June 29th, 2007 || || permalink
Nach dem Lesen dieses Artikels darf man mich wohl offiziell “zynisch” schimpfen, aber ich versuche gerade Frustbewältigung zu betreiben. Frust, weil Web 2.0-Dienste wie myfingr.com mich dazu bringen, am liebsten ein paar Leute in schönster Dominomanier anzuschubsen, ihnen zu wünschen, dass sie umfallen, andere mitstoßen und sie sich alle weh tun… Nochmal, für die komplett Doofen – pardon, meinte: geistig Normal- und Unterentwickelten – unter uns (wobei ich realistische Hoffnungen habe, dass sich diese Bevölkerungsschicht nicht lange in diesem Blog aufhält): der nachfolgende Text macht exessiven Gebrauch von Zynismus, Ironie, Sarkasmus.
Die Site

- “hottest fingerprint database” – vermutlich eine Initiative der Geheimdienste um unserer merkbefreiten Gesellschaft überdeutlich zu suggerieren: Biometrie ist cool! Fingerabdrücke in Datenbanken ist was für richtig angesagte Leute, so jemand wie du, ja, genau DU!!! Cooles Stück! Was ein Glück, dass ich Geek/Nerd bin. Geeks/Nerds sind ja per Definition “uncool” – muss ich mich also nicht als uncooler Versager outen, weil ich das schon bin – shit happens *smile*
- “invite your friends” – ja, auch Datensammeln ist furchtbar trendy, wie wir alle (außer mir) und die “Welt von morgen” ist die Vision von 1984: Orwells Albtraum *noch glückseliger grins*
- “rate and share” – aka: mach das, was ihr jeden Tag macht: Leute in Schubladen packen, nachdem ihr sie
verurteilt beurteilt habt, im Web 2.0 klappt das mit dem öffentlichen Pranger vs. zur Schau stellen der Coolen-Clique sogar mit Bookmarks
- “explore the gallery” – öffentlich zugängliche Fingerabdrücke, intelligenterweise sogar teilweise mit Namen versehen. Nett. Stasi 2.0 und Co. freuen sich. Schreibt doch bitte alle noch eure Sozialversicherungsnummer drunter, alternativ: Vorname, Zuname, genaue Anschrift – das ist noch cooler!
Jimmy
Hach Jimmy, was bist du cool! Dein Fingerabdruck sieht so toll aus! Ich bin so hin und weg, dass ich garnicht fassen kann, dass ich dich auf diese faszinierende Art und Weise kennenlernen durfte, oh du mein Traumprinz! Lass mich dich bookmarken. Du machst mich so verlegen, dass ich schon klinge wie der “deprimierte Webserver” – mein Deutsch mutet inzwischen ähnlich an.
Du hast es gecheckt! Datamining ist toll, Biometrie gleich viel mehr. Jimmy hat gleich noch seine Handschrift mitgeliefert, neben unter seinem Fingerabdruck. Forensische Schriftanalyse existiert.
Kollektive Datensammlung. Freiwillig. Eine Frage: wie kann man nur so dämlich sein?! Es gibt Leute, die ihren Fingerabdruck nicht einmal im Reisepass haben möchten, und dann gibt es solche hochintelligenten, geistigen Überfliger mit Weitblick Intelligenzbestien, die ihre Fingerabdrücke der breiten Masse zur Verfügung stellen. Ich glaub’ das nicht! Lasst mich hier raus!
June 29th, 2007 || || permalink
Was bzgl. der “Datenpannen” passiert, ist einfach nicht mehr schön. Deswegen (und weil ich derzeit zu wenig Zeit habe über mehr zu schreiben, seriöse Mitblogger, die mir bekannt sind etc., dürften sich gerne melden) hier eine kleine Historie zu diesem Thema.
Wie alles begeann/Hintergrundinfos
Bei der Bundeswehr werden Daten gespeichert, also nicht nur beim BND (Bundesnachrichtendienst), Verfassungsschutz und Militärischen Abschirmdienst – allerdings ist es weniger bekannt, dass die Bundeswehr ebenfalls Daten hortet.
Im so genannten ZNBw (Zentrum für Nachrichtenwesen der Bundeswehr) werden seit 1998 – gut gesichert – Berichte gesammelt, tagein, tagaus. Informationen werden dabei u.a. von Soldaten, die sich im Auslandseinsatz befinden, BND, Auswärtigem Amt, und anderen deutschen Ministerien und Behörden, sowie Nato- und EU-Streitkräfte bezogen.
