In eigener Sache

May 22nd, 2007 || 1 comment

Oh Mann, die letzten ~ 1,5 Wochen waren die stressigsten meines Lebens – oder zumindest fast… Später hierzu mehr, erstmal weiter einrichten… So, fangen wir halbwegs strukturiert an, und enden im Chaos – oder so ähnlich…

Mo, 14. Mai 2007, 12:39: mein vserver ist nicht mehr erreichbar, auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt noch nichts davon weiß,…

Als ich, noch ziemlich schlaftrunken, da ich gegen 09:00 (morgens) ins Bett gekrochen bin, gegen 14:30 aufstand, an den Rechner tappte und eine SSH-Connection aufbauen wollte gelang mir dies nicht. Nummer rausgesucht, kam ja schon öfters vor, dass der Server nicht zu erreichen war…

15:00 – kein Mensch erreichbar, 16:00 – immer noch nicht, dafür geht der Anrufbeantworter ran: “Der Betrieb wird mit sofortiger Wirkung eingestellt. Vielen Dank für Ihr Vertrauen…” – WAS?! – Leider richtig gehört – ohne Vorwarnung sind nicht nur die Server, sondern auch noch der Anbieter weg. Verschwunden. Geil.

Das zustände Rechenzentrum angerufen, dort ist der Fall bereits bekannt – sie wollen sich kulant zeigen, nichts Näheres weiß man, aber ich soll doch bitte sämtliche Unterlagen zuschicken (via Mail), die beweisen, dass mir der Server gehört (as in “dass ich meine Mietgebühr für den vserver gezahlt habe und authorisiert bin, darauf zuzugreifen”)

Kündigungsschreiben geht raus (per Fax) – Kurzfassung “rück die Daten und das zu viel bezahlte Geld für die fünf Monate innerhalb der nächsten zwei Wochen raus, sonst….” Ich wusste garnicht, wie diplomatisch und gleichzeitig direkt ich schreiben kann…

Di, 15. Mai 2007: “Nur Herr S. kann Auskunft darüber geben, ob Sie authorisiert sind auf die Daten zuzugreifen, weswegen wir seine Freigabe benötigen”… Bitte, weitere Daten (z.B. SSH-Login, auf dem Server vorhandene Daten etc) bestmöglich zu beschreiben und via Mail zu schicken…

Andere Person, die ebenfalls betroffen ist, angerufen – zwischenzeitlich hatte ich dann bis zu 10 Server an der Backe – Ohweia.

Krisenmeeting mit einer Freundin, deren Server ich betreue, die ebenfalls von der Pleite(?) des Anbieters betroffen ist…

Neuer vserver wird für sie bestellt, bei Hosteurope… Anruf bei Hotline ergab: “Aktivierungslink für Kundeninformationsbereich wird per Post geschickt, ist Freitag bei Ihnen”… *grrr*

Kündigungsschreiben geht von uns beiden per Brief raus…

Mi, 16. Mai 2007: Erstmal nichts Neues vom Rechenzentrum, geschweige denn vom verschollenen Ex-Besitzer unseres Ex-Anbieters… *grrr*

Ich habe es geschafft eine Liste von ~ 50 vserver-Anbietern (vielleicht auch mehr, vielleicht weniger, k.A. mein Firefox brachte meinen armen Laptop übel zum Swappen, da zu viele Tabs offen…) abzuarbeiten. Faszinierend wie viele scheinbar größenwahnsinnige Anbieter auf dem Markt kreuchen und fleuchen – in anderen Worten ausgedrückt: so mancher vserver mit 5 GB Speicherplatz kostete mehr als ein Rootserver mit 50 GB Festplatte…

16:30, ich ruf’ im Rechenzentrum an, hab’ ‘nen Techniker am Telefon – und bring’ es fertig den armen Kerl innerhalb von 2 Minuten komplett zu verwirren – dabei war ich ganz handzahm >;) Auskunft, auf die Frage, ob denn an den Gerüchten, dass die Wiederbeschaffung der Daten ca. 300 EUR kosten soll, was dran sei, erhalten und zwar ein: “Nein, ist mir nichts bekannt”…

Gegen 17:30 hatte ich es geschafft meine Liste von vserver-Anbietern auf 5 zu beschränken, wobei ich bei 2 ein seltsames Gefühl hatte – und sie strich – was, im Nachhinein betrachtet gut war, weil mir Informationen bezüglich dieser Anbieter zugetragen wurden, die mich an der Seriosität dieser zweifeln liesen.

