Spreche ich chinesisch – oder sind manche Leute einfach so merkbefreit, dass sie das, was ich schreibe, nicht verstehen?!
Problemstellung war:
- Kunde brauchte Anpassungen in einem Shop:
- MwSt.-Anzeige
- Öffnen der Versandkosten in “einem neuen Fenster”
Hab’ ich am 07. 05. 2007 dann auch fertig gehabt – inkl. Rechnung… Dann kam ‘ne Mail “ich will nicht, dass sich das in ‘nem neuen Tab öffnet, sondern als PopUp, wie die anderen Fenster auch, öffnet” – OK, muss ich halt den Teil rausnehmen, den ich für ‘Versandkosten im neuen Fenster öffnen’ hatte, kein Problem.
Muss man ja nur in einigen Dateien JavaScript (was ich ihm erklärte, dass ich nicht empfehlen würde, aber OK, ist sein Bier) reinschreiben… Für das Zusammenbasteln etc. eines Links benötigt man < 5 Minuten, hingegen für das Schreiben von Sourcecode, anpassen von ~ 10 Dateien, testen etc., übertragen der Dateien auf den Kundenserver, dort nochmals testen etc. wird ein bisschen mehr Aufwand erforderlich, klingt logisch, oder? Ich meine: an Stelle von einer Datei werden es 10, neuer Sourcecode etc. – die Implementierung und Rechnung erfolgte am 11. 05., weil $KUNDE vorher net erreichbar war und net meckerte – “Stadtfest” teilte er mir mit, bevor er verschwand…
So – die Rechnungen gingen am 11. 05. dann nochmals zusammen raus mit Nennung des Gesamtbetrags und wie dieser sich zusammensetzt, genauso mit dem Vermerk: “bezahlbar innerhelb 14 Tagen”. Am 04. 06. (also weit mehr als 14 Tage später) erhielt ich dann einen Betrag – lediglich den der ersten Rechnung. $KUNDE daraufhin angeschrieben, was das soll.
Tage später die Antwort: “Ich erhielt nur eine Rechnung, kann mir aber nicht erklären wieso ich ihnen nur x EUR überwies und nicht x+10 EUR”. ” -> “Gut, ich bin mir zwar sicher, dass ich Ihnen beide Rechnungen zukommen lies, aber dann halt nochmals …” Beide Rechnungen angehangen. Offensichtlich klingelte was bei $KUNDE – aber ich glaube es war nur die Hausglocke, wobei ich Tinnitus auch net ausschließen kann – bei viel mehr gab ich die Hoffnung inzwischen auf.
“Ja, aber was bilden Sie sich ein? Wie kommt denn dieser Betrag zu Stande?!” – “Sie wollten damals nicht, dass sich ein neuer Tab öffnete und meinten, ich sollte das doch bitte ändern und ich setzte Ihre Wünsche entsprechend um.” – “*aufreg*” – “Die veranschlagte Implementierung betrug x EUR, sie sagte Ihnen nicht zu. Der Mehraufwand bezog sich auf die Implementierung der Anforderungen, die Sie mir auftrugen, was mit einem erhöhten Zeitaufwand im Vergleich zur vorherigen Umsetzung verbunden ist. Diesen Zeitaufwand stelle ich Ihnen zusätzlich in Rechnung.” (da er bei der ersten Rechnung nicht vorherzusehen war, weil diese eben weniger Zeit beanspruchte) – und jetzt geht’s los:
$KUNDE erklärt mir, wie ich zu programmieren habe, wie viel Programmieraufwand die Beseitigung von “Fehlern” etc. bedeutet, wie es denn “generell gehandhabt wird” und wo man sich Sourcecode klauen kann. D’OUH – was habe ich getan, um mit solchen Kunden gestraft zu werden?! Ich bin gerade extrem geneigt mich auf ein ähnliches Niveau wie der Kerl zu begeben, a la: “erklären Sie Ihrem Autohersteller auch, dass er Sch… gebaut hat, wenn Ihr Auto mit Motorschaden liegenbleibt, weil sie Diesel statt Super getankt haben und fordern ihn auf das sofort zu beheben…?!”
Fazit: Ich versteh’ die Welt nicht, Menschen nicht (zumindest den Großteil), weil sowas meinem Verständnis nach keiner Logik folgt. Kann einer mir so ein Verhalten erklären (außer mit “geiz = geil”)?
Ausstellen einer amtlichen Merkbefreiung für $KUNDE:
Merkbefreiung: (laut Amtsblatt)
====================
Die nachstehend eindeutig identifizierte Lebensform
Name : der Redaktion bekannt
Vorname : der Redaktion bekannt
Geburtsdatum : xx.xx.19xx
Geburtsort : xxx
Personalausweisnummer: xxx
ist hiermit für den Zeitraum von
[_] 6 Monaten
[_] 12 Monaten
[_] 24 Monaten
[x] unbefristet
davon befreit, etwas zu merken, d.h. wesentliche
Verhaltensänderungen bei der Interaktion mit denkenden Wesen zu
zeigen. Die Einstufung der o.a. Person nach dem amtlichen Index
für Merkbefreiungen liegt bei dem Äquivalent von
[_] einem Mensaessen vom Vortag
[_] drei Hartkeksen in löslichem Kaffee
[_] einer Kiste Schwarzbrot in Dosen
[_] einem Quadratmeterstück Torfmoos während einer
sechswöchigen Sommerdürre
[x] einem Container erodiertem Sandstein
(Streusandqualität)
Die ausgesprochene Merkbefreiung erlischt mit dem Ablauf des
[_] __.__.19__
[_] __.__.20__
[x] der vollständigen Erosion der körperlichen
Bestandteile der o.a. Lebensform
und gilt, sofern die o.a. Lebensform durch das nachstehende
Kennzeichen als merkbefreit zu identifizieren ist:
[x] eine rote Plastiknase
[_] olives Stoffstück mit weißem Rand, auf der Schulter
zu tragen
[_] die Lebensform ist durch den Gesichtsausdruck
zweifelsfrei als unbefristet merkbefreit zu
erkennen.
(amtlicher Hinweis: Verdacht auf letzteren Punkt, aber nicht zweifelsfrei
nachzuweisen)
Die o.a. Lebensform ist durch den Erwerb dieses
Merkbefreiungsscheins automatisch für die folgenden Tätigkeiten
qualifiziert:
[x] Markierungshütchen bei Abmarkierungsarbeiten auf
Bundesautobahnen
[_] Garderobenständer und Regenschirmständer in
Restaurants bis zu, aber nicht eingeschlossen, 3
Sterne
[x] Regelstab in Schwerwasserreaktoren
[_] Markierungsstab für das Fahrwasser im Nationalpark
Wattenmeer
[_] Landschaftsmerkmal/Orientierungshilfe in der Wüste
Gobi
Die Merkbefreiung für die o.a. Lebensform wurde in einem
öffentlichen Merkbefreiungsverfahren ausgesprochen und ist nach
Ablauf der Einspruchsfrist von 17 Sekunden rechtskräftig.
Datum Unterschrift Dienstsiegel
13.06.2007 owl <insertPGPFingerprintHere>
Stirnabdruck des Merkbefreiten
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Kommentare
owl: *neid* Ich glaube das Ruhigste und Dunkelste,...
Mao-B: Dann solltest Du mal hoch auf die friesischen...
owl: Ja, eben, normal… Aber dennoch –...