ELENA? Wer ist ELENA? – Gestatten Sie? – Das ist ELENA! ELENA ist die neue Gehaltsdatei, die von der Bundesregierung eingeführt werden soll. ELENA – der Schrecken hat einen neuen Namen. ELENA, oh ELENA! ELENA, du bereitest mir schlaflose Nächte!
ELENA erklärt
ELENA (elektronischer Einkommensnachweis) ist eine zentral verwaltete/gespeicherte “Datei” (Datenbank wohl eher), die angeblich beim Bezug von Sozialleistungen etc. dazu führen soll, dass die Behörden die Bearbeitung leichter haben. Angeblich.
34 Millionen Datensätze von ebensovielen abhängig beschäftigten Arbeitnehmern (d.h. nicht von Selbstständigen, Beamten…), weil sie mal Anspruch haben könnten.
Als Allheilmittel gegen Schwarzarbeit, Steuerbetrug und Terrorismus (net schon wieder!) wird ELENA auch gesehen – sagt Hr. Thilo Eichert (Datenschutzbeauftragter von Schleswig-Holstein).
Der baden-würtembergische Justizminister Ulrich Goll (FDP) sieht die zentrale Datenspeicherung und die Rückverfolgbarkeit der Einkommensverhältnisse über vier Jahre (4!!!) als größte Gefahr. Dabei geht es nicht nur um die regulären Einkünfte, sondern auch um das Urlaubs-, Weihnachtsgeld und Zuschläge. Fragt sich natürlich, ob Terroristen auch Anspruch auf Urlaubs-, Weihnachtsgeld und Überstundenzuschlag haben – ich glaube im Islam (schließlich gibt es bevorzugt islamischen Terrorismus, wenn man unseren Plappermäulern Politikern Glauben schenken dar) wird Weihnachten gar nicht gefeiert… *hust*
Nochmal in aller Deutlichkeit: Weil man IRGENDWANN mal Leistungen beziehen könnte!!!!! Vorsorgliche Datenspeicherung des Einkommens!!!
Kotzen, anyone? – Vielleicht besser am 22. September 2007 in Berlin an der Demo “Freiheit statt Angst” teilnehmen!
ELENA-Links
Aufgeräumt. Umgeräumt. Leergeräumt. Ich fühl’ mich wie ein IT-Nomade – wieder einmal, nach Jahren…
Wieso IT-Nomade?
Weil es mich weiterzieht, obwohl ich nicht weiß wohin. Zumindest fort. Ich brauch’ dringend ‘nen Tapetenwechsel. Diesmal nicht nur für Tage oder Wochen, sondern für länger. Bis es mich auch von dort wieder weiterzieht. Keine Ahnung wann das sein wird, oder warum. Bin viel zu lange am selben Ort gewesen, 22 Jahre lang – mit Ausnahme meines Spontanumzugs aus privaten Gründen für ein Vierteljahr. Lang’ ist’s her – dürfte Ende 2003, Anfang 2004 gewesen sein. Für ein Vierteljahr war ich fort – und bin wieder zurück – aus praktischen Gründen.
In die Ferne gezogen hat es mich schon immer, auch als Kind. Bereits im Alter von ca. 5 Jahren hatte ich das Gefühl, dass ich mich in der Abflughalle am Wohlsten fühle – eine gewisse Vorfreude, aber auch Spannung, Angst vor der Ungewissheit lag damals in der Luft. Ich hab’s genossen.
Heute hab’ ich mir irgendwie Gedanken gemacht, über die Frage “Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?” und ich hab’ keine Ahnung. Kristallkugel verlegt oder so. Woher soll man sowas wissen? Und: wie reagiert man in einem Vorstellungsgespräch auf so eine Frage? Ich hab’ so garkeine Ahnung. Vermutlich würde ich eine Antwort wie: “Ich habe mir darüber noch keine Gedanken gemacht, denn ich möchte mich nicht einschränken, sondern Chancen, die mir geboten werden, nutzen” geben. Vermutlich, wie gesagt. Vielleicht aber auch doch: “Pardon, ich bin Programmierer und kein Hellseher.”, käme auf mein Gegenüber an. Aber was sagt man normalerweise? – Verdammt.
Über einige Plätze
Eigentlich gibt es auch nur zwei Plätze, an die es mich immer wieder zieht: Mallorca, und Berlin.
Mallorca, weil ich mich dort fast “heimisch” fühle, mir die Mentalität der Menschen zusagt, die Sprache, das Klima und die Landschaft.
Berlin, weil ich diese Anonymität, die Internationalität/Multi-Kulti und die Kontraste liebe. Ich war in noch keiner Stadt einsamer, aber auch willkommener als in Berlin – zumindest nicht in Deutschland. Berlin ist klasse um in Ruhe nachzudenken, endlos durch Bücherläden zu schlendern, schier unendliche Zeit durch die Straßen zu laufen, Leute kennenzulernen und einen Nachmittag mit ihnen zu verbringen – um sich hinterher wieder aus den Augen zu verlieren. In keiner Stadt erschien mir das Leben so intensiv und so schnell wie in Berlin. I like it!