3 Anbieter, 17:45 – vollmar.net, United Hoster und Strato auf der Liste, zu HostEurope wollte ich persönlich nicht, weil IRC dort laut AGBs nicht erlaubt ist (und ich zu faul zum Betteln war)… Ausschlaggebend für strato waren Empfehlungen von Bekannten und das beste Preis-/Leistungsverhältnis. Laut Technischem Support (ja, ich mag die Vertriebsmenschen nicht wirklich, v.a. wenn sie nicht wissen, wovon ich rede und ich dann die Wahl zwischen “lang und breit erklären” oder “zu Technik-Hotline durchstellen” habe) wäre der Server “heute noch fertig”, würde ich vor 20:00 bestellen…

18:45 – ich bestellte nach nochmaliger Überlegung den vserver bei Strato. Sehr bald eine E-Mail mit der Bestellbestätigung bekommen, nachdem ich die Bestellbestätigung via Code, der als SMS auf das Handy geschickt wurde, abwickeln konnte…

Do, 17. Mai 2007: kurz nach 00:30 tüdelt eine Mail von Strato ein “Ihr Server ist fertig”, ein paar Minuten später eine SMS mit den Zugangsdaten. “Nett”, denke ich – logge mich auf den Server ein – und: oh Graus, ein SUSE, das will ich ja nun garnicht auf meinem Server. Runter damit, ergo: Neuinstallation, aber diesmal mit einem Debian-Image (übrigens, falls Strato mitliest: Optimierung des Bestellprozesses: Domain zwingend (bei Inkl.-Paketen) vorher angeben lassen, und bitte, bitte, bitte baut ein DropDown-Menü ein, das eine Auswahl der Distro ermöglicht. Das spart beiden Seiten Arbeit :) )

Server also – nach der Neuinstallation, also eine halbe Stunde später – erstmal bewohnbar gemacht – vielmehr: angefangen ihn bewohnbar zu machen. Für mich gehört ein schlankes System zu einem Server – d.h. ich möchte auf dem Server keine audiolibs, kein X11, kein TCL, gtk oder ähnlichen Murks haben (auch hier ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Strato *g*) – und CUPS will ich schon garnet drauf. Irgendwann in den Morgenstunden, das System war soweit in Richtung “Minimalzustand + abgesichert” gebracht, fiel ich tot ins Bett, zum Glück verbunden mit ausschlafen, immerhin war Feiertag, Vatertag.

Den Rest des Tages (nach dem Aufstehen) verbrachte ich dann mit Chillen und Server einrichten.

Fr, 18. Mai 2007: Ich rufe mal wieder im Rechenzentrum an: “rechtliche Rahmenbedingungen sind geschaffen und die technische Realisierung schreitet mit großen Schritten voran, wir rechnen damit, dass wir nächste Woche die Daten freigeben können…”

Mail mit den Logindaten zum SSH des Servers von HostEurope erhalten… Fehlt nur noch der verdammte Aktivierungslink, ohne den die Daten wertlos sind… *grrrr*

Sa + So: Ereignislos, Grillen (nein, kein Grilleul), ansonsten war Chillen angesagt, viel Lesen.

Mo, 21. Mai 2007: Endlich! Der Aktivierungscode kam an, und ich konnte mich mit dem Server beschäftigen – anfangen…

Auch hier, erstmal System entmüllen… Was aber wesentlich schlimmer war: hier erstmal div. Dienste (apache2, php, foo) zum Laufen kriegen – erstmal zum Laufen kriegen… Ja, schlussendlich fand’ ich raus, dass .htaccess/.htpasswd wohl mod_rewrite benötigt. Ouch…

Die Dependencies bei Debian… Immer wieder ein Genuss… Merken: php.ini benötigt nicht nur libapache2-mod-php*, php, php-cli und mysql-server/mysql-client, sondern auch noch php*-mysql – letzteres wird verdammt nochmal zwingend benötigt um PHP mit MySQL sprechen zu lassen – schön, dass wir das nicht dokumentiert haben, geschweige denn irgendwo in den Deps mit reinklatschen. Muss ja nicht, ist nur essentiell für den Betrieb, aber – who cares? Braucht keiner… *grrrr*

Di, 22. Mai 2007: Shop (von dem ich zum Glück ein Backup von April hatte, sogar inkl. Bilder) auf den Server geschubst – was bei meiner Verbindung auch nur ca. 2,5 h dauerte (85 MB Upload, bei DSL Light) – weitere Fehler gefunden, weitergefrickelt. Gegen 05:15 dann nicht mehr in der Lage gewesen noch weiter zu arbeiten ohne eine Gefährdung für das Fortbestehen der Verrichteten Arbeit auf dem Server zu sein. -> Ins Bett gegangen, wo ich dann gegen 05:30 – 06:00 einschlief.

