Es wird langsam Herbst

September 2nd, 2007 || 0 comments

…fiel mir vorhin so auf, als ich aus dem Fenster blickte. Graues Nichts. Regen…

Über den Herbst/Winter

smiley_not_so_happy.jpgDie bitter-süße Melancholie, die der Herbst mit sich bringt, ergreift langsam Besitz von einen, greift um sich – wie Hände, die erst sanft um den Hals gelegt sind und der Druck permanent größer wird, bis man letztendlich keine Luft mehr bekommt.

Ich verspüre das Bedürfnis Katze zu spielen: mich hinter einen warmen Kachelofen legen, zusammenzurollen, Winterschlaf halten und erst im Frühjahr wieder aufwachen, sobald es 20 °C hat, die Sonne scheint und die Jahreszeit des ekeligen Mistwetters vorbei ist…

Stattdessen sitze ich in meinem Büro, gucke aus dem Fenster – inzwischen ist es dunkel geworden – um 21 Uhr. Vom Sommer ist nicht mehr viel zu spüren, jedoch darf man sich auf orignal deutsches Mistwetter gefasst machen: Regen, verschiedene Grautöne, die sich in einem halben Jahr Ekelwetter nicht so wirklich abwechseln. Vielleicht noch Schneematsch. Und Wind. Und viel zu kalt. Und überhaupt: IGITT!!! Vor zwei Wochen noch mit T-Shirt und bei 30°C durch Franken, und jetzt bei 15°C oder sowas in Neuburg. Mit Winterklamotten, Heizung und einer Tasse Tee. Pfui, bäh. Wobei: der Tee ist lecker und die Musik gut…

Verschlimmbessern kann man das Ganze eigentlich nur noch, wenn es bereits gegen 17:00 stockdunkel ist, gegen 15:00 anfängt zu dämmern, man bei Dunkelheit aus dem Haus geht/in die Arbeit fährt und bei Dunkelheit wieder heimkommt. Es kalt, grau, nass ist, und man Bahnfahren muss. Stundenlang. Oder wenn einem der Tee ausgeht. Oder man in der Bahn für einige Stunden im Winter festsitzt (möglichst noch bei Schneesturm) und die Heizung ausfällt, es immer kälter wird und diese Kälte einem langsam durch den Mantel, die Kleidung kriecht – das Laptop keinen Strom mehr hat, und einem die letzte “Wärmequelle” verloren geht… Ja, das ist spaßfrei. Oder: welche Erfahrungen ich als Pendler machen musste… Immer und immer wieder. Habe ich erwähnt, dass ich Herbst und Winter nicht mag? (Wobei ich Schnee toll finde? – Aber die Kälte…. Bäh)

Ein Gedicht und Foto zur Stimmung


erba_strange_colors_thumb.jpg
Graues Land
Wolken in dämmernder Röte
droh’n über dem einsamen Feld.
Wie ein Mann mit trauriger Flöte
geht der Herbst durch die Welt.
Du kannst seine Nähe nicht fassen,
nicht lauschen der Melodie.
Und doch: in dem fahlen Verblassen
der Felder fühlst du sie.
Stefan Zweig (1881-1942)

Tagged ,

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

What's this?

You are currently reading Es wird langsam Herbst at karnaya universe.

meta

Switch to our mobile site