Nachtgedanken

August 16th, 2007 || 0 comments

Es ist 05:47 Uhr morgens, und ich bin immer noch wach… Gedankengewusel herrscht in meinem Kopf, auch wenn ich langsam ruhiger werde. Mein Handgelenk schmerzt, juckt und brennt – vielen Dank an dieses dämliche Stechmückengetier, das die Ursache für dieses doch recht angeschwollene Handgelenk ist…



Sonnenaufgang
Ich musste vor einer Stunde meine Eltern zum Bus bringen. Es nieselt leicht und uns umgibt ein tiefdunkelblauer Himmel. Auf der Hinfahrt zum Abfahrtsort begegnete uns kein Mensch – ein einzelner LKW, der kurz vor uns herfuhr. Es bildeten sich erste leichte Silberstreifen am Horizont…

Es ist mir unbegreiflich, wieso Menschen solche Augenblicken durch Worte und belanglose Gespräche zunichte machen. Es war ein absoluter Augenblick der Ruhe, Stille umgab einen – kurzum: es war herrlich.

Auf der Rückfahrt begegneten mir die ersten Autos, man bemerkte die Zivilisation dieses Planeten – wie sie langsam am Aufwachen war. Ich fuhr alleine in Richtung Neuburg, keiner, der mir gleich tat. Keiner. Nur die Musik und ich: Helium Vola – Liod.


YouTube Direkt ::Helium Vola - Liod - Veni, Veni

Road To Run…Als ich letztendlich in Richtung Industriegebiet abbog, entschloss ich mich spontan dazu, noch ein bisschen durch die Stadt zu fahren, weil es mich noch nicht heim zog. Genaugenommen überkam mich das Gefühl, welches ich nicht nur bei den letzten Templates dieses Blogs hatte: das Gefühl heimatlos zu sein, nicht mehr “zu Hause” zu sein.

Wo gehör’ ich hin? – Ich weiß nur, wo ich nicht hingehöre: nach Neuburg. Was soll ich noch hier? Ich fahre gegen den Strom. Immer noch kein Auto vor mir, keines hinter mir. Alle kommen mir entgegen. Gehen ihren Arbeiten nach. Pflichtbewusst. Immer der selbe Trott. Jeden Tag. Jahr für Jahr. Ich will ausbrechen! Will nicht so enden wie die! Tag für Tag, gefangen in einer endlosen Routine, die erst endet, wenn das Leben endet. Nein… Wirklich nicht.

Es sind vergangene Tage, die mir im Kopf herumgeistern: mich hat wieder einmal das Fernweh gepackt, und so denke ich an Teneriffa, an den Teide-Nationalpark. Es muss großartig sein, dort nachts unterwegs zu sein: um einen herum keine/kaum Zivilisation, dafür ein (ziemlich) klarer Sternenhimmel, weil dort die Lichtverschmutzung noch nicht so fortgeschritten ist wie hier…

Langsam bekomme ich die Gewissheit, dass es ok ist, wie ich versuche meinen Weg zu gehen – auch wenn dieser nicht unbedingt immer der direkte Weg ist – immerhin habe ich einen eigenen. Auch wenn mir die gesamte Menschheit entgegenkommt…

Ich fahre am Flughafen vorbei – vor mir ein Himmel in Rottönen – die Natur erwacht. Die Menschen leider auch. Reges Gewusel auf dem Rollfeld. Wo ich langfahre: Menschen, die ihre Arbeit verrichten. Mir drängt sich unweigerlich das Bild eines Bienenschwarms auf: viele fleissige Arbeitsbienen, verrichten ihr Tagesgeschäft ohne es zu hinterfragen… Tagein, tagaus.

Ich komme zu Hause an, begegne meinem Nachbarn – einem freundlichen Menschen aus den Niederlanden; begegne dem Thermometer: 22 °C – um 05:45…

Ich glaube ich leg’ mich schlafen – mein Kopf ist ruhiger – und mein Handgelenk nicht mehr aufs 1,5fache angeschwollen. Kurz: es besteht Hoffnung doch noch 4 h Schlaf zu erwischen – nachdem ich heute irgendwie gar keinen hatte…

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