10:45: Erbarmungsloses Läuten der Wecker, und im Gegensatz zu gestern ignorierte ich sie sogar nicht – was auch gut so war, weil ich um 11:40 und 12:00 Termine hatte…

Irgendwann nach meinen Terminen mal wieder beim Rechenzentrum angerufen: “zuständiger Ansprechpartner ist im Meeting. Moment, hier ist jemand in der Leitung, Sekunde… *tüt* *tüt” .oO( “hat wohl aufgelegt”) – Nochmals angerufen… “Ach, das tut mir aber Leid, ich wusste garnicht, wie das passieren konnte, dass sie aus der Leitung geflogen sind” – hach nein, was ein Pech ich aber auch wieder habe. Unglücksrabe, ich! Zufälle…

Meinen Rückruf erhielt ich dann auch irgendwann – inkl. einer Auskunft: “Daten sind nur durch aufwändige Verfahren herstellbar, wir haben uns quasi in die Rechner hacken müssen, weil keine Passwörter bekannt waren und der ehemalige Betreiber nur sporadisch verfügbar ist…” – Kostenpunkt: 200 – 300 EUR – *kotzwürg* Bitte?! So viel zum Thema “kulant” – auf die Frage, wieso sie denn die Server abschalten konnten, aber solche Probleme beim einschalten hätten, bekam ich eine Aussage, die mich nachdenklich stimmt…

Achja, ich muss hierbei noch erwähnen, dass bei den 200 – 300 EUR kein Backup von Seiten des Rechenzentrums stattfindet, sondern man lediglich “für ein paar Stunden Remote-Zugang zu den Servern” bekommt… Um die Backups selbst fahren zu können… Traffickosten pro GB betragen ca. 0,10 EUR… 5 GB / vserver wären das hier bei uns (d.h. weniger, da wir die Daten vorher komprimieren würden) -> 0,50 EUR / vserver (bei 5 GB) = Trafficgebühren… D.h. bei 2 vservern wäre das 1,00 EUR… Nicht 100, auch nicht 200, und schon garnicht 300… Nunja, ich habe meine Daten abgeschrieben… Zeit für einen Neuanfang oder so…

Oben genannte Freundin sieht es ebenfalls nicht ein, diesen Betrag zu zahlen… Gab nur noch ein Problem: auf dem Server von ihr lagen natürlich die SSL-Zertifikate, frisch verlängert im April…

Durch googlen hab’ ich rausgefunden, dass man diese Certs “reissuen” kann… Schön, soweit die Theorie… In der Praxis funktioniert der Link nicht… Ok, Thawte-Zertifikat… Die haben schließlich ‘nen Live-Chat auf ihrer Seite, sollte schnell erledigt sein… – Denkste!

Ca. 2 – 3 h später, 3 Mitarbeiter und unzählige Minuten in der Warteschleife eines Chats .oO(wer hat meinen Kopf eigentlich so programmiert, dass der automatisch das Getüdel von der Telekom-Hotline abspielt?) später, habe ich die Informationen, die ich brauchte – zumindest hängt das (kostenlos) reissuedte (hallo denglisch) Zertifikat nun in der Warteschleife und wartet darauf, dass es von einem Mitarbeiter (die hatten schon Feierabend, als ich endlich meine Informationen hatte) bestätigt wird… *seufz* Wenn das morgen klappt, bin ich glücklich – oder so.

Mi, 23. Mai 2007: So, den eigenen Server noch ein wenig wohnlicher gestaltet, WordPress installiert (was ein Gefrickel war das?!) und wieder einmal festgestellt, dass ich gut in der QA (=Qualitätssicherung)-Abteilung einer Firma aufgehoben wäre… Als ich WordPress-stable installieren wollte, kamen 2 Bugs… Ok, mit Hilfe von google waren diese Bugs zu beheben, dann lies sich WordPress immerhin schonmal installieren, die nächsten Bugs traten allerdings dann auf, als man auf das installierte System zugreifen wollte – was dazu führte, dass ich die Änderungen, die ich zuvor durchgeführt hatte, wieder rückgängig machen durfte – na prima!