Kürzlich stellte sich heraus, dass ein Großteil der gesammelten Daten verloren ging, dabei die die Rede von “mindestens vier Jahren”. Normalerweise können Daten oftmals wiederhergestellt werden – jedoch nicht in diesem Fall, wenn man dem Schreiben des Verteidigungsministeriums Glauben schenken darf, das da schreibt: “[Der Datenverlust] …umfasst im Wesentlichen die Daten, die in den Jahren 1999 bis 2003 aus den Einsatzgebieten gewonnen wurden.” In diesen Zeitraum fallen auch Einsätze in Afghanistan und Balkan.
Die Bundeswehr erklärt:
technische Mängel sind Schuld! “Jasmin” (der Name des Computersystems) sei ausgelastet, die Grenze der Speicherkapazität wurde bereits wenige Jahre nach Inbetriebnahme erreicht und Einzelkomponenten hätten ihre “technische Lebenserwartung” erreicht, was im Jahre 2004 zur Folge hatte, dass ein Versuch unternommen werden sollte, die Leistungsfähigkeit des Systems zu verbessern. Aus diesem Grund wurden laut Aussagen der Bundeswehr nicht mehr benötigte Daten auf Bändern archiviert. Dieses Backup erwies sich leider relativ bald als unbrauchbar, weil die Daten nicht mehr lesbar waren – laut Dienstvorschrift mussten diese “nicht mehr lesbaren Kassetten” vernichtet werden – was am 04. Juli 2005 geschah.
(Quelle: tagesschau.de – Bundeswehr vernichtete Geheimdaten)
Illegale Verhöre? – Dokumente verloren
Laut der “Berliner Zeitung” sind auch Daten aus einem US-Geheimgefängnis, welches sich im bosnischen Tuzla auf der Militärbasis “Eagle Base” befindet, verschwunden. Es wird vermutet, dass dort im Jahre 2001 Terrorverdächtige festgehalten zumindest zum Teil misshandelt worden sind. An den Verhören sind laut der “Berliner Zeitung”, welche sich auf einen BND-Bericht beruft, auch Offiziere des (deutschen) Militärischen Abschirmdienstes (MAD) beteiligt gewesen.
(Quelle: tagesschau.de – Auch Dokumente über illegale Verhöre verloren und tagesschau.de – Löschte die Bundeswehr über Geheimverhöre?)
Der Wunsch nach Aufklärung herrscht vor
Der Verteidigungsausschuss des Bundestags will sich am kommenden Mittwoch intensiver mit der “Affäre: Datenverlust” befassen. Einige Politiker und Parteien sind äußerst misstrauisch, was die angeblichen Gründe des Datenverlustes angeht.
(Quelle: sueddeutsche.de – Merkwürdigkeiten, die Ärger machen, tagesschau.de – Datenverlust beschäftigt Verteidigungsausschuss)
Auch der Fall Kurnaz scheint betroffen, sodass es beispielsweise nicht möglich ist dem Verteidigungsausschuss Tagesmeldungen der KSK vorzulegen. Diese Daten sind “unwiederbringlich gelöscht worden”.
Gerüchte existieren auch im Bezug auf “politisch gebilligte Aufträge und Regelverletzungen” im Bezug auf die Bundeswehr und Aktionen dieser – angeblich seien die Daten deshalb gelöscht worden.
(Quelle: spiegel.de – Lösch-Aktion bei der Bundeswehr: Minister Jung kündigt Aufklärung an)
Computerexperten gefragt
Aufklärung wird gefordert, die z.B. laut einer Pressemitteilung der Linken mit Hilfe “kompetenter, vertrauensvoller und unbestechlicher Computerexperten” – beispielsweise vom Chaos-Computer-Club (CCC), durchgeführt werden soll.
Skeptisch ist auch Christoph Fischer, Leiter der Kuert Datenrettung Deutschland, der die Aussagen der Bundeswehr für unglaubwürdig hält und behauptet: “Ein Datenretter hätte auf jeden Fall noch etwas lesbar machen können.”
June 28th, 2007 || || permalink
Ich habe eine Odysee hinter mir – und sie geht noch weiter. Der Typhoon/Anubis/MyGuide-Support bringt mich demnächst wohl in die Psychiatrie.
Ich bin mir nicht sicher, ob die mich verarschen für blöd verkaufen wollen, ob sie unfähig sind, ob sie versuchen mich soweit zu bringen, dass ich sage “ok, pfeif ich halt auf meine Rechte” oder ob schlichtweg andere Gründe als die aufgeführten eintreten. Kurz: ich hab’ keine Ahnung welches Spiel Anubis Typhoo MyGuide da mit mir spielt, aber dafür geh’ ich durch die Decke.