Rant über München
In München, wo ich von 2001 – 2005 arbeitete, hatte ich diese Gefühle nie. München erscheint mir wie eine Stadt der Spießer. Tagein, tagaus in die Arbeit rennen. Nicht links blicken, nicht rechts – Ellbogen einsetzen und ab durch die Mitte – im Einheitsbrei. Bloß nicht aus der Masse ausbrechen! Denkverbot! Dabei möglichst versnobbt wirken “ich bin wer” – ein besonders arrogantes Arschloch in den meisten Fällen nämlich, jawohl! Will man so sein? – Ich zumindest nicht.
In keiner Stadt so viel offensichtliche Armut gesehen, die einfach ingoriert wurde – der Penner vor dem Friseursalon – an einem sonnigen Morgen gegen 06 Uhr – auf dem Gehsteig liegend. Die Frau in Kostüm, fröhlich mit ihrem Handtäschchen schlendern und pieckiert auf den Penner herabblickend – mit einem Blick der Marke: “was erlaubt der Depp sich in meinen Weg zu schmeißen?” – oder, da es ja natürlich nicht dem gehobenen Stil entspricht, anders ausgedrückt: “Neulich begegnete mir ein Angehöriger des Prekariats auf dem Gehsteig und lag einfach vor meinen Füßen! Was bilden sich solche Geschöpfe ein?! Sie schädigen den Ruf der Stad und verschlechtern das Stadtbild!” – Mir drehte sich an diesem Tag einfach der Magen um – zum Glück nur symbolisch. Aber – heh, so ist München…
Erkenntnis?!?
Aber zurück zum Thema: IT-Nomade. Heimatlos. Verloren. Weiß nicht – fühl’ mich so. Und alles, weil ich meine Zimmer aufräumte, diese ungewohnt leer aussiehen, und überhaupt: ich stellte fest, wie viel – oder eher wenig – mir überhaupt was bedeutet. Und das ist erschreckend wenig. Ohweia. Als ich fertig war, meinte ich nur noch zu meiner Mum: “haste mal Geld für mich und ‘nen Koffer, dann pack’ ich meinen restlichen Kram ein und bin morgen weg.” Ich mach’ mir grade selbst Angst. Kompletter Reset meines Lebens oder so.
Packliste
Was würde ich mitnehmen? Hmm, gucken wir mal:
2 Wellensittiche, 1 Dsungarischer Zwerghamster, Käfige für die Tiere, Laptop, Workstation, TFT, ext. Keyboard + Maus, Kameras + Zubehör, ‘n paar (ungelesene/wichtige) Bücher/Zeitschriften, MP3-Player, 5.1-Anlage, Köpfhörer, div. Hardwarefoo eben, Gitarre + Zubehör, Fotos/Erinnerungen (also auf HDD unterbringbar), Sportzeug, div. Kleinkram, Auto(?)…
5 Zeilen in die ein ganzes Leben passt…?! Sagte ich gerade, dass ich mir selbst Angst mache? – Richtig, da war was. HILFE!!!
Wohin?
Hmmm, nördliches Bayern oder Baden-Würtemberg, sehr südliches Hessen glaub’ ich wäre mal ‘nen Versuch wert. Nicht zu weit weg, aber Tapetenwechsel… Klingt gut für den Anfang – fehlt nur noch ‘n Job. Also, wer ‘nen Job für ein Programmier-Talent[tm] hat, darf sich gerne auf der Website von dismar it & more, dem innovativen, einzigartigen und nur garantiert mit der Besitzerin der großen Klappe echten IT-Dienstleistungs-, Software-, und Webdesignunternehmen aus Neuburg (Donau) , meine Kompetenzen und Auszeichungen zu Gemüte führen und mir ein lukratives Jobangebot, das ich nicht ablehnen kann, via Mail zukommen lassen. Ich verspreche: Sie bekommen einen Mitarbeiter mit Schirm (hab’ ich), Charme (ok, wenn’s denn sein muss – ich hab’ meine eigene Definition davon) und Melone (ok, Hut hab ich auch) – oder: Humor, Kreativität, Wissbegierde und Spaß an der Arbeit. Oh, durchsetzungsfähig bin ich auch – notfalls sabbele ich die Leute tot – wie man unschwer an meinem Blog erkennen kann
Marketing für Fortgeschrittene praktiziert ein Unternehmen, das sich mit dem Bau und der Entwicklung, sowie Lieferung von Brennelementen und Service von Kernkraftwerken beschäftigt…
“…CO2-free power generation and electricity transmission and distribution.” oder auf deutsch: “…CO2-freie Energieerzeugung sowie die Energieübertragung und -verteilung.”
Die schönste Umschreibung für Kernenergie, die ich je las, wirklich. >;) Kurz und knackig die Vorteile von Kernkraftwerken auf den Punkt gebracht ohne dieses – bei vielen Leuten negative Assoziationen hervorrufende – Wort in den Mund zu nehmen… Marketing… Wow.
Aber wieso trudelt bei mir diese Stellenbeschreibung ein? – Ich bin doch nur ein kleiner Softwareentwickler… ^^