Bleiben wir bei WordPress: anschließend klickte ich mir meine gewünschten Plugins zusammen (oder zumindest schonmal ‘nen Teil davon) und wühlte mich durch das Templates-Archiv. Inzwischen habe ich 181 Seiten Templates gesichtet – und weiß immer noch nicht, ob ich bei diesem Template bleiben soll oder nicht, da mir so einige gefallen… Vielleicht wechsle ich in nächster Zeit öfters mal, mal sehen. Wobei – wenn wir schon beim Neuanfang sind, wieso nicht ein Template, das relativ hell und freundlich ist? Bisher hatte ich ja doch eher “düstere” Templates (Außnahme: 2003-2004 oder so, damals hatte ich ein rot-weißes) – na mal sehen, Kommentare erwünscht ;)

Die Themes, die neben dem verwendeten Template zur Auswahl stehen:

Hm, inzwischen ist es auch schon wieder 04:13 – Zeit, um ins Bett zu kriechen.

11:15 – die Vögel zwitschern, mein Bein ist eingeschlafen und ich erwache mit trockener Kehle aus einem Alptraum, der sich verdammt real anfühlte. Was daran liegen könnte, dass eine real existierende Person (d.h. ich weiß nicht, ob das mit dem Existieren immer noch der Fall ist) im Traum auftauchte und den Traum zum Alptraum verwandelte. Scary der Mann, wirklich – was nicht an seinem Aussehen, sondern an seiner Art und einfach seiner Person liegt – wer ihn so kennenlernte wie ich ihn kennenlernen durfte, weiß was ich mein’…

Erstmal von gestressten Eltern, die ins Bad wollten, halb umgerannt worden – Stress am Morgen, vor dem ersten Kaffee, 15 Minuten nach dem Aufwachen – echt nicht meine Welt…

Anschließend an den Rechner geschlafwandelt, wo mich erstmal ‘ne Reihe von Notifications über den Status von Server-Diensten aufklärte. Soweit so schön, aber ich habe bisher eigentlich nur Port 80 gemonitored – der Rest ist zwar eingestellt, aber deaktiviert, oder vielmehr: war es mal… Wieso ich jetzt trotzdem Mails diesbezüglich bekomme, ist mir rätselhaft, vielleicht isses ein Käfer (Hint an HostEurope)? Achja, ich find diese SMS-Notifications auch lustig – seit meine Bekannte bei HostEurope ist, weiß ich, wofür ich das Handy habe – es kommen mehr SMS an, als in den vergangenen 36 Monaten :) Eine Erweiterung dieses Dienstes wäre was für frustrierte Singles, oder geltungssüchtige Personen: Notification via Anruf. Wenn das Handy öfters klingelt .oO(wieso eigentlich? Die Services verrichten eigentlich ihren Dienst…) kann man sich wichtig fühlen – muss ja keiner wissen, dass am anderen Ende der Leitung ein Sprachcomputer sitzt. “Ja, hm, genau, ganz deiner Meinung, blah” kann man trotzdem in den Hörer sagen… >;) Man merkt: ich habe meine Erfahrungen mit der Sorte “geltungsbedürftiger Mensch” etc. eindeutig gesammelt, als ich noch täglich mehrere Stunden im Zug verbrachte – “Studien am lebenden Objekt” – wobei ich das mit dem “Leben” im “lebenden Objekt” wage anzuzweifeln, da mir viele dieer Gestalten eher tot als lebendig vorkommen – was mehr an ihrer geistigen Leistungsfähigkeit und ihrer Art zu Leben als an ihren Vitalfunktionen liegt…

13:30 – die Zertifikate von Thawte haben tatsächlich den Weg zu mir gefunden – endlich. Also kann ich mal auf dem Server von meiner Bekannten weiterfrickeln, damit ihr Shop bald wieder vollständig online ist, d.h. auch mit SSL… *seufz* Kaffee- und Motivationsflatrate wären furchtbar praktisch.

20:18 – Im Lauf des Tages: Zertifikat eingebaut, auf beiden Servern Postfix-Krams konfiguriert, SSL-Zeug zum Laufen gebracht, Subdomain-Gefrickel ebenfalls, hier und da noch ein bisschen Zeug angepasst und getestet, auf karnaya.de gleich wieder die Startseite mit Inhalt gefüllt, und ein Template, passend zu diesem hier, rausgesucht. Fehlt also noch (steht auf der TODO für die nächsten Tage): dismar-it.de-Content, sowie galerie.dismar-it.de-Content – garnicht erst zu reden von Statistiken (auf beiden Servern) und gallery.karnaya.de – Bäh, über Langeweile kann ich mich momentan wirklich nicht beklagen…

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