Fehlerbeschreibung/Schreiben an MyGuide
Gerät: MyGuide 3500 mobile, S/N:…
Sehr geehrte Damen und Herren,
anbei sende ich Ihnen, wie telefonisch besprochen,eine Fehlerbeschreibung zu.
Definition der grundlegenden Dinge:
- Power on/off: Button links am Gerät.
- Werkeinstellungsbutton: Geräterückseite
- Einschalten: Gerät am Power on/off-Button einschalten
- Aktivieren/Zurücksetzen: Gerät mit Hilfe des “Werkeinstellungenbuttons” an der Geräterückseite bedienen
Fehlerbeschreibung:
- Gerät verliert zunehmend Akkukapazität. D.h. Wenn ich es im Rucksack spazieren trage (ergo: nicht verwende) und nach ca. einem Monat einschalte, dann habe ich vielleicht noch ca. 5 – 15 Minuten Akkukapazität. Wenn ich das Gerät über einen längeren Zeitraum nicht verwende, kommt es öfters (zufällig) zu Datenverlust und das installierte Windows benötigt eine Neuinstallation (Installationsassistent wird gestartet, also wie beim ersten Einrichten) -> Datenverlust. (ohne Bestätigen des Werkeinstellungsbuttons)Hierbei sei zusätzlich angemerkt, dass ich auf dem System keine Tasks/Alarm eingerichtet habe, sprich: es eigentlich keinen Stromverbrauch geben dürfte.
- Das System rebootet willkürlich während des Betriebs des Geräts. Teilweise ist dies mit Datenverlust und einer Neuinstallation von Windows verbunden (ohne Bestätigen des Werkeinstellungsbuttons)
- Anzeige (Display) bleibt hängen, System friert ein. In den meisten Fällen erfolgt keine Reaktion des Systems auf Betätigen des Power on/off-Schalters. Das System lässt sich weder ein-, noch ausschalten. Das macht eine Neueinrichtung (und das manuelle Herunterfahren durch Setzen des Werkeinstellungsschalters auf “off”) erforderlich. -> Datenverlust, Neuinstallation. Probleme gab es auch teilweise beim Einschalten des Geräts, bei der die CPU anlief, das Gerät sehr schnell sehr heiß lief, aber eine Anzeige nicht stattfand (schwarzes Display) oder ein gelb-oranger Streifen am oberen Rand des Displays angezeigt wurde.
- Teilweise (selten) hatte ich auch das Phänomen, dass das sich das Gerät nicht einschalten ließ, obwohl der Akku neu geladen war (keine Reaktion auf Power on/off, andere Buttons). Angemerkt sei hierbei, dass ich diesen Fehler (und den vorangegangenen) beim vorherigen MyGuide 3500 ebenfalls hatte.
Vielen Dank für die Bearbeitung der genannten Fehler im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen
Reparaturversuch, Teil 1
Wie dem geneigten Leser aufgefallen sein dürfte, habe ich einen PDA, vielmehr einen PocketPC und meine Probleme damit, weswegen es einen Post hier, hier und hier gab. Die Kurzfassung davon ist: am 08. 06. hat der UPS-Mann meinen PDA abgeholt, die Eingangsbestätigung des Geräts kam dann am 14. 06. und sah so aus:

Soweit, so gut. Gerät mechanisch verkratzt?! – Bitte? Ja, am GPS-Modul hat das Gerät von Anfang an (kam so aus der Schachtel) zwei kleine Kratzer/Lackschäden. Aber “mechanisch verkratzt”?! Ist denen vielleicht nicht aufgefallen, dass ich eine Displayschutzfolie habe?
Am 18. 06. kam dann ein PDF in der Mail mit dem Bescheid, dass mein Gerät unterwegs zu mir ist – und einem Serviceprotokoll.

Fehlerhafte Konfiguration? Das Gerät wurde auf die “Werkeinstellungen” zurückgesetzt, bevor ich es einschickte. Update auf Speicherkarte? – Davon war nie die Rede, dass ich das brauche/will. GPS Firmware neu aufgespielt? GPS Empfänger neu initalisiert? GPS Empanf überprüft? – Moment, mit GPS hatte ich doch garkeine Probleme! Simulationsmodus? – Nützt euch auch nix. “Sporadisch auftauchende Fehler”. Akku getestet/geprüft? Und wie erklärt das bitte zusammenbrechende Akkus und keinen Austausch solcher?
Begleitschreiben und Ergebnis der ersten Reparatur
Am Dienstag od. Mittwoch (19. od. 20. 06. ) kam mein Gerät an – nicht repariert, aber dafür mit anderem Kartenmaterial und diesem Schreiben:
Sehr geehrter Kunde,
leider konnten wir an Ihrem Gerät den angegebenen Fehler nicht feststellen. Ihr Gerät hat alle Test ohne Fehler bestanden.
Beachten Sie, dass eine Ortung in Gebäuden grundsätzlich nicht möglich ist. In Fahrzeugen mit z.B. metallbedampfter Frontscheibe ist von der Mittelkonsole ebenfalls kein Empfang möglich, weil die GPS Signale in diesem Fall abgeschirmt werden.
Um Fehlerquellen auszuschliessen sollten Sie zuerst die Ortung unter freiem Himmel testen. Stellen Sie sicher, dass sich keine Hindernisse im Weg befinden (Bäume, Häuserschluchten, o.ä.), legen Sie den GPS-Empfänger z.B. auf das Autodach und warten sie 5 – 15 Minuten, ohne das Gerät zu bewegen.
Bitte beachten Sie, dass der Akku vor der Benutzung des Gerätes immer erst vollständig aufgeladen werden muss.
Wir haben bei Ihrem Gerät folgende Reparaturen durchgeführt:
Auch nach mehrmaligem Probelauf konnte kein Hardwarefehler festgestellt werden.
- ROM Image neu aufgespielt
- Fehlerhafte Konfiguration gelöscht
- Navigationssoftware auf Speicherkarte kopiert
- Update auf Speicherkarte kopiert
- Touchscreen kalibriert
- Synchronisation überprüft
- GPS Firmware neu aufgespielt
- GPS Empfänger neu initialisiert
- GPS Empfang überprüft
- Laufzeittest im Simulationsmodus
- Akku getestet / überprüft
- Gerät / Zubehör überprüft
Wo bitte habe ich etwas von a) EINEM Fehler geschrieben? b) von Problemen mit GPS? Genau: nirgendwo.
Reparaturversuch, Teil 2
Am Mittwoch habe ich dann einen ca. 15-minütigen Beinahemonolog mit der Hotlinemitarbeiterin geführt. Ergebnis: Gerät wurde am Fr., den 22. 06. abgeholt. Das Eingangsprotokoll nachfolgend:

Hierbei bitte die Texte beachten. Unterschiede zum obrigen Protokoll:
- 1 USB Sync-Kabel optisch schlecht
- 1 Netzteil optisch schlecht
- 1 12V KFZ Ladekabel optisch schlecht
- 1 PNA Jacket optisch schlecht
- 1 Stülper optisch schlecht
Was sind bitte “optisch schlechte” Kabel?! Verhedderte Kabel? Das kann ich vom Netzteil-/USB-Kabel definitiv behaupten, dass sie waren, als ich sie in die Schachtel fummelte. Schließlich musste ich den PDA aufladen, weil er mit leerem Akku ankam. Das Ladekabel habe ich aber z.B. garnet erst ausgepackt. Stülper etc. (was auch immer ein Stülper sein mag) allerdings garnicht, schließlich sollte das Gerät gleich wieder verschickt werden. Wie es also zu den unterschiedlichen Bewertungen bei den Service-/Eingangsprotokollen kommen konnte, ist – interessant – und für mich nicht nachvollziehbar, genauso wie das “mechanisch verkratzte Gerät”…
Heute (28. 06.) habe ich dann das Serviceprotokoll und den Bescheid bzgl. “Gerät unterwegs zu Ihnen” bekommen. Das ging aber schnell! Zu schnell, fürchte ich… Das Serviceprotokoll der Firma MyGuide/Anubis/Typhoon ist entsprechend kurz:

Kleine Frage am Rande: wieso überprüft diese Firma immer meinen GPS-Empfang, den ich in KEINSTER WEISE als fehlerhaft bezeichnete?! Und wieso nicht meinen Akku und den Rest?!
Auf das Schreiben, das vermutlich dem Gerät wieder beiliegt, bin ich ja auch mal gespannt, werde ich demnächst (wenn ich das Gerät erhalten habe eben), hier reinstellen. Noch nachdenklicher stimmt mich dann aber das Gebahren dieser Firma. Ich glaube ich schreibe heise eine Mail für die Rubrik “Vorsicht Kunde” – ich glaube das hat schon so ein bisschen Potential, dass es heise interessieren könnte… An Anubis/MyGuide: ich bin gerne bereit mir ein attraktives Angebot unterbreiten zu lassen. Geld zurück, Austauschgerät – meine Adresse ist Ihnen aus den Schreiben bekannt, wenn nicht: ein Klick ins Impressum genügt.
Mit freundlichen Grüßen,
<ich>