Letzte Bahn

August 31st, 2007 || 0 comments

Lange ist’s her – 5 Jahre – im Jahr 2002, genau am heutigen Tag, endete mein erstes Ausbildungsjahr…

In Erinnerungen schwelgen

Es war eine tolle Zeit, damals, im ersten Jahr. Man hatte das Gefühl die Welt zu verändern. Man reist durch die Welt. Durch Deutschland. Weiß nicht, was morgen ist. Finanziert sich das Ganze durch selbstverdientes Geld. Berlin? – Kein Problem, nächstes Wochenende. Karlsruhe? – Linuxtage? – Wo pennen? – Ach, egal – findet sich schon ein Plätzchen. Coburg? – Cool. Nehmen wir auch noch mit.

Freitagabend, es ist der 31. August 2002, 23:23 – die Chancen, dass ich zu dieser Zeit noch im Büro saß, dort – in München – sind gut. Ich habe es genossen Freitagnachmittag die letzte Person im Büro zu sein. Die erste, die kommt, die letzte, die geht. Als Azubi. Es gab eine Zeit, da tat ich das freiwillig: jeden Freitag. Woche für Woche. Ich habe meinen Job und meine Firma geliebt. Bin mit der letzten Bahn nach Hause gefahren. Total erledigt, und total glücklich.

Es war etwas Besonderes als einzigste Person im Büro zu sitzen. Die Musik laut zu hören, mehrere Rechner um sich herum zu haben, an denen man arbeitet. Als einzigste Beleuchtung ein paar Halogenstrahler, eher gedämpftes Licht – und natürlich der Monitor. Deep-Hacking-Mode. Ein Wecker, der einen aus diesem Modus rausriss – um die letzte Bahn nicht zu verpassen.

Take me home

“Heimwärts” – wo ist mein “zuhause”? Ich weiß es nicht. Ironischerweise wusste meine Elektronik immer, wo es ist – außer der Akku war leer. Aufladen. Zuhause wiederfinden. Juhu. Technik, die begeistert. Ich bin baff. 300 Euro für ein Zuhause. Zum Wiederfinden. Und aufladen! UI! Cool! Ich hab’s noch nie ironischer gefunden, dieses “take me home”-Feature, das mein GPS-Device hat, zu verwenden, als neulich, als ich eben nicht “zuhause” war.

Ich glaube mein “take me home” benötigt ein “pick random location from list and take me to this location”-Feature. Ist sicher ‘ne Marktlücke auf den ach-so-überfüllten Märkten unseres schönen Planeten. Ich sollte ein Patent drauf anmelden. Weltweit natürlich. Kann zwar kein Schwein zahlen, weil es tierisch teuer ist, aber macht ja nix.

“Was kostet die Welt?” – Konzerne haben Geld. Militär. Innovationen braucht kein Schwein – nunja, Schweine sind eh genügsam: Futter, Wasser, gut ist… Nur Geld – der Mensch ist definitiv kein Schwein, denn er ist nie zu sättigen…

Ich sollte von Wein auf Tee umsteigen (und dabei waren das nur 0,1 l – ich vertrag echt nix – immerhin kann ich noch klar tippen…) – oder, weil wir leben ja in einer Welt, in der das Geld mehr zählt als sonstwas – anfangen kluge Sprüche für Teebeutel zu schreiben. Fangen wir doch gleich mal an: “Nur wer den ersten Schritt in eine neue Richtung wagt, kann sich sicher sein, seinen vorherigen Standpunkt verlassen zu haben.”[tm] -Zahlt jetzt einer dafür, dass er das lesen darf? :)

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