandige, ziemlich matschige und mit tiefen Schlaglöchern, in denen das Wasser stand, “Straße”. Wieder am Hotel angekommen – nicht ohne eine nasse Spur unterwegs zu hinterlassen – kam ich immer noch vor Nässe triefend im Hotel an. Nunja, ich hatte wohl “eine kleine Abkühlung” gefunden…

Ein paar Kekse (deren Verpackung übrigens durchweicht war) später holten wir dann unseren Schlaf nach – das dürfte so gegen 12:15 gewesen sein. Ursprünglich war der Wecker auf 13:28 gestellt, dummerweiste hörte ihn nur keiner von uns und wir pennten so bis 15:00. (In unserem Alter sollte man einfach mehr als 3 h Schlaf abbekommen)

Nach dem Aufstehen stellten wir fest, dass sich nicht nur unser Schlafdefizit gebessert hat, sondern auch das Wetter: Sonne + blauer Himmel mit fluffigen Wolken => Man konnte also mal in Richtung Meer wanken – diesmal ohne Wasser von oben. Kurze Hosen, Strandschuhe angezogen und der Spaß kann beginnen.


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Wenn man nach den Dünen, die das Hotel vom Sandstrand trennen, kommt man an einen laaaaaaaaangen Strand, der sich von Ca’n Picafort bis nach Alcúdia erstreckt. Wir sind dann an diesem Strand ca. 3-4 km (einfache Wegstrecke) bis zu den ersten Hotels vor Alcúdia gelaufen, wo wir dann an einer der Strandbars, die bei den Hotelanlagen (Hotel Viva Bahia) erstmal den Hunger mit Sandwiches zum Selberbasteln, welche wir am Bootssteg konsumierten, stillten.

An diesem Bootssteg verguckten wir uns auch in einen Bootsausflug mit einem Katamaranboot (mit Panoramaglasboden): 26 € p.P. Mi/Sa. Fahrt über die Bucht von Alcúdia, nach Port d’ Alcúdia, dann an der Alcanada-Halbinsel, anschließend Cap de Menorca, Cap d’es Pinar, anschließend Cap de Formentor vorbei bis nach (Cala) Sant Vincenc.

Beim Zurücklaufen mussten wir uns beeilen, denn es zog abermals eine dukle Wolkenfront auf, und ich hatte keine Lust nochmals gegossen zu werden.


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Am Abend, nachdem wir bei dem sehr leckeren Buffet die Löcher in unseren Bäuchen stopften, bewegten wir uns nochmals, diesmal in die andere Richtung: Wir liefen an der Uferpromenade zum Hafen von Ca’n Picafort, anschließend weiter in Richtung Fremdenverkehrsamt, und Ortsteil “Son Baulo”.

An diesem ersten Tag dürften wir so ca. 15 – 20 km weit gelaufen sein. Mein rechter Fuß dankte es: seit dem 10.06. schmerzt er und ich habe eine Entzündung